Max Zettl (Michael Bully Herbig) wird über Nacht vom Chauffeur zum Chefredakteur. Er berichtet arglos über Klatsch und Tratsch in der Hauptstadt, bis er auf einen wahren Skandal stößt.

Kinostart: 02.02.2012

Szenenbild aus Zettl mit Michael Bully HerbigMichael Bully Herbig

Michael Bully Herbig
als Max Zettl

Ulrich Tukur

Ulrich Tukur
als Urs Doucier

Harald Schmidt

Harald Schmidt
als Conny Scheffer

Dieter Hildebrandt
als Herbie Fried

Senta Berger
als Mona M

Karoline Herfurth
als Verena

Dagmar Manzel
als Veronique von Gutzow

Sunnyi Melles
als Jacky Timmendorf

Gert Voss
als Alexander Skirkidis

Christoph Süß
als Karl Georg "Wiggerl" Ludwig

Götz George
als Olbrich "Olli" Ebert

Hanns Zischler
als Gaishofer

Handlung

Max Zettl ist ehrgeizig. Für ihn ist, Chauffeur zu sein, nur eine Übergangsbeschäftigung. Mit einer gehörigen Portion Charme und Skrupellosigkeit und Glück wird er in Berlin Chefredakteur einer neuen Online-Publikation. Mit Paparazzo-Urgestein Herbie Fried an seiner Seite ist er bald unterwegs unter den Prominenten der Hauptstadt und einem faustdicken Skandal auf der Spur.

Als Baby Schimmerlos bei einem Mopedunfall in Berlin ums Leben kommt, sieht sein bisheriger Chauffeur Max Zettl seine große Chance gekommen. Er ist gut vernetzt und ehrgeizig und schafft es, einen Schweizer Mäzen dazu überreden, ihm an Schimmerlos' Statt den Posten des Chefredakteurs des neuen großen Hauptstadt-Gesellschaftblatts zu geben. Mit Paparazzo-Urgestein Herbie Fried an seiner Seite ist er bald unterwegs unter den Prominenten der Hauptstadt und einem faustdicken Skandal auf der Spur.

Ein ehemaliger Chauffeur ist als neuer Chefredakteuer eines Berliner Society-Blattes einer großen Geschichte auf der Spur. Bitterböse Mediensatire und Abrechnung mit dem Hauptstadtizrkus von Helmut Dietl, eine späte Fortsetzung von "Kir Royal".

Kritik

Das Warten auf "Zettl" hat sich gelohnt: Mit seiner hinterfotzigen Hauptstadtkomödie zeigt sich Helmut Dietl in Bestform.

Lange musste er reifen, Helmut Dietls Hauptstadtfilm. So lange, dass der Macher selbst längst wieder nach München zurückgekehrt ist - wie es im Verlauf seines Films auch die letzten verbliebenen aufrechten Figuren tun werden, um die kaputten Protagonisten bei ihrer Selbstzerfleischung sich selbst zu überlassen. Eine bitterböse und gallige Abrechnung ist es geworden, mit dem Berliner Politzirkus, der in Dietls Film so verdorben, eitel und kaputt ist, dass einem das Lachen immer wieder im Halse stecken bleibt.

Alle spinnen hier ihre Intrigen, sind immer nur auf den eigenen Vorteil und ein kleines bisschen mehr Macht bedacht in diesem Schreckenskabinett: die Bürgermeisterin von Berlin, die tatsächlich ein Mann ist; der stets dem Kollaps nahe Bundeskanzler, der bei seiner Mätresse immer nur in einen Koma-artigen Tiefschlaf fällt; der Ministerpräsident, der die Dominosteine immer mit dem richtigen Drall anzustoßen versucht; der Schweizer Milliardär, der in Berlin mitspielen will und deshalb das Societymagazin "The New Berliner" aus dem Boden stampft; und schließlich auch der Titelheld Zettl, ehedem Chauffeur des verstorbenen Baby Schimmerlos, der hoch hinaus will, aber feststellen muss, dass andere das Intrigenspiel vielleicht doch noch besser beherrschen.

Wer am längsten lügt, der gewinnt hier in diesem grotesken, aberwitzigen Komödienstadl, den Dietl als virtuoser Marionettenspieler mit regelrecht greifbarem Furor ausreizt. Richtig Spaß macht das erst im letzten Drittel, wenn die jeweiligen Intrigen sich gegenseitig aufzufressen beginnen und die Figuren gezwungen sind, reinen Tisch zu machen. Davor sieht man fasziniert und ein bisschen entsetzt zu, wie Gift und Galle gespritzt wird. Die brillanten Dialoge sind die deutsche Antwort auf die Wortgefechte eines David Mamet, und die geniale Darstellerriege, allen voran Bully Herbig ganz im Geiste eines Franz Xaver Kroetz, die sich in den Dienst dieser Berliner Geschichten - eine wahrhaft unerbittliche Horrorvision - stellt, labt sich daran.

Das gesprochene Wort, es ist der einzige Rettungsanker in diesem virtuos orchestrierten und kompromisslos durchexerzierten Endspiel, das die Medienwelt eines "Late Show", die Filmbranche eines "Rossini" oder die Bussigesellschaft von "Kir Royal", die Dietl vormals so treffsicher seziert hat, harmlos erscheinen lässt. "Vom Suchen und Finden der Liebe" hieß Helmut Dietls letzte Kinoarbeit. Davon ist nichts übrig in dieser verheerenden Satire, die eine Fortsetzung von "Kir Royal" ist, aber vor allem wirkt, als hätte man "Die 120 Tage von Sodom" als Politsatire noch einmal neu gedreht.

ts.

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Info

Kinostart: 02.02.2012

Deutschland 2012

Länge: 1 h 49 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Zettl

Regie: Helmut Dietl

Drehbuch: Helmut Dietl, Benjamin Stuckrad-Barre

Musik: Gerd Baumann

Produktion: Helmut Dietl, Gerhard Hegele, David Groenewold

Kostüme: Bernd Stockinger

Kamera: Frank Griebe

Schnitt: Alexander Dittner

Ausstattung: Albrecht Konrad

Website: http://wwws.warnerbros.de/zettl/

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