TV-Komödie um eine Boutiqueverkäuferin, die irrtümlich für ein neues Vorstandsmitglied des Mutterkonzerns gehalten wird.

Kinostart: nicht bekannt

Felicitas Woll

Felicitas Woll
als Sara Braun

Torben Liebrecht

Torben Liebrecht
als David Karp

Tatjana Alexander
als Julia Trimmer

Isabell Gerschke
als Nick Hovenwart

Arndt Schwering-Sohnrey
als "Rausschmei

Doris Kunstmann
als Helga Gutbrod

Dietrich Mattausch
als Dr. Imhoff

Stephan Grossmann
als Banker Lehmann

Anna Böttcher

Handlung

Als ihre Filiale geschlossen werden soll, will eine Verkäuferin "denen da oben" mal so richtig die Meinung sagen. Auf der Chefetage hält man Sara allerdings für eine neue Kollegin, die die Modefirma wieder flott machen soll. Rasch erkennt sie, dass irgendjemand buchstäblich Etikettenschwindel betreibt und billigsten Zwirn zu vermeintlich edler Ware verarbeiten lässt. Gemeinsam mit einem schmucken Vorstandskollegen sucht sie nach dem Betrüger, doch dann wird sie selbst enttarnt.

Kritik

Die Geschichte ist schlicht und auch nicht neu, aber hübsch erzählt: Als ihre Filiale geschlossen werden soll, will Verkäuferin Sara (Felicitas Woll) "denen da oben" mal so richtig die Meinung sagen. Aber dann macht sie plötzlich Karriere: Ausgerechnet der hartgesottene Finanzvorstand David Karp (Torben Liebrecht), der indirekt für Saras Rausschmiss verantwortlich ist, hält sie für eine internationale Koryphäe im "Business Development", die die Modefirma Imperial wieder flott machen soll.

Zunächst klopft Sara bloß Sprüche ("Der Fisch stinkt vom Kopf her"), aber dann erkennt sie, dass bei Imperial tatsächlich Einiges im Argen liegt: Irgendjemand betreibt hier buchstäblich Etikettenschwindel und lässt billigsten Zwirn zu vermeintlich edler Ware verarbeiten; und dieses Vorstandsmitglied schaut natürlich nicht tatenlos zu, wie Sara ihm auf die Schliche kommt. Immerhin, Karp ist es nicht. Das wäre auch zu schade, schließlich fühlen sich beide alsbald zueinander hingezogen, obwohl der hübsche, zunächst aber auch recht schnöselige David bei Produktmanagerin Julia (Tatjana Alexander) in festen Händen zu sein scheint und Sara anfangs für eine echte Heimsuchung hält.

In den Filmen von Pro Sieben geht es gewöhnlich immer um das Eine. Gemessen daran ist "Zwei Wochen Chef" nicht nur erstaunlich züchtig, sondern fast schon erwachsen: Das Drehbuch von Carolin Hecht erzählt eine lupenreine Sozialkomödie, die stellenweise verblüffende Ähnlichkeiten zu dem im Frühjahr gezeigten Sat.1-Film "Kein Geld der Welt" hat. Damals war es eine Schuhverkäuferin (Stefanie Stappenbeck), die unfreiwillig in die Welt der Reichen und Schönen aufstieg und die Discount-Kette vom Kopf auf die Füße stellte. Auch die Inszenierung (Annette Ernst, "Mein erster Freund, Mutter & Ich") ist bedeutend bedächtiger, als man es von Pro Sieben gewohnt ist.

All das aber spricht natürlich nicht gegen den Film, zumal einige nette Slapstick-Szenen für viel Vergnügen sorgen: Bei einem Geschäftstermin auf dem Golfplatz zum Beispiel knallt Sara ausgerechnet dem größten Gläubiger von Imperial zielsicher einen Ball an den Kopf und will gar nicht einsehen, dass sich der Mann unter "Einlochen" etwas ganz Anderes vorgestellt hat. Es gibt die üblichen Missverständnisse, und selbstredend gerät die Liebe in Gefahr, als Saras Schwindel auffliegt. Man schaut den Darstellern gerne zu, und die Dialoge haben mitunter Sitcom-Qualität, doch ansonsten ist die Komödie beinahe zahm.

Produziert wurde der Film übrigens von Wiedemann & Berg ("Das Leben der Anderen", "Inferno"), und wer genau hinschaut, wird sie auch im Film entdecken: Das Bankhaus, bei dem Sara und Karp wegen einer Erhöhung des Kredits vorstellig werden, heißt genauso wie ihre Firma. tpg.

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Info

Plakat des Films: Zwei Wochen Chef

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2007

Genre: Komödie

Originaltitel: Zwei Wochen Chef

Regie: Annette Ernst

Drehbuch: Carolin Hecht

Produktion: Kathrin Toboll, Quirin Berg, Max Wiedemann

Kamera: Harald Cremer

Ausstattung: Anne Schlaich