Mit "Off Duty" setzen Til Schweiger und Regisseur Christian Alvart den actiongeladenen Tschiller-"Tatorten" die Krone auf.

Kinostart: 04.02.2016

Szenenbild aus Tschiller: Off Duty mit Til SchweigerTil Schweiger

Til Schweiger
als Nick Tschiller

Szenenbild aus Tschiller: Off Duty mit Fahri YardimFahri Yardim

Fahri Yardim
als Yalcin Gümer

Özgür Yildirim

Özgür Yildirim
als Süleyman Seker

Berrak Tüzünataç
als Reyhan

Luna Schweiger
als Lenny Tschiller

Stefanie Stappenbeck
als Isabella Schoppenroth

Erdal Yildiz
als Firat Astan

Alyona Konstantinova
als Dasha

Yegor Pazenko
als Boris Golidzyn

Erol Afsin
als Aykut

Eduard Flerov
als Semjon Assinowitsch

Jewgeni Sidikhin
als Alexander Kinski

Murathan Muslu
als Idris Ervan

Tamer Tirasoglu
als Bülent

Joe Toedtling
als Lew

Handlung

Vom Dienst suspendiert, muss Tschiller eine Auszeit von der Auszeit nehmen: In Istanbul ist sein Erzfeind Astan aus dem Knast ausgebrochen und Tschillers Tochter Lenny in die Hände des Bösewichts Seker geraten. Weil Tschillers treuer Kollege Gümer das Handy von Lenny orten kann, machen sich die beiden auf den Weg in die Türkei: Sie kommen zu spät - Lenny ist längst nach Moskau verschleppt worden.

Tschiller muss nach Istanbul reisen, um sein entführte Tochter zu retten und den ausgebrochenen Bösewicht Astan zu schnappen. Til Schweiger und Regisseur Christian Alvart setzen den actiongeladenen Tschiller-"Tatorten" die Krone auf.

Kritik

Der fürs Fernsehen entschärfte Kino-"Tatort" entpuppt sich trotz dünner Handlung als respektabler Action-Film.

Til Schweiger war not amused, als er erfahren hat, dass die ARD seinen Kino-"Tatort" mitten im Sommer zeigt. Bei seiner Reaktion wird auch die ernüchternde Kinoauswertung nochmals eine Rolle gespielt haben. Nicht mal 280.000 Zuschauer und somit nur ein Bruchteil von Tschillers TV-Premiere ("Willkommen in Hamburg", 2013: 12,74 Mio. Zuschauer): Das muss für Schweiger und Regisseur Christian Alvart, beide auch Produzenten des Films, wie ein Schock gewesen sein. Allerdings müsste ihnen klar gewesen sein, dass ein ähnlicher Erfolg wie bei Schweigers Regiearbeiten ("Honig im Kopf": gut 7 Millionen Zuschauer, "Keinohrhasen": 6,3 Millionen) unmöglich sein würde; in solche Dimensionen stoßen deutsche Kinoproduktionen nur als Komödie vor. Trotzdem lässt sich nicht erschöpfend erklären, warum der Film derart schlecht abgeschnitten hat. Natürlich geht ein Großteil des (älteren) "Tatort"-Stammpublikums überhaupt nicht mehr ins Kino, aber die Zuschauer der Tschiller-Krimis waren im Schnitt deutlich jünger als sonst. Andererseits wusste die Zielgruppe natürlich, dass der 8 Millionen Euro teure Kino-"Tatort" einige Nummern kleiner daherkommen würde als vergleichbare Hollywood-Produktionen.

Dabei ist "Tschiller: Off Duty" ein durchaus respektabler Actionfilm, auch wenn die Handlung für 130 Minuten etwas zu dünn ist: Tschillers Tochter Lenny (Luna Schweiger) will in Istanbul den Tod ihrer Mutter rächen, landet jedoch als Zwangsprostituierte in Russland, wo sie zur entscheidenden Figur eines perfiden Anschlags werden soll. Selbstredend lässt Vater Nick nichts unversucht, um seine Tochter zu befreien, erst in Istanbul, dann in Moskau. Dass die Handlung bloß als Vorwand für Schlägereien und Schießereien dient, ist in diesem Genre nicht ungewöhnlich. Was dem Film dagegen völlig abgeht, ist eine gewisse ironische Distanz; "Tschiller: Off Duty" ist absolut ernst gemeint. Die Istanbuler Hälfte stellt zudem viel zu wenig Empathie für den Helden her, weshalb die Action etwas seelenlos wirkt. In Moskau ist das anders, zumal die Spannung nun auf zwei Ebenen entsteht: Tschiller muss um jeden Preis das Attentat verhindern, sonst stirbt seine Tochter. Der Qualitätsunterschied zwischen den beiden Hälften hat auch viel mit Originalität zu tun. In Istanbul wird geschossen, geprügelt und über Dächer geflohen, in Russland kommt es unter anderem zu einem packend inszenierten ungleichen Zweikampf zwischen einem Lada und einem Mähdrescher. Zwischendurch ist der Film allerdings auch ziemlich brutal. Fürs Kino hat er wegen der stellenweise drastischen Gewalt eine Freigabe ab 16 Jahren bekommen. Aufgrund der Jugendschutzbestimmungen dürfte die ARD "Tschiller: Off Duty" daher eigentlich erst ab 22 Uhr ausstrahlen, weshalb der NDR einige Szenen entschärft hat. tpg.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 04.02.2016

Deutschland 2016

Länge: 2 h 20 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Tschiller: Off Duty

Regie: Christian Alvart

Drehbuch: Christoph Darnstädt

Musik: Martin Todsharow

Produktion: Tom Zickler, Sigi Kamml, Christian Alvart, Til Schweiger

Kostüme: Ingken Benesch, Sabine Bockmeyer

Kamera: Christof Wahl

Schnitt: Dirk Grau, Marc Hofmeister

Ausstattung: Thomas Freudenthal

Website: http://www.tschiller-offduty.de