Die Handlung von Boy Swallows Universe

Brisbane in den 80ern: Für den jungen Eli Bell verschwimmen die Grenzen der Magie und der jugendlichen Unschuld mit der brutalen Realität der Erwachsenenwelt. Sein Vater wird vermisst, sein Bruder ist stumm, seine Mutter kuriert ihre Drogensucht aus, sein brutaler Stiefvater handelt mit Heroin und ein krimineller Wiederholungstäter ist sein Babysitter – dabei will Eli eigentlich nur seinem Herzen folgen und wissen, wie er ein guter Mann werden kann. Doch das Schicksal legt ihm wieder und wieder neue Stolpersteine in den Weg...


Kritik zu Boy Swallows Universe

In Australien kennt ihn jeder, den Coming-of-Age-Bestseller von Trent Dalton. Hierzulande sieht das aber ein wenig anders aus: Wenn ihr nicht gerade zufällig die Zielgruppe seid, dürfte „Boy Swallows Universe“ auch an euch vorbeigegangen sein. Doch die Story des Romans zählt nicht ohne Grund zum australischen Kulturgut – und auch als Miniserie bei Netflix überzeugt das Erwachsenwerden des jungen Eli Bell auf ganzer Linie. Wichtiger Disclaimer: Elis Reise durch die Kindheit, vom jungen Träumer zum Teenager mit bewegter Vergangenheit, ist alles andere als leichte Kost.

Wenn eine Serienfamilie das Prädikat dysfunktional“ verdient hat, dann die von Eli. Der Trailer verrät's ja schon, auch unsere Synopsis up top fasst die Situation knackig zusammen: Das einzige Familienmitglied ohne kriminellen Background im Hause Bell-Orlik ist unser junger Protagonist. Ein Träumer, der die Magie liebt und das Fantastische nutzt, um dem bitteren Ernst seines Alltags wenigstens für den Moment zu entfliehen.

„Boy Swallows Universe“ ist dabei durch die Bank herausragend gespielt, vor allem der toxische Stiefvater Lyle wird erstklassig, weil extrem komplex und destruktiv von „Vikings“-Star Travis Fimmel verkörpert. Doch auch die Kids, allesamt mit jungen Newcomern besetzt, machen ihre Sache verdammt gut und sorgen dafür, dass wir als Zuschauer mitfühlen und -leiden. Intensiv, bewegend und dabei doch auch eine Ode an diesen einen (un)perfekten Sommer, den jeder von uns irgendwann mal hat, hatte oder haben wird. And yet again: Es soll noch mal einer sagen, im Januar würde nur Trash erscheinen.

Lohnt sich, weil Netflix den Bestseller erstklassig als Miniserie adaptiert hat. Travis Fimmel überragt alle, erzählerisch ist „Boy Swallows Universe“ ebenfalls ganz großes Coming-of-Age-Kino. Aber: Taschentücher bitte nicht vergessen!