Drama über "die Grauzone" von Auschwitz und den Häftlingsaufstand im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau am 7. Oktober 1944.

Kinostart: nicht bekannt

David Arquette

David Arquette
als Hoffman

Daniel Benzali
als Schlermer

Steve Buscemi

Steve Buscemi
als Abramowics

Harvey Keitel
als Oberschaarf. Erich Muhsfeldt

Natasha Lyonne
als Rosa

Mira Sorvino
als Dina

Michael Stuhlbarg
als Cohen

Velizar Binev
als Moll

George Zlatarev
als Lowy

Allan Corduner
als Dr. Nyiszli

David Chandler
als Rosenthal

Henry Stram
als Mengele

Lisa Benavides
als Anja

Dimitar Ivanov
als alter Mann

Shirly Brener
als Gefangene

Lee Wilkof
als Mann mit Uhr

Jessica Hecht
als Ehefrau

Brian F. O'Byrne
als Folterer

Kamelia Grigorova
als M

Dafina Katzarrska
als Gefangene

Donka Avramova
als Gefangene

Rumena Trifonova
als Gefangene

Simeon Vladov
als SS-Mann

Die Handlung von Die Grauzone

Auschwitz 1944. Im Austausch für marginal bessere Versorgung und die Aussicht, den sicheren Tod für ein paar Monate hinaus zu zögern, verdingen sich einige jüdische Lagerhäftlinge sehr zum Unmut ihrer Leidensgenossen als Helfer ihrer Peiniger und Mitglieder so genannter Sonderkommandos. Was weder die Nazis noch die normalen Insassen ahnen: Intern arbeiten die Kollaborateure an einer Verschwörung zum bewaffneten Aufstand.

Auf der wahren Geschichte von Dr. Miklos Nyiszli, dem von Josef Mengele persönlich erwählten Oberpathologen von Auschwitz, basiert dieses fesselnde, mit Leuten wie David Arquette, Mira Sorvino, Steve Buscemi und Harvey Keitel hochkarätig besetzte Drama von Tim Blake Nelson ("Eye of God").

Ungarische Juden des Sonderkommandos vom Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau beteiligen sich 1944 an den Vorbereitungen zum Aufstand. Weiblichen Zwangsarbeiterinnen einer Munitionsfabrik gelingt es, ihnen heimlich Schießpulver zukommen zu lassen. Die Planungen geraten in Gefahr, als ein Mädchen lebend unter den Ermordeten in der Gaskammer gefunden wird.

Im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau arbeitet ein streng isoliertes "Sonderkommando" jüdischer Häftlinge 1944 in den Krematorien und den Gaskammern. Als kleine Rädchen in der nationalsozialistischen Tötungsmaschinerie tragen sie zur Vernichtung der eigenen Leute bei. Unterstützt von weiblichen Mithäftlingen, die ihnen aus der Waffenfabrik Schießpulver zuschanzen, planen die Männer einen Aufstand. Doch der Versuch zur Befreiung Tausender wird durch die Mission zur Rettung eines einzelnen Mädchens in Gefahr gebracht.

Kritik zu Die Grauzone

In einer Grauzone - im übertragenen, moralischen Sinn - es gibt kein Schwarz und kein Weiß - und im buchstäblichen - von der Asche der Toten bedeckt - befinden sich die Protagonisten in diesem erschütternden, schonungslos-lakonischen Drama über das Vernichtungslager Auschwitz. Tim Blake Nelson - als Schauspieler aus "O Brother, Where Art Thou?" bekannt - inszenierte sein Theaterstück für die Leinwand unemotional und ohne den ruhigen Kamerablick von schlimmsten Gräuel ab zu wenden, eine schmerzhafte Erfahrung für den Zuschauer.

Nach den Erinnerungen des überlebenden jüdischen Arztes Miklos Nyiszli, der dem berüchtigten Dr. Mengele bei seinen Versuchen assistierte, erzählt Nelson von einem Sonderkommando, das sich am KZ-Aufstand vom Oktober 1944 beteiligte. Die Angehörigen des Sonderkommandos bekamen Sonderrationen, durften länger leben und sich von den Besitztümern der vergasten Menschen nehmen. Dafür führten sie die frisch angekommenen "Zugladungen" in die Umkleideräume vor die Gaskammer, holten ihre Leichen heraus und verbrannten sie in den Öfen. Der Rauch, die Asche setzte sich in ihrer Kleidung fest, auf ihre Gesichter. Tim Blake Nelson zeigt ihren schrecklichen Alltag, die Kamera stoppt zumindest vor der Tür zur Gaskammer. Man hört nur Schreie und Strampeln. Sonst bleibt dem Zuschauer nichts von der zutiefst grausamen Situation der Kzler erspart: SK-Mann Hoffmann ("Scream"-Polizist David Arquette), schlägt im Umkleideraum einen Mann tot, weil der ihm seine Uhr nicht geben wollte. Doch als er unter den Leichen ein wie durch ein Wunder noch atmendes Mädchen findet, setzt er alles daran, es zu retten. Zumindest eine Zeit lang. Währenddessen laufen die Vorbereitungen zur Zerstörung der Krematorien auf Hochtouren, denn mit einer Flucht- oder Überlebensmöglichkeit beim Aufstand rechnet (fast) keiner der Insassen. Die Munition schmuggelnden Frauen (Natasha Lyonne und Mira Sorvina mit ihren kurzgeschorenen Haaren kaum wieder zu erkennen) werden von den Wärtern gefoltert. Als das nicht fruchtet sehen sie mit an, wie ihre Mitgefangenen eine nach der anderen erschossen werden statt zu verraten, wer am geplanten Aufstand beteiligt ist. Es gibt keine "Guten" in dem menschenverachtenden System des KZ.

Nelson, der zusammen mit der Indieschmiede Killer Films und Harvey Keitel, der den deutschen Aufseher des Sonderkommandos spielt, neben dem Schreiben, Inszenieren und Cutten auch produzierte, blieb der grausamen Geschichte treu. So realistisch seine Erzählweise - nur der Off-Text des toten Mädchens am Ende bricht damit - so realistisch sind auch Ausstattung und Kostüm. Das Lager wurde maßstabsgetreu am rumänischen Drehort nachgebaut.

Nachdem der Film wider das Vergessen - ein Wunsch, den auch eine Figur im Film äußert - seit 2001 auf Festivals weltweit sein Publikum bewegte, startet er nun zum 60. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz in den deutschen Kinos. hai.

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Info

Plakat des Films: Die Grauzone
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: nicht bekannt

USA 2001

Länge: 1 h 48 min

Genre: Drama

Originaltitel: The Grey Zone

Regie: Tim Blake Nelson

Drehbuch: Tim Blake Nelson

Buchvorlage: Tim Blake Nelson

Musik: Jeff Danna

Produktion: Christine Vachon, Tim Blake Nelson, Pamela Koffler, Danny Lerner, Avi Lerner

Kostüme: Marina Draghici

Kamera: Russell Lee Fine

Schnitt: Tim Blake Nelson, Michelle Botticelli

Ausstattung: Maria Djurkovic

Website: http://www.grauzone-derfilm.de/