Absurde schwarze Komödie über einen einfachen Mann, dem im Verlauf eines Jahres - 1967 - die Felle wegzuschwimmen drohen.

Kinostart: 22.01.2010

Michael Stuhlbarg
als Larry Gopnik

Richard Kind

Richard Kind
als Onkel Arthur

Fred Melamed
als Sy Ableman

Sari Lennick
als Judith Gopnik

Aaron Wolff
als Danny Gopnik

Jessica McManus
als Sarah Gopnik

Adam Arkin
als Anwalt

Peter Breitmayer
als Mr. Brandt

Brent Braunschweig
als Mitch Brandt

David Kang
als Clive Park

Alan Mandell
als Rabbi Marshak

Amy Landecker
als Mrs. Samsky

George Wyner
als Rabbi Nachtner

Michael Tezla
als Dr. Sussman

Allen Lewis Rickman
als Schtetl Ehemann

Yelena Shmulenson
als Schtetl Ehefrau

Fyvush Finkel
als Dibbuk

Die Handlung von A Serious Man

1967. Es ist nicht das Jahr von Larry Gopnik, der als Physikprofessor an einer Uni im Mittleren Westen der USA ein einfaches Leben führt. Seine Frau verlässt ihn für einen aufgeblasenen Kollegen. Sein psychisch labiler Bruder Arthur lebt auf seiner Couch und wird mehr und mehr zum Problem. Sein Sohn Danny schwänzt die Schule und hört nicht auf den Vater. Seine Tochter bestiehlt ihn, um eine Nasenkorrektur finanzieren zu können. Anonym wird Larry bedroht und seine Zukunft an der Uni in Frage gestellt. Ein Student will ihn bestechen. Larry sucht Hilfe bei drei Rabbis. Wird einer helfen können?

1967. Es ist nicht das Jahr von Larry Gopnik, der als Physikprofessor an einer Uni im Mittleren Westen der USA ein einfaches Leben führt. Seine Frau verlässt ihn für einen aufgeblasenen Kollegen. Sein psychisch labiler Bruder Arthur lebt auf seiner Couch. Sein Sohn Danny schwänzt die Schule. Seine Tochter bestiehlt ihn, um eine Nasenkorrektur finanzieren zu können. Anonym wird Larry bedroht und seine Zukunft an der Uni in Frage gestellt. Ein Student will ihn bestechen. Larry sucht Hilfe bei drei Rabbis. Wird einer helfen können?

Kritik zu A Serious Man

Verquerer Heimatfilm und ätzend komische jüdische Tragikomödie mit brillantem No-Name-Ensemble - den Coen-Brüdern ist erneut ein kleiner Geniestreich geglückt.

Die Coens sind in ihre Heimat zurückgekehrt, ins ländliche Minnesota, wo sie einst mit "Fargo" einen ihrer bleibendsten Erfolge landeten. Aber nicht nur das, sie haben sich diesmal zudem ihrer Wurzeln besonnen, ihrer jüdischen Herkunft bedient. Auch das ist nicht unbedingt neu, erinnert man sich an ihren Drehbuchautor "Barton Fink", der vor inzwischen fast 20 Jahren an Hollywood verzweifelte. Aber so persönlich wie bei A Serious Man ist es bei Ethan und Joel noch nie zugegangen, mögen sie das in ihren maulfaulen (Toronto-)Interviews noch so gerne abstreiten. Als kleiner Beweis hierfür mag dienen, dass zahlreiche Figuren ihrer aktuellen Arbeit nach Jugendfreunden der Brüder benannt sind.

Nach dem All-Star-Cast von "Burn After Reading" spielen diesmal ausschließlich Kino-Niemande groß auf. Allen voran der formidable Theatermann Michael Stuhlbarg, der titelgebende seriöse Herr namens Larry Gopnik. Er ist Physikprofessor, verheiratet, zwei Kinder. Beim medizinischen Routinecheck lernt der Zuschauer ihn kennen. An dessen Ende wird ihm beste Gesundheit attestiert, die wird er in der Folge dringend brauchen. Denn zu Hause ereilt Larry eine Hiobsbotschaft: Gattin Judith will die Scheidung, um Sy Ableman, Freund der Familie und seit zwei Jahren Witwer, zu heiraten. Warum, will der Gatte wissen... und schon landet er zunächst auf der Wohnzimmercouch und bald darauf im Motel. Bei den Coens haben die Frauen gern die Hosen an, und gegen jüdische Mütter ist kein Kraut gewachsen. Das macht schon der Jiddisch gehaltene Vorspann klar, eine kleine Geschichte aus dem Shtetl, in der eine resolute Ehefrau dem Dybbuk die Tür weist - nachhaltig und endgültig. Wie diese Mär zur Handlung passt, kann jeder für sich deuten, derweil die darauffolgende Dekonstruktion von Larrys scheinbar perfektem Sechzigerjahre-Mittelklasseleben eine ganz eindeutige Sache ist. "Receive with simplicity everything that happens to you", sagt Rabbi Rashi. Diesem Filmmotto wird sich Larry stoisch beugen.

Ihm dabei zuzusehen ist schmerzhaft komisch. Genickschlag folgt Genickschlag. Messerscharf sind die Dialoge, von unerbittlicher Konsequenz ist das Drehbuch der Coens, das immer wieder durch groteske Situationen aufgebrochen wird etwa wenn Larry vom Dach aus der schönen Nachbarin beim textilfreien Sonnenbad zusieht und sich dabei einen Sonnenbrand holt. Oder ausgerechnet er dem Rabbi erklären muss, was ein Gett, eine kirchlich sanktionierte Scheidung, ist, die seine Frau braucht, um wieder heiraten zu dürfen. Nicht zu vergessen der Goi, dessen Zähne auf der Rückseite hebräische Buchstaben zieren. Warum? Wer weiß, egal. Die Geschichte ist einfach gut. Wie (eigentlich) immer bei den beiden Oscar-Preisträgern ("No Country for Old Men"), die aller Absurdität zum Trotz nie etwas dem Zufall überlassen. Perfekt kommentiert Carter Burwells Score die makellos komponierten Bilder von Roger Deakins, der hier bereits zum zehnten Mal für die Geschwister das Licht setzt. Und auch der leitmotivisch eingesetzte Jefferson-Airplane-Klassiker "Somebody to Love" ist nur die Popvariante von Rashi: "When the truth is found to be lies/And all the joy within you dies." Apropos: In der letzten Szene bekommt Larry einen Anruf von seinem Doktor. geh.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 22.01.2010

USA 2009

Länge: 1 h 46 min

Genre: Komödie

Originaltitel: A Serious Man

Regie: Joel Coen, Ethan Coen

Drehbuch: Joel Coen, Ethan Coen

Musik: Carter Burwell

Produktion: Joel Coen, Ethan Coen

Kostüme: Mary Zophres

Kamera: Roger Deakins

Schnitt: Roderick Jaynes

Ausstattung: Jess Gonchor

Website: http://www.seriousman.de/