Vielfach preisgekrönter Erstlingsfilm über einen drogensüchtigen Lehrer und seine Beziehung zu seiner Schülerin.

Kinostart: 27.03.2008

Ryan Gosling

Ryan Gosling
als Dan Dunne

Shareeka Epps
als Drey

Anthony Mackie

Anthony Mackie
als Frank

Tina Holmes
als Rachel

Collins Pennie
als Mike

Monique Curnen
als Isabel

Deborah Rush
als Jo Dunne

Karen Chilton
als Karen

Jay O. Sanders
als Russ Dunne

Nicole Vicius
als Cindy

Tristan Wilds
als Jamal

Bryce Silver
als Bernard

Sebastian Sozzi
als Javier

Handlung

Dan Dunne (Ryan Gosling) arbeitet als Sport- und Geschichtslehrer an einer innerstädtischen Highschool und hat einen guten Draht zu seinen Schülern. Was niemand ahnt: Er ist kokainabhängig und fühlt sich einsam. Eines Tages erwischt ihn seine Schülerin Drey (Shareeka Epps) beim Trip. Zwischen der früh erwachsen gewordenen 13-jährigen und dem Lehrer entwickelt sich eine Freundschaft, die Drogendealer Frank (Anthony Mackie) rücksichtslos bedroht.

Nüchtern, zurückhaltend und unsentimental nähert sich Ryan Fleck in seinem Erstling einer ungewöhnlichen Freundschaft, die von Widersprüchlichkeiten des Lebens gezeichnet ist und der starken Leistung beider Akteure - Gosling wie Epps - ungemein profitiert.

Tagsüber unterrichtet Dan Dunne an einer innerstädtischen Highschool, abends kokst er und lebt ein Leben in Einsamkeit. Als ihn seine Schülerin Drey high erwischt, entwickelt sich eine Freundschaft zwischen der erwachsen wirkenden 13-Jährigen und dem manchmal kindlich erscheinenden Lehrer. Dreys Kontakte zu einem Drogendealer kann Dunne nicht unterbinden, aber sie führen zu einem Vorfall, der vielleicht beiden die Augen öffnet.

Tagsüber unterrichtet Dan Dunne an einer innerstädtischen Highschool, abends kokst er und lebt ein Leben in Einsamkeit. Als ihn seine Schülerin Drey high erwischt, entwickelt sich eine Freundschaft zwischen der erwachsen wirkenden 13-Jährigen und dem manchmal kindlich erscheinenden Lehrer. Schnell erfährt Dunne, dass Dreys Bruder Frank sein Drogendealer war. Die Kontakte ihm kann Dunne nicht unterbinden, aber sie führen zu einem Vorfall, der vielleicht beiden die Augen öffnet.

Kritik

Unsentimentaler Erstlingsfilm über die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem drogenabhängigen Lehrer und seiner Schülerin.

Aufmerksamkeitsmagnet dieser Entdeckung vom Sundance Filmfestival 2006 ist die zurückgenommene, subtile Darstellung von Ryan Gosling, mit der sich der langjährige Geheimtipp sogar die erste Oscarnominierung erspielte. In Goslings Performance verdichtet sich der gesamte Ansatz des Films, der unaufgeregt beobachtet, nichts übererklärt, keine Melodramatik oder Wertungen zulässt und auch ohne stereotype Auflösung ein harmonisches Ende findet. Das Drehbuch von Autor-Regisseur Ryan Fleck und Anna Boden erweitert Flecks Kurzfilm "Gowanus, Brooklyn". Goslings Figur Dan Dunne wird dabei als eigentlich geborenen Lehrer gezeichnet, der ohne märchenhaften Idealismus mit den Realitäten arbeitet und mühelos Zugang zu den oft perspektivelosen Kids bekommt. Dunne ist der Sportcoach der Kids, vor allem aber ihr Geschichtslehrer und damit eine prägende Persönlichkeit. Er versucht den Schülern das Chaos der erlebten Welt und die Möglichkeiten außerhalb davon besser verstehen zu lernen. Geschichte ist Veränderung, sagt Dunne, aber auch Wiederholung und Stagnation, wie er selbst beweist. Seine Ex-Freundin konnte ihr Drogenproblem überwinden, für ihn aber ist das abendliche Koks immer noch der einzig probate Umgang mit den Widersprüchlichkeiten des Lebens und der Enttäuschung, die er für sich selbst darstellt. Obwohl er kraftlos in die Schule schlurft, leicht fahrig wirkt, bleibt die Sucht sein Geheimnis, bis ihn eine Schülerin auf dem Crack-Trip entdeckt. Drey (ähnlich bravourös wie Gosling: Shareeka Epps) ist erst 13, doch ihr Gesicht hat nichts Kindliches mehr, ist Spiegel ihrer Erfahrungen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft, die vor allem die Kreise eines Drogendealers stört. Frank ist Dreys Bruder, der im Knast sitzt, etwas schuldig, bemüht sich um das Mädchen, um sie als Kurier einzusetzen. Dunne versucht, ihn auf Distanz zu halten, bis ihm Frank vorhält, dass auch er ihn als schlechte Gesellschaft empfindet. Beide Figuren behalten Geheimnisse, zeigen Widersprüchlichkeiten. Am dramatischen Höhepunkt des Films wird Drey ihr Mittler - ein Moment, der auch dem taffen Mädchen am nächsten Morgen eine Träne entlockt. Wie in dieser Szene ist der Close-up das Stilprinzip von "Half Nelson". Das ist, wie die Handkamera, zum Teil Budget-bedingt, aber nicht beliebig. Flecks Film erarbeitet sich Intimität und ist auch zwischenmenschlich eine filigrane Nahaufnahme. kob.

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Info

Plakat des Films: Half Nelson
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 27.03.2008

USA 2006

Länge: 1 h 50 min

Genre: Drama

Originaltitel: Half Nelson

Regie: Ryan Fleck

Drehbuch: Ryan Fleck, Anna Boden

Produktion: Lynette Howell, Jamie Patricof, Rosanne Korenberg, Anna Boden, Alex Orlovsky

Kamera: Andrij Parekh

Schnitt: Anna Boden

Website: http://www.halfnelson.de