Politdrama um Fritz Bauer, der als Generalstaatsanwalt in der jungen Bundesrepublik dafür kämpfte, NS-Verbrecher ihrer gerechten Strafe zuzuführen.

Kinostart: nicht bekannt

Ulrich Noethen

Ulrich Noethen
als Fritz Bauer

David Kross

David Kross
als Joachim Hell

Dieter Schaad
als Konrad Adenauer

Bernhard Schütz
als Hans Maria Globke

Nathalie Thiede
als Annette Hell

Attila Borlan
als Dr. Kr

Uwe Bohm
als Efraim Ilani

Hede Beck
als Ilona Sch

Godehard Giese
als Staatsanwalt Steuber

Ronald Kukulies
als Kunze

Lasse Myhr
als Thomas Harlan

Andrea Vagn Jensen
als Anna Maria

Karl Knaup
als Haim Cohn

Frank Röth
als Georg August Zinn

Gustav Peter Wöhler
als Ludwig Erhard

Vilmar Bieri
als Adolf Eichmann

Kritik

Stephan Wagner setzt dem von Ulrich Noethen vortrefflich verkörperten Nazijäger Fritz Bauer ein sehenswertes filmisches Denkmal.

Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer hat sich vor gut 50 Jahren große Verdienste erworben, weil er gegen erbitterte Widerstände aus den eigenen Reihen hochrangigen Nazigrößen nachstellte, die in der jungen Republik längst wieder an den Hebeln der Macht saßen. Nach zwei Kinoproduktionen folgt nun ein TV-Drama von Grimme-Preisträger Stephan Wagner. Sein Film hat nur einen Fehler: Er wirkt wie ein Remake von Lars Kraumes "Der Staat gegen Fritz Bauer", zumal sich das Drehbuch von Alex Buresch ebenfalls auf die Jagd nach Adolf Eichmann konzentriert. Parallelen bei den historischen Fakten lassen sich naturgemäß nicht vermeiden. Verblüffend ist jedoch, dass auch Buresch einen fiktiven Staatsanwalt ins Spiel bringt, den Bauer zu seinem engsten Vertrauten macht. Allerdings geht der Autor noch einen Schritt weiter: Der junge Mann steht auf der Lohnliste des Bundesnachrichtendienstes und soll seinen Chef bespitzeln. Außerdem bringen Buresch und Wagner deutlich mehr politischen Hintergrund ins Spiel; seine Spannung bezieht der Film nicht zuletzt aus der Frage, ob die Aussagen Eichmanns Mitglieder der Adenauer-Regierung zu Fall bringen werden. Gespielt ist das ohnehin vorzüglich. Ulrich Noethen versieht den unbeugsamen Streiter mit viel Härte nach innen wie nach außen, sodass die Sympathie für diesen Mann allein durch Empathie entsteht. Seinen jungen Mitarbeiter spielt David Kross, auch er mit seinem bubenhaften Gesicht eine interessante Wahl, weil sich der anfangs naive junge Jurist im Verlauf der Handlung zum Mitstreiter wandelt. Irritierend sind allerdings viele oftmals unnötig wirkende Schnitte, weil sie den Rhythmus des Films unnötig stören. Als Verbeugung vor einem aufrechten Demokraten und Patrioten ist "Die Akte General" trotzdem ein ganz besonderer Fernsehfilm. tpg.

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Info

Plakat des Films: Die Akte General

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2015

Genre: Drama

Originaltitel: Die Akte General

Regie: Stephan Wagner

Drehbuch: Alexander Buresch

Produktion: Nico Hofmann, Jochen Laube, Leif Alexis, Benjamin Benedict

Kostüme: Sylvia Risa

Kamera: Thomas Benesch

Schnitt: Susanne Ocklitz

Ausstattung: Wolfgang Arens