Dokumentarfilm, in dem Ulrich Seidl seinen Protagonisten in den Keller folgt, wo sie ungewöhnlichen, komischen, auch erschreckenden Hobbies nachgehen.

Kinostart: 04.12.2014

Handlung

Ein Mann hat sich im Keller seines Vororthauses sein Reich gebaut, wo seine Frau keinen Zutritt hat und wo er mit seinen Freunden aus der Blaskappelle sitzt und trinkt vor Hitler- und König-Ludwig-Bildern und Uniformen. Ein Mann singt Arien in seiner unterirdischen Schießanlage und bringt anderen das Schießen bei. Ein Paar lebt seine Herrin-Sklave-Beziehung in ihrer Wohnung und im Keller aus. Eine Frau geht in ihr Kellerabteil, um ihre Puppen, die wie Neugeborene aussehen, aus der Schachtel zu holen und sie in den Armen zu wiegen.

Kritik

Ulrich Seidl folgt seinen Protagonisten in den Keller, wo sie ungewöhnlichen, komischen, auch erschreckenden Hobbies nachgehen.

Nach seiner viel beachteten "Paradies"-Trilogie wendet sich der berühmt-berüchtigte österreichische Filmemacher Ulrich Seidl ("Hundstage") wieder verstärkt dem Dokumentarfilm zu, auch wenn bei seiner Betrachtung des sonderbaren, komischen auch erschreckenden Treiben mancher Mitmenschen in ihren Kellern einiges arrangiert, manches inszeniert ist. Klassische Hobbykeller mit eingebauter Bar und Sitzbank kommen beim Meister der Provokation nur am Rande vor. Seidl interessiert sich für das Andersartige, Abseitige ohne es zu werten. In lose miteinander verknüpften Szenen und den für seine Arbeiten typischen sorgfältig arrangierten Tableaux stellen er und Kameramann Martin Gschlacht Protagonisten vor, die Sado-Maso-Sex haben, schießen üben und ja auch musizieren und trinken. Das allerdings in ungewöhnlichem Rahmen, in einem mit Hitler-Porträts, Uniformen und anderen Kriegs- und Nazi-Erinnerungsstücken ausgestatteten. Und es handelt sich auch bei den Porträtierten nicht um Normalos. Die Sexpartner entsprechen auch körperlich nicht den Idealvorstellungen. Allen Protagonisten gemein ist ein gewisses Selbstbewusstsein. Zuweilen weiß man als Zuschauer nicht, ob man lachen, erschrecken oder wegsehen soll - sei es beim rechten Stammtisch-Gerede und Flachwitzen der Blaskappellkameraden oder wenn die Kamera auch das schmerzlichste Detail beim Herrin-Sklave-Folterspiel einfängt. Auch ein bisschen Tragik schwingt mit im streng kadrierten, schrägen Panoptikum, das das wirklich böse Treiben, den Horror, den man beim Titel "Im Keller" vielleicht erwarten könnte, ausklammert. hai.

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Info

Plakat des Films: Im Keller
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 04.12.2014

Österreich 2014

Länge: 1 h 26 min

Genre: Doku

Originaltitel: Im Keller

Website: http://im-keller.at

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