Michael Bays Actionblockbuster über eine futuristische Welt, in der Menschen als lebende Organbanken gezüchtet werden.

Kinostart: 04.08.2005

Ewan McGregor

Ewan McGregor
als Lincoln Six-Echo/Tom Lincoln

Scarlett Johansson

Scarlett Johansson
als Jordan Two-Delta/Sarah Jordan

Djimon Hounsou

Djimon Hounsou
als Albert Laurent

Die Handlung von Die Insel

21. Jahrhundert: Lincoln Six-Echo (Ewan McGregor) hofft wie alle Erdbewohner darauf, für "Die Insel" auserwählt zu werden, dem letzten Ort, der nicht kontaminiert ist. Dann findet Lincoln heraus, dass alles um ihn herum eine Lüge ist und er in Wahrheit nur ein menschlicher Klon und Ersatzteillager für die Weltbevölkerung ist. Er versucht, mit der hübschen Jordan Two-Delta (Scarlett Johansson) zu fliehen, bevor sie ausgenommen werden können.

Blockbuster- und Actionspezialist Michael Bay inszenierte den futuristischen Actionthriller, dessen Story ansatzweise klingt wie ein Remake von "Flucht ins 23. Jahrhundert".

Mitte des 21.Jahrhunderts leben die wenigen Überlebenden einer globalen Katastrophe in hermetisch abgeschotteten Wohntürmen. Sie sollen die Zukunft der Menschheit sichern, dienen aber tatsächlich als Organbanken für reiche Klienten eines skrupellosen Institutschefs. Als Lincoln Six-Echo und Jordan Two-Delta ihre Identität und Bestimmung als Klone entdecken, flüchten sie, um der Außenwelt die Wahrheit zu enthüllen.

In nicht allzu ferner Zukunft züchtet ein Institut in einem von der Außenwelt abgeschotteten Labor exakte menschliche Kopien. Eines Tages erfährt Lincoln Six-Echo, dass sie alle einmal auf dem OP-Tisch für ihre kranken Originale ausgeweidet werden sollen. Um dieser Organentnahme zu entgehen, setzt Lincoln gemeinsam mit der attraktiven Jordan Two-Delta einen Fluchtplan um. Doch die Anstalt unter seinem unbarmherzigen Leiter Merrick will um jeden Preis verhindern, dass die Klone mit der "realen" Welt in Berührung kommen.

Kritik zu Die Insel

Erstmals ohne seinen Mentor und Erfolgsproduzenten Jerry Bruckheimer, dafür aber mit Spielbergs Company DreamWorks im Rücken warf Michael Bay ("Armageddon") seine Sommerhit-Produktionsmaschine an. Was die Filmfabrik schließlich verließ, ist ein temporeicher Actionthriller mit Sci-Fi-Elementen, der erwartungsgemäß unter Hollywoods Crash- und Kollisionszwang leidet, trotzdem aber geschlossener unterhält als Bays bisherige Blockbuster.

Die kommerziell sehr erfolgreichen Filme des Bruckheimer-Zöglings waren im Kern mit Überdruck inszenierte Destruktionsorgien, denen es an emotionalem Feingefühl fehlte, die nicht die richtige Dosierung von Komik, Pathos oder Sentimentalität fanden. Im Vergleich dazu ist "Die Insel" Bays zurückhaltendster Big-Budget-Film - ist witzig, wenn es die Situation erlaubt, und weitgehend dramatisch, wenn sie es erfordert. Dass die Werbekampagne mit einem aggressiven Trailer das zentrale Geheimnis des Films bedenkenlos offenlegt, schwächt die Dramaturgie der ersten 30 Minuten, in denen der Film sein Mysterium schrittweise zu enthüllen versucht. Diese überzeugende erste Hälfte präsentiert mit kleinen, visuell oft originellen Details eine von der Umwelt hermetisch abgeschlossene Welt. Hier warten die wenigen Überlebenden einer globalen Verseuchung in Wohntürmen auf den Tag, an dem sie mit der Reise zur Insel, dem letzten giftfreien Paradies der Erde, belohnt werden. Mit viel Glas, Metall und den weißen Outfits der Bewohner wird die abweisende, kalte und sterile Atmosphäre dieser Gesundheitsdiktatur illustriert, in der Hygiene, Nahrungsaufnahme und Körperkontakt strengster Kontrolle unterliegen.

Der seriöse Sci-Fi-Film der Siebzigerjahre mit den Vertretern "THX 1138", "Coma" und "Flucht ins 23. Jahrhundert" ist erkennbares Vorbild für diese Geschichte, die in einem packenden Moment schließlich enthüllt, dass Gegenwart und pastorale Zukunft der Bewohner eine Illusion ist. Die unter der Erde versteckte, von einem gigantischen Hologramm getarnte Anlage eines skrupellosen Geschäftsmanns produziert ausgereifte Klone, die potente Investoren für neue Organe und andere nützliche Dinge ausschlachten können. Von dem Moment an, als Lincoln Six-Echo (Ewan McGregor) und Jordan Two-Delta (Scarlett Johansson) ihre wahre Bestimmung entdecken, in die Freiheit entkommen und von einer Special Squad verfolgt werden, wird "Die Insel" zum reinen Fluchtfilm, der nicht mehr an Fragen oder Antworten, sondern nur noch an Bewegung und Dynamik interessiert ist. Nach einer rasanten Sprint-Verfolgung in der Klon-Fabrik und einer dank Steve Buscemi witzigen Entspannungspause inszeniert Bay eine beeindruckende Freeway-Jagd, in der Stahlobjekte, geformt wie Riesenhanteln, auf den Asphalt kullern und Chaos stiften und fliegende Speedbikes mit dem kreuzenden Luftverkehr kollidieren. Vergleichbar Aufregendes hat das Drehbuch nicht zu bieten, das sein Protagonistenpaar erst in die Metropole, für den Big Bang dann wieder zurück in die Klonfabrik schickt. Im letzten Drittel zeigt der von Bay in gewohnter Campari-Clip-Verführungsoptik gekleidete Film einige Schwächen, wirkt überhastet, schematisch und flüchtet sich in Action, hat aber in Ewan McGregor und Scarlett Johansson zwei gute Akteure, die sich gegen das Getöse als Sympathieträger durchsetzen. kob.

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Info

Plakat des Films: Die Insel
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 04.08.2005

USA 2005

Länge: 2 h 16 min

Genre: Sci-Fi

Originaltitel: The Island

Regie: Michael Bay

Drehbuch: Alex Kurtzman, Roberto Orci, Caspian Tredwell-Owen

Buchvorlage: Caspian Tredwell-Owen

Musik: Steve Jablonsky

Produktion: Michael Bay, Walter F. Parkes, Ian Bryce

Kostüme: Deborah Lynn Scott

Kamera: Mauro Fiore

Schnitt: Christian Wagner, Paul Rubell

Ausstattung: David Sandefur, Nigel Phelps, Sean Haworth, Jon Billington, Martin Whist

Website: http://www.dieinsel-derfilm.de/