Ode an die französische Lichterstadt und die Liebe in 18 Kurzfilmen.

Kinostart: 25.01.2007

Die Handlung von Paris je t'aime

Paris, die mythische Stadt der Liebe. Sie ist aufgeteilt in 18 Arrondissements. Und 18 Kurzfilme tragen ihrer urbanen Vielfältigkeit Rechnung - je fünf Minuten lange Beiträge, die das ganze menschliche Spektrum der Metropole widerspiegeln. In "Tuileries" von den Coen-Brüdern landet ein amerikanischer Tourist (Steve Buscemi) in der verstörenden Metro-Hölle. Bei Tom Tykwers "Faubourg Saint-Denis" verliebt sich ein blinder Sprachstudent (Melchior Beslon) in eine Aktrice (Natalie Portman). In "Quartier de la Madeleine" von Vincenzo Natali begegnet ein Reisender (Elijah Wood) einem Vampir.

Über den Zauber von Paris schwärmendes Omnibus-Projekt mit internationaler Starbesetzung, bei denen 18 renommierte Regiemeister wie die Coens ("Fargo"), Gus Van Sant ("Elephant") oder Alexander Payne ("Sideways") Hand angelegt haben.

Eine Südamerikanerin gibt morgens in der Banlieue ihr Baby in der Krippe ab, um sich bei einer vornehmen Familie im 16. Arrondissement als Tagesmutter um das etwa gleichaltrige Kind zu kümmern. Ein US-Tourist erfährt in der Metrostation "Tuileries", dass man nicht ungestraft mit einer Mademoiselle flirten darf.

Ein naiver US-Tourist erfährt an einer Metro-Station, dass man nicht ungestraft mit einer Pariserin flirtet; ein nicht mehr ganz junges Ehepaar will wieder etwas Pep in sein verwaistes Sexleben bringen; eine Südamerikanerin aus der Banlieue gibt ihr Baby in der Krippe ab, um sich bei einer vornehmen Familie um ein etwa gleichaltriges Kind zu kümmern; ein Blinder wird von seiner Freundin verlassen, während auf dem Friedhof Père Lachaise Oscar Wilde zum Leben erwacht und einen Mann vor einem folgenschweren Fehler bewahrt.

Kritik zu Paris je t'aime

In 18 charmanten Kurzfilmen eine Ode an die französische Lichterstadt und die Liebe mit ihren glücklichen und traurigen Seiten.

Paris als Stadt der Liebe ist ein geliebtes, wenn auch abgegriffenes Klischee, auf dass niemand verzichten will. Dem Gefühl in dieser Metropole gehen 21 international renommierte Regisseure, darunter Isabel Coixet, Alexander Payne und Wes Craven, auf ganz unterschiedliche Weise nach (zwei Beiträge wurden leider von Produzentin Claudie Ossard herausgeschnitten, sodass nur noch 18 von 20 Arrondissements als Schauplatz dienen). Das Ganze präsentiert sich als eine Art kollektiver Liebesbrief an die Seinestadt, ein Kaleidoskop von Kontrasten, auch multikultureller. In jeweils fünf Minuten werfen die Macher einen Blick aus sehr persönlicher Perspektive auf das Leben in den verschiedenen Vierteln, mal romantisch, mal tragisch, mal sozialkritisch. So gelingt es Walter Salles, in wenigen Einstellungen Armut und Fremdheit einzufangen, wenn eine Südamerikanerin morgens in der Banlieue ihr Baby in der Krippe abgibt, um sich dann bei einer vornehmen Familie im 16. Arrondissement als Tagesmutter um das etwa gleichaltrige Kind zu kümmern. Mit dem Bild des betörenden Paris brechen die Coen-Brüder: Steve Buscemi hockt als naiver amerikanischer Tourist mit Einkaufstüte in der Metrostation "Tuileries" und lernt am eigenen Leibe, dass man nicht ungestraft mit einer Mademoiselle flirten darf und all die frivolen Geschichten im Reiseführer Makulatur sind.

Die meisten Episoden erzählen aber von der alten und jungen Liebe in all ihren Facetten - ob theatralisch, schwul oder hetero, flüchtig, leidenschaftlich, unerwidert oder grausam. Die einzelnen Kurzfilme im Schatten von Notre Dame oder am Fuße des Montmartre fügen sich zu einem Gesamtkunstwerk, das nicht nur Parisliebhaber begeistern sollte. Vom Ende einer Beziehung berichtet Tom Tykwer. Eine Frauenstimme tönt aus dem Telefon und verkündet ihrem blinden Freund, dass es aus ist. Vor seinem inneren Auge rauscht noch einmal die gemeinsame Zeit vorbei mit Momenten größter Nähe und größter Distanz. Ganz romantisch geht es dagegen bei Bruno Podalydes zu, wenn ein junger Mann fast ausrastet, weil er keinen Parkplatz findet und dabei jammert, keine Partnerin zu kriegen. Und siehe da, Wunder gibt es immer wieder - eine junge Frau fällt genau vor seinem Auto in Ohnmacht und sitzt bald an seiner Seite, vielleicht für immer. C'est la vie! Paris eben. mk.

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