Die Handlung von Ein Gentleman in Moskau

Hinter den Wänden des Metropol Hotels in Moskau erlebt ein seiner Habseligkeiten und Titel beraubter Gentleman von der Gründung der sowjetischen Republik über die Zeit unter Stalin bis hin zum Zweiten Weltkrieg etliche Jahrzehnte der russischen Geschichte. Oder auch nicht, denn in dem Hotel vergeht die Zeit irgendwie anders.

Miniserie von „Ein Gentleman in Moskau“:

Seinen Aufenthalt in Moskau hat sich Graf Alexander Rostow eigentlich anders vorgestellt. Doch als ihn das bolschewistische Gericht im Jahr 1921 in den Saal zitiert, kann er von Glück reden, dass ihm nichts Schlimmeres widerfahren ist. Die Herrschaften vor ihm verdonnern ihn nämlich „lediglich“ zu einem lebenslangen Hausarrest im Hotel Metropol und nehmen ihm darüber hinaus all seine Titel und Habseligkeiten.

Natürlich darf er in dem Hotel auch nicht mehr die luxuriöse Suite behalten, sondern wird auf den staubigen Dachboden des Metropol Hotels verfrachtet. Und während die Jahrzehnte an ihm vorbeirauschen, freundet er sich mit dem kleinen Mädchen Nina an, die dem Gentleman Zutritt zu diversen (geheimen) Räumlichkeiten verschafft. Er bändelt mit der Schauspielerin Anna Urbanova an und kann sogar eine gewisse Bindung zum Kommissar der Geheimpolizei aufbauen.


Kritik zu Ein Gentleman in Moskau

Hattet ihr damals im Jahr 2014 eure helle Freude an Wes Andersons „Grand Budapest Hotel“? Dann spitzt jetzt die Lauscher, denn Paramount+ nimmt diese Woche eine Serie ins Streaming-Programm auf, die in eine ganz ähnliche Kerbe schlägt: „Ein Gentleman in Moskau“ - quasi „Grand Budapest Hotel“ mit Wodka.

In „Ein Gentleman in Moskau“ bietet nämlich ein opulentes Hotel Platz für die skurrilsten Persönlichkeiten. Nur weder leuchtet das Werk in Pastelltönen noch war Wes Anderson dafür verantwortlich. Für „Ein Gentleman in Moskau“ zeichnen Sam Miller, unter anderem bekannt für „Luther“, und Sarah O’Gorman („The Witcher“) verantwortlich. Außerdem basiert die Serie, im Gegensatz zu Wes Andersons Produktion, auf dem gleichnamigen Roman von Amor Towles, welches unter anderem von Ben Vanstone in ein Skript umgewandelt wurde. Das Ergebnis ist ein humorvoller 8-Teiler, der die geschichtlichen Veränderungen in Russland über die letzten 30 Jahre porträtiert, ohne dabei allzu sehr auf eben diese einzugehen.

Denn der Fokus liegt auf dem eingesperrten Gentleman Alexander Rostow, der diese Ereignisse nur ganz nebenbei mitbekommt. Auf dieser Figur liegt also die gesamte Last von „Ein Gentleman in Moskau“, weswegen sich die Showrunner auch niemand Besseren für die Rolle hätten aussuchen können als Ewan McGregor („Big Fish“). Er trägt die Serie über weite Strecken mit Bravour und wenn das mal nicht der Fall sein sollte, eilen ihm Mary Elizabeth Winstead („Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn“), Alexa Goodall („Lord of Misrule“) und Johnny Harris („Fortitude“) zur Hilfe.

Lohnt sich, weil die Prämisse schon ulkig genug ist, als dass man einfach daran vorbeischlittern kann. Dazu noch der kantige Humor und die aufgeweckten Stars. Passt einfach!


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Miniserie, 2024, 8 Folgen

Miniserie von Ein Gentleman in Moskau erstausgestrahlt am 29.03.2024

Wir schreiben das Jahr 1921, als dem Grafen Alexander Rostow in Russland all seine Titel aberkannt werden ... mehr