Das deutsche "Million Dollar Baby": Eine junge Außenseiterin in der ostdeutschen Provinz versucht, ihren Weg als Boxerin zu finden.

Kinostart: 09.02.2006

Manon Straché
als Anne

Devid Striesow
als Mario

Teresa Weißbach
als Mandy

Karoline Teska
als Kathrin

Winfried Glatzeder
als Stellas Vater

Marc Richter
als Ali

Bruno F. Apitz
als Szabo

Denise Ilktac
als Sahra

Jana Wagenhuber
als Jeanette

Carmen-Maja Antoni
als Sachbearbeiterin

Jessica Kosmalla
als Kundin

Richard Heidinger
als Filialleiter

Die Handlung von Die Boxerin

Die 19-jährige Joe (Katharina Wackernagel) aus Eberswalde hat keinen Bock, gängigen Girlie-Klischees zu entsprechen. Lieber braust sie auf ihrem Moped durch die Gegend, wenn sie nicht gerade mit Freundin Stella (Fanny Staffa) ein Bierchen zischt oder ihrem Chef die Klamotten vor die Füße wirft. Warum also nicht aus der Not eine Tugend machen und die Aggressionen im lokalen Boxclub in sozialverträgliche Bahnen lenken. Die männlichen Sportkameraden sind misstrauisch, aber Joe beißt sich durch.

Kein deutsches "Million Dollar Baby", sondern eine lebensnahe Milieustudie erwartet den Kinogänger im dffb-Abschlussfilm von Catharina Deus.

Die fast erwachsene Joe, eine ruppige Außenseiterin, fristet ihr Dasein irgendwo in der ostdeutschen Einöde um Eberswalde. Der Vater ist tot, die Mutter ohne Perspektive, und sie selbst Stammgast auf dem Arbeitsamt. Einzigen Halt geben ihr ihr altes Moped, ihre flippige Freundin Stella und die verehrten Boxer-Devotionalien des toten Vaters. Eines Tages bedrängt sie den befreundeten Boxstall-Besitzer Igor, sie zu trainieren.

In der brandenburgischen Provinz der Nachwendezeit versucht die 17-jährige Johanna ihren Platz im Leben zu finden. Doch die rebellische Außenseiterin ist allein auf sich gestellt. Ihr Vater ist tot, die Mutter ohne Perspektive und sie selbst verliert wegen ihrer rotzigen Art einen Job nach dem anderen. Ein wenig Abwechslung bieten nur ihr altes Moped, Freundin Stella und die Erinnerungsstücke an ihren Vater, der Boxer war. Da beschließt Johanna, in die Fußstapfen des Vaters zu treten und bittet Boxstall-Besitzer Igor, sie zu trainieren.

Kritik zu Die Boxerin

Dass auch in Deutschland fernab des "Gottes Fußball" ein Sportthema im Kino funktionieren kann, beweist Catharina Deus rotziger dffb-Abschlussfilm "Die Boxerin" mit einer großartigen Katharina Wackernagel.

"Wir sind nicht arm, wir haben nur kein Geld", umreißt die fast erwachsene Johanna ihre finanzielle und emotionale Situation. Joe, wie die ruppige Außenseiterin im Armeeparka von allen nur androgyn genannt wird, vegetiert irgendwo in der ostdeutschen Einöde um Eberswalde. Der Vater ist tot, die Mutter ohne Perspektive, und sie selbst ist Stammgast auf dem Arbeitsamt, da der aufbrausende Trampel alle paar Monate die Arbeitsstelle verliert. Einzigen Halt geben ihr das alte Moped, mit dem Joe durch die Gegend tuckert, ihre flippige Freundin Stella und die verehrten Boxer-Devotionalien des toten Vaters. Eines Tages bedrängt sie erneut den befreundeten Boxstall-Besitzer Igor, sie zu trainieren. Doch ab da muss es Joe nicht nur gegen ihren eigenen Körper, sondern auch gegen die rabiaten Vorurteile der männlichen Sportkameraden und gegen die provinzielle Enge mitsamt erstem Liebesfrust aufnehmen.

Wer hier ein Remake von Eastwoods "Million Dollar Baby" vermutet, liegt falsch. Während beim Altmeister aus Hollywood definitiv der Sport im Vordergrund steht und sich seine Hauptfigur nur durch ihn den gesellschaftlichen Aufstieg erkämpfen kann, so zeigt die dffb-Absolventin Catharina Deus, dass Sport lediglich einer von vielen Motoren sein kann für ein so genanntes erfülltes Leben. Körperertüchtigung kollidiert ständig mit den alltäglichen Unzulänglichkeiten, und um das zu untermauern, halten die jungen Menschen im Film fast in jeder Szene eine Zigarette oder eine Flasche Bier in der Hand. Mit schnodderigen Sprüchen (etwa: "Ich bin nicht verrückt, ich sehe nur so aus"), karg gehaltenen Landschaftsaufnahmen (Kamera: Birgit Möller) und einer ungekünstelten Nähe zu den Charakteren ist Deus' ein kleines feines Provinzfilmchen gelungen, das trotz seiner 105 Minuten kurzweilig und in der Personenzeichnung frech, aber warmherzig daherkommt. Neben großartigen Nebenrollen glänzt vor allem Katharina Wackernagel, die ihre Wandlung vom hässlichen Entlein zur selbstbewussten Sportlerin fast dokumentarisch demonstriert. aw.

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Info

Plakat des Films: Die Boxerin
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 09.02.2006

Deutschland 2005

Länge: 1 h 52 min

Genre: Drama

Originaltitel: Die Boxerin

Regie: Catharina Deus

Drehbuch: Martina Klein

Musik: Birgit Staudt

Produktion: Jörg Trentmann, Susann Schimk, Mario Stefan, Clarens Grollmann

Kostüme: Birgitt Kilian

Kamera: Birgit Möller

Schnitt: Daniela Boch, Svenja Cussler

Ausstattung: Jörg Prinz