Die Handlung von Player of Ibiza

Mit der Reality-Sensation „Player of Ibiza“ hat der Sender bisher gigantische Zahlen verbuchen können. Entsprechend gespannt warten die Fans nun auf die neue Season der heißen Dating-Show, in der sich fünf attraktive Boys auf der spanischen Partyinsel ins Herz ihrer sogenannten Queen flirten müssen. Doch „Player of Ibiza“ steht nicht selten auch in der Kritik. Um das Image aufzubessern, sieht sich Senderchef Arne (Martin Brambach) gezwungen, die Show woker zu machen. Bedeutet im Klartext: Geld sparen, weniger Sexismus und mehr Feminismus. Nicht nur Regisseurin Amelie (Larissa Sirah Herden), Kamerafrau Toni (Paula Goos) und Moderatorin Shirin (Altine Emini) wissen: Das KANN nicht funktionieren. Doch da ahnen die drei noch nichts von Arnes sensationellen neuen Ideen.

Statt nach Ibiza geht's für die fünf Player diesmal ins beschauliche Buchholz. Kostet einfach deutlich weniger. Eine Queen gibt's der frauenfeindlichen Kritik entsprechend diesmal auch nicht – doch das müssen die Kandidaten ja nicht erfahren. Apropos Kandidaten: Mit Rich-Kid Anthony (Emil Belton), Rapper Marvin (Charles Booz Jakob), Pumper Tim (Bruno Alexander), Incel Jeppe (Sammy Scheuritzel) und Selfmade-Babo Abdel (Arman Kashani) könnten die Player der Jubiläumsstaffel gar nicht dämlicher gecastet sein...


Kritik zu Player of Ibiza

Uff. Aller guten Dinge sind manchmal eben doch nur zwei: Nach den beiden Sensationshits „Die Discounter“ und „INTIMATE.“ greifen die Produktionsbuddys von Kleine Brüder mit ihrer dritten Eigenproduktion mal so richtig ins Klo. Dabei war die Idee hinter „Player of Ibiza“ eigentlich ziemlich brillant: Via Social Media, insbesondere über TikTok, gingen die Clips der Reality-Mockumentary schon lange vor Release viral, weil viele den Joke nicht erkannten und dachten, dass die ARD jetzt auch eine eigene Dating-Show im RTL-Format im Programm hätte. Der Style passt also definitiv, das muss man Bruno Alexander, Oskar und Emil Belton einfach lassen.

Das Problem hat hier aber drei Buchstaben: ARD. Nachdem Kleine Brüder „Die Discounter“ zuerst für Prime Video, „INTIMATE.“ dann immerhin noch für ProSieben und JOYN inszenierten, hängt sich jetzt also ein Öffentlich-Rechtlicher an den Streaming-Erfolg der Jungs. Und das spürt man. So perfekt die Belton-Zwillinge und Alexander den Ton der gängigen Reality-TV-Szene getroffen haben, so wenig kreativ und vor allem unlustig kommt letztlich „Player of Ibiza“ daher. Von den titelgebenden Playern ist tatsächlich nur Arman Kashani als Abdel so real wie cringe, der Rest der Gang kommt einfach viel zu aufgesetzt daher. Vor allem Bruno Alexander hat seinen Part mal komplett missverstanden: Als Pumper mit asozialen Tendenzen kann er nur selten wirklich ernst bleiben, was viele Szenen einfach kaputt macht.

Haben sich die Jungs diesmal also zu viel oder zu wenig vorgenommen? Wahrscheinlich macht's die Mischung: Das „Player of Ibiza“-Konzept ist zu groß, die Gagdichte dafür aber schlichtweg zu dünn. Auch bezeichnend: „Player of Ibiza“ erschien schon Anfang Mai – und niemand hat darüber berichtet. Da warten wir doch lieber auf Staffel 4 von „Die Discounter“.

Lohnt sich nicht, weil Kleine Brüder diesmal den Ikarus machen: Nach zwei Sensationserfolgen sind die Boys mit „Player of Ibiza“ einfach zu nah an die Sonne geflogen – und im Streaming-Tümpel der Öffentlich-Rechtlichen abgestürzt.