Aktuell ist Netflix gleich mehrfach im Fokus der Medien. Während der Streamingdienst unter schwerem Beschuss steht, weil man der deutschen Synchronsprechergilde einen kaum vertretbaren KI-Verwertungsvertrag vorgelegt hat und die Sprecher daher nun streiken, zog sich Netflix jetzt aus den monatelangen Verhandlungen mit Warner Bros. zurück. Wir erinnern uns: Netflix hatte dem zum Verkauf bereiten Label einen Milliardendeal vorgelegt, den Warner nur noch unterzeichnen musste. Doch dann mischte sich Paramount ein und erhöhte das Angebot.
Die Folge: Wie diverse Quellen berichteten, scheint sich Netflix komplett aus den Verhandlungen zurückgezogen zu haben. Demnach sei der Bieterwettstreit in Höhen abgedriftet, die Netflix aus finanzieller Sicht nicht mehr mitgehen wollte. Bedeutet im Umkehrschluss: Warner muss jetzt nur noch zustimmen und Paramount gehört das komplette Portfolio – für schmale 111 Milliarden US-Dollar respektive 31 US-Dollar je Aktie.
Wie unter anderem die Tagesschau berichtete, habe Netflix noch die Option gehabt, den dreistelligen Milliardenbetrag zu toppen, sah jedoch von einem weiteren Gebot ab. Noch ist aber nichts fix: Aktuell ist die kalifornische Staatsanwaltschaft in Person von Rob Bonta dabei, eine Wettbewerbsprüfung durchzuführen. Erst danach wird darüber entschieden, ob die geplante Warner-Übernahme durch Paramount durchgeht.
Sollte der Deal tatsächlich über die Bühne gehen, sichert sich Paramount eines der umsatzstärksten, gleichzeitig aber auch kostspieligsten Portfolios der Welt. Auf der einen Seite würden dann Franchises wie das neue DCU, „Matrix“, „Harry Potter“ oder auch „Der Herr der Ringe“ zu Paramount wechseln, auf der anderen Seite bedeutet das für Paramount aber mittelfristig auch massive Investionen, um die bestehenden IPs weiter zu füttern.
Vor allem das neue DCU von James Gunn startet gerade erst so richtig durch. Geplant ist ein umfangreiches Film- und Serienuniversum, für das das zuständige Studio entsprechend tief in die Tasche greifen müsste – und die Fans würden sicherlich keine weitere Absetzung à la Zack Snyder akzeptieren.
