Robert De Niros zweite Regiearbeit erzählt methodisch und ambitioniert von der Entstehungsgeschichte des CIA, mit Matt Damon als einem der fiktionalisierten Gründungsväter.

Kinostart: 15.02.2007

Matt Damon

Matt Damon
als Edward Wilson

Robert De Niro

Robert De Niro
als Bill Sullivan

Angelina Jolie

Angelina Jolie
als Clover Wilson

Alec Baldwin
als Sam Murach

Tammy Blanchard
als Laura

Billy Crudup
als Arch Cummings

Keir Dullea
als Senator John Russell

Michael Gambon
als Dr. Fredericks

Martina Gedeck
als Hanna Schiller

William Hurt
als Philip Allen

Timothy Hutton
als Thomas Wilson

Mark Ivanir
als Valentin Mironov #2

Gabriel Macht
als John Russel Jr.

Lee Pace
als Richard Hayes

Joe Pesci
als Joseph Palmi

Eddie Redmayne
als Edward Wilson, Jr.

John Sessions
als Valentin Mironov #1/ Yuri Modin

Oleg Stefan
als Ulysses/ Stas Siyanko

John Turturro
als Ray Brocco

Die Handlung von Der gute Hirte

1939, der Zweite Weltkrieg hat begonnen. Der blaublütige Yale-Student Edward Wilson (Matt Damon) wird in die mächtige "Skull & Bones"-Verbindung aufgenommen. Seine unbedingte Loyalität erregt das Aufsehen von FBI Agent Murach (Alec Baldwin). Als Wilson seinen Lehrer Fredericks (Michael Gambon) als Nazi-Sympathisanten an die Behörden verrät, beginnt er eine Karriere beim neu gegründeten OSS-Nachfolger CIA. Nach der Ehelichung von Senatorentochter Clover (Angelina Jolie) warten Auslandseinsätze in Europa auf ihn.

Schauspieler-Fürst Robert De Niro nimmt zum zweiten Mal hinter der Kamera Platz, um die Gründerjahre des US-Geheimdienstes CIA in einer stargespickten Geschichtslektion darzustellen. Ein elektrisierendes, brillant gespieltes Porträt mit Thriller-Qualitäten.

Edward Wilson wird 1939 als Yale-Student vom FBI rekrutiert, um seinen Englisch-Professor als Nazisympathisanten zu überführen. Aus Pflichtgefühl heiratet er die von ihm geschwängerte Clover, verbringt aber sechs Jahre im Auftrag des OSS in Übersee. Sein von ihm vernachlässigter Sohn tritt in die Fußstapfen des Vaters und geht zur CIA.

Edward Wilson, strebsamer Yale-Student, tritt 1939 der geheimen Bruderschaft der "Scull and Bones Society" bei, aus der reihenweise künftige Führungskräfte der Politik hervorgehen. So auch er. Denn schon bald wird er angeworben, seinen Englisch-Professor auszuspionieren - nur der Beginn einer steilen Geheimdienstkarriere. Doch die hat auch ihren Preis. Seine Frau distanziert sich immer mehr von ihm und auch der Kontakt zum geliebten Sohn will sich nicht wirklich einstellen. Am Höhepunkt seiner Macht steht Wilson schließlich alleine da.

Kritik zu Der gute Hirte

Robert De Niros zweite Regiearbeit erzählt methodisch und ambitioniert von der Entstehungsgeschichte des CIA, mit Matt Damon als einem der fiktionalisierten Gründungsväter.

Das Originaldrehbuch des mit "München" bereits in politischer Intrige geübten Autors Eric Roth stellt sich im Einklang mit seiner geheimniskrämerischen Prämisse als komplexe Angelegenheit dar. Den Trend von nicht chronologischen Zeitschlaufen aufgreifend, pendelt das mit hochkarätigem Ensemble besetzte Spionagedramas wiederholt zwischen 1961, 1939 und den Jahren dazwischen. Als Ausgangspunkt dient die Schweinebucht-Operation des CIA, die fehlschlug, da Fidel Castro durch einen Spitzel vorgewarnt war. Die Suche nach und Enttarnung dieses Verräters bildet die Suspense-Einklammerung des penibel recherchierten Thrillers.

Als Protagonist fungiert Edward Wilson (Damon), der 1939 als Yale-Student vom FBI rekrutiert wird, seinen Englisch-Professor als Nazisympathisanten zu überführen. Aus Pflichtgefühl heiratet der Karriere orientierte Musterstudent die von ihm geschwängerte Clover (Angelina Jolie), begibt sich aber kurz darauf aufgrund seiner neuen Anstellung beim OSS (Vorläufer des CIA) nach Übersee. Sechs Jahre später kehrt der verschlossene Bürokrat zurück in die Heimat. Die beiden Eheleute, die sich ohnehin kaum kannten, sind inzwischen völlig entfremdet. Wilsons vernachlässigter Sohn hingegen betet ihn an und tritt zunächst beim "Skull & Bones"-Geheimbund und später beim CIA in die Fußstapfen seines Vaters. Alldieweil ist Wilson Senior mit diversen Komplikationen des Kalten Krieges und internen Schwierigkeiten beschäftigt, dass ihn seine eigene familiäre Tragödie kaum zu berühren scheint.

De Niro, der auch in einer kleinen Rolle glänzt, zeigt sich in seiner ersten Inszenierung seit seinem Debüt "In den Straßen der Bronx" (1993) vom ähnlich angelegten Klassiker "Der Pate II" inspiriert. Dessen Regisseur Francis Ford Coppola tritt als ausführender Produzent auf und war ursprünglich selbst für die Regie vorgesehen. In diesem Fall wäre das Tempo der fast dreistündigen Spionage-Saga wohl etwas weniger schwerfällig ausgefallen. Positiven Eindruck dieses nach Machart einer großen Oper konzipierten Stücks Politgeschichte machen die stimmige Kameraarbeit, der dazu passende Score, das zeitgemäße Produktionsdesign und die eleganten Kostüme. Damon, der deutlich unterkühlter spielt als in seinen "Bourne"-Filmen, ist die perfekte Besetzung: Ihm nimmt man den kalten Intellekt der Hauptfigur jederzeit ab, ohne dass sie langweilig erscheinen würde. Was auf den ganzen Film zutrifft: Selten war mehr Info spannender verpackt als hier. ara.

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Info

Plakat des Films: Der gute Hirte
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 15.02.2007

USA 2006

Länge: 2 h 47 min

Genre: Thriller

Originaltitel: The Good Shepherd

Regie: Robert De Niro

Drehbuch: Eric Roth

Musik: Marcelo Zarvos

Produktion: Robert De Niro, Jane Rosenthal, James G. Robinson

Kostüme: Ann Roth

Kamera: Robert Richardson

Schnitt: Tariq Anwar

Ausstattung: Jeannine Oppewall