Kleines cineastisches und kulinarisches Meisterstück der Schauspieler Stanley Tucci und Campbell Scott.

Kinostart: nicht bekannt

Minnie Driver

Minnie Driver
als Phyllis

Ian  Holm

Ian Holm
als Pascal

Isabella Rossellini

Isabella Rossellini
als Gabriella

Tony Shalhoub
als Primo

Stanley Tucci
als Secondo

Marc Anthony
als Cristiano

Allison Janney
als Ann

Handlung

Die beiden ungleichen Brüder Primo und Secundo betreiben in den fünfziger Jahren ein Feinschmeckerlokal in New Jersey. Um sich gegen die Konkurrenz des "Nightspot" halten zu können, arrangieren sie ein Festmahl für den Schlagersänger Louis Prima. Die "große Nacht" verläuft jedoch anders als erwartet...

Die Brüder Pilaggi betreiben in den 50er Jahren in New Jersey ein italienisches Restaurant. Die Umsätze sind schlecht, was aber nichts mit der Qualität der Speisen, sondern vielmehr mit dem Mangel an Gästen zu tun hat. Da bringt ein befreundeter Wirt die beiden auf die Idee, einen populären Jazz-Musiker in ihr Lokal einzuladen und ihm zu Ehren einen Festschmaus zu veranstalten. Durch diese Publicity soll das Geschäft angekurbelt werden. Das rauschende Fest, für das die letzten Reserven mobilisiert wurden, verläuft aber leider nicht ganz nach Plan...

Kleines cineastisches und kulinarisches Meisterstück der Schauspieler Stanley Tucci und Campbell Scott.

Kritik

Den beiden Schauspielern Stanley Tucci und Campbell Scott ist mit ihrem Regiedebut ein kleines Meisterwerk gelungen, das cineastische und kulinarische Ansprüche aufs höchste befriedigt. In einer einzigen großen Nacht kommt es über ein Vier-Sterne-Menu zu einem emotionalen Parcoure-Ritt aller Beteiligten von fast existentiellem Ausmaß, der aber am nächsten Morgen in einer der schönsten Schlußsequenzen, die das Kino je hervorgebracht hat, ausklingt. Ein absoluter Leckerbissen!

Die beiden Brüder Primo (Tony Shalhoub) und Secundo Pilaggi (Stanley Tucci) betreiben in den 50er Jahren ein Ristorante in New Jersey. Während Primo in der Küche das Sagen hat, kümmert sich Secundo um das Management. Die Geschäfte gehen schlecht, sehr schlecht sogar. Was allerdings nicht mit der Qualität der Speisen zu tun hat - im Gegenteil. Denn während Primo - beseelt von unverfälschter Wahrheit und glühender Passion - hingebungsvoll eine Köstlichkeit nach der nächsten komponiert, bringen die Gäste ihre verrohten Geschmacksnerven mit allerlei obskuren Wünschen - wie Kartoffeln zur Pasta - auf Touren. Sakrilege, die Primo regelmäßig das Herz umdrehen. Sein jüngerer Bruder sieht das eher gelassen, versucht den Kochkünstler sogar behutsam in eine publikumsfreundlichere Richtung zu bugsieren. Kompromisse, denen sich Primo kategorisch verweigert. Liebevoll, fast zärtlich wird diese Welt beschrieben (Stanley Tucci und Joseph Tropiano bekamen beim Sundance Filmfestival den Drehbuchpreis). Im scharfen Kontrast hierzu der Nightspot von Pascal (Ian Holm), gleich um die Ecke. Pascals Lokal ist eine Goldgrube. Seine Gäste schaufeln wie besinnungslos das minderwertige Essen in sich hinein. Zwei diametrale Weltanschauungen, die Neid produzieren. Secundo will endlich auch ans große Geld, und Pascal ist smart genug Primos Größe zu erkennen, und möchte ihn für seinen Laden abwerben. Als das nicht gelingt, macht er den beiden Brüdern ein generöses Angebot: Sie sollen für den populären Sänger Louis Prima ein Festmahl ausrichten. Mit der Publicity, die dieses Ereignis fraglos nach sich ziehen würde, wären sie ein für alle Mal saniert. Zögernd gehen Primo und Secundo auf das Angebot ein. Doch die große Nacht verläuft ganz anders als erwünscht. Mit leichter Ironie und traumwandlerischem Gespür für dramatische Verwicklungen führen die Filmemacher lose Handlungsstränge zusammen, forcieren Konflikte, und bündeln kleine und mittlere Katastrophen zu einem grandiosen Potpourri der Emotionen. Und mindestens ebenso appetitanregend wie das reffiniert zelebrierte Festmahl (Kamera: Ken Kelsch) sind die hervorragenden Schauspieler: Isabella Rosselini, als Freundin von Pascal und heimliche Geliebte von Secundo, Campbell Scott ("Dying Young") als schrulliger Autoverkäufer, Minnie Driver ("Circle of Friends") als Secundos wenig geschätzte Freundin und die Theaterschauspielerin Allison Janney als Blumenverkäuferin, auf die der schüchterne Primo ein Auge geworfen hat. Dieser Mix aus hochkarätiger Schauspielkunst, intelligentem Script und lukulischen Ausschweifungen saugt einen förmlich in den Film hinein. Als er dann nach einer melodramatischen Nacht am nächsten Morgen wortlos ausklingt - man sieht die beiden Brüder beim Frühstück - ist man sanft in Moll gestimmt und - hungrig! "Big Night" wird in Zukunft mit Filmen wie "Zeit der Unschuld", "Babettes Fest", "Eat Drink Man Woman" oder "Tampopo" genannt werden, wenn es um den cineastischen Schlemmeraspekt geht. Bleibt nur zu hoffen, daß dieses Kleinod endlich auch einen deutschen Verleiher findet.

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Info

Plakat des Films: Big Night

Kinostart: nicht bekannt

USA 1995

Länge: 1 h 47 min

Genre: Drama

Originaltitel: Big Night

Regie: Stanley Tucci, Campbell Scott

Drehbuch: Stanley Tucci, Joseph Tropiano

Musik: Gary DeMichele

Produktion: Jonathan Filley, Stanley Tucci, Campbell Scott

Kamera: Ken Kelsch

Schnitt: Suzy Elmiger

Ausstattung: Andrew Jackness