Engagierte Dokumentation und Liebeserklärung an den als Menschenfresser verrufenen Hai.

Kinostart: 10.04.2008

Handlung

Haien fallen pro Jahr fünf Menschen zum Opfer - selbst Getränkeautomaten fordern mehr Tote! Dennoch hält sich hartnäckig das Gerücht vom Menschenfresser. Diese ungerechtfertigte Dämonisierung bedeutet einen Freibrief für die bedenkenlose Jagd auf das scheue Raubtier. Millionen Exemplare werden täglich beim illegalen Fischen verstümmelt und sterben, weil ihre Flossen vor allem in Asien als Delikatesse gelten. Länder wie Costa Rica liefern der mafiösen Industrie zu.

Mit hartnäckigen Vorurteilen räumt der kanadische Fotograf und Taucher Rob Stewart in seiner Ode an den Hai überzeugend auf und präsentiert den Meeresbewohner als höchst bedrohte Art, die ohne jede Lobby gnadenlos gejagt wird. Seine Doku mausert sich zeitweilig zum Öko-Thriller.

Kritik

Eine Liebeserklärung an den Hai liefert Rob Stewart in seiner engagierten Dokumentation, die aufrüttelt und den Massenmord an einer vom Aussterben bedrohten Kreatur anklagt.

So viele Naturdokus haben sich in letzter Zeit mit großer Publikumsresonanz im Kino versammelt - man könnte meinen, sie wollten ein letztes Mal die einzigartige Schönheit unseres Planeten besingen, bevor er zur lebensfeindlichen Einöde wird. Den Hai nicht als Monster beschreiben, sondern als Opfer eines viel grausameren Raubtieres: dem Menschen - das ist das erste Anliegen des kanadischen Fotografen Rob Stewart, nämlich mit dem Mythos vom "weißen Hai" aufzuräumen. Die Dämonisierung des scheuen Raubtieres zur menschenverschlingenden Bestie enttarnt er in seiner engagierten Aufklärungsarbeit als fatalen Fehler und beweist dies mit harten Fakten: Fünf Haiopfer pro Jahr; selbst Getränkeautomaten fordern mehr Tote. Und das, obwohl ein schwimmender Mensch dem Lieblingsimbiss des Hais - der Robbe - in Silhouette und Bewegung täuschend ähnelt. Diese üble Fama bedeutet einen Freibrief für legale und illegale Fischer, die in internationalen Gewässern täglich Millionen der Tiere verstümmeln und achtlos ins Meer zum Sterben zurückwerfen. Haifischflossensuppe gilt in Asien als heiß begehrte Delikatesse - ein Riesenmarkt und ganzer Industriezweig, für den unter anderem das korrupte Costa Rica heimlich zuliefert. Aber zu unabsehbar sind die Folgen für das Ökosystem Ozean, wenn man die Spitze seiner Nahrungskette vernichtet. Und letztlich fällt alles auf uns Menschen zurück.

Was zunächst als biografisch gefärbte Unterwasserreise zu denen von Stewart innig verehrten Raubtieren beginnt, wird rasch zu einem Greenpeace-Aktivisten-Thriller mit dem Regisseur als Hauptdarsteller, der schließlich in Mittelamerika einen Skandal der Fischmafia aufdeckt. Der Stil ist vor allem durch die Faszination Stewarts, später durch viel Betroffenheit und Empörung geprägt: Ein mitunter sehr plakatives Plädoyer für den Artenschutz einer Spezies ohne Lobby, teils so drastisch-polemisch wie Michael Moore, nur bar jeden Spotts. Andererseits: Das Thema ist zu wichtig und wurde zu lange selbst von Umweltschutzorganisationen ignoriert, so dass dieses ungefiltert emotionale, mitunter rührend unbedarfte Pamphlet mehr als gerechtfertigt erscheint. Dieses Aufrütteln ist eine der wichtigsten Leistungen der Ode an einen hemmungslos gejagten Meeresbewohner, die bereits fleißig Awards gesammelt hat.

tk.

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Info

Plakat des Films: Sharkwater
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 10.04.2008

Kanada 2006

Länge: 1 h 28 min

Genre: Doku

Originaltitel: Sharkwater

Website: http://www.sharkwater.de