In Sundance ausgezeichnetes Kleinstadtdrama über zwei erwachsene Geschwister, die sich nach Jahren erstmals wiedersehen.

Kinostart: nicht bekannt

Laura Linney

Laura Linney
als Sammy Prescott

Mark Ruffalo

Mark Ruffalo
als Terry Prescott

Matthew Broderick

Matthew Broderick
als Brian

Rory Culkin
als Rudy

Jon Tenney
als Bob

Kenneth Lonergan
als Priester

J. Smith-Cameron
als Mabel

Die Handlung von You Can Count on Me

Ohne Ankündigung kehrt Terry nach Jahren wieder in sein Heimatstädtchen im US-Nordosten zurück, um seine Schwester anzupumpen, die hin- und hergerissen ist. Alleinstehend zieht sie ihren achtjährigen Sohn Rudy auf und schlägt sich als Bankangestellte mit dem neuen Filialleiter herum. Die Spannungen mit Terry kulminieren, als der Rudy mit zu dessen leiblichen Vater nimmt.

Nach vielen Jahren kehrt der sympathische, aber hochgradig unzuverlässige Terry in sein verschlafenes Heimatstädtchen zurück, um seine Schwester anzupumpen. Die alleinerziehende Mutter des achtjährigen Rudy, die sich als Bankangestellte über Wasser hält, weiß nicht so recht, ob sie sich über den Besuch ihres Bruders freuen soll. Als Terry sich ein wenig um seinen Neffen zu kümmern beginnt, scheint die Welt noch in Ordnung. Doch dann kommt es zum Eklat, als er plötzlich mit Rudy bei dessen leiblichem Vater auftaucht.

Nach Jahren kehrt Terry plötzlich wieder in seine Heimatstadt im US-Nordosten zurück, um seine alleinerziehende Schwester anzupumpen. Da diese mehr als genug Probleme hat, sind Konflikte vorprogrammiert. Einfühlsames Regiedebüt von Drehbuchautor Kenneth Lonergan, in dem Laura Linney und Mark Ruffalo als gegensätzliches Geschwisterpaar brillieren.

Kritik zu You Can Count on Me

In einem mäßigen US-Kinojahr war das Regiedebüt Kenneth Lonergans Bestätigung, dass eine kleine Geschichte über eine Bruder-Schwester-Dynamik große Wirkung hinterlassen kann. Reif in Personen- und Verhaltensbeobachtung und einem stets kontrollierten Ton ohne Überzeichnung, gefällt "You can count on me" in heiteren und nachdenklichen Momenten und hat in Laura Linney einen Fokus, der den Film mit einer charmanten, witzigen, berührenden, Oscar-reifen Darstellung trägt.

Schon in den ersten Bildern untermauert Lonergan, der zu den Säulen der New Yorker Theaterszene gehört, aber auch im Autorenkarussell Hollywoods ("Reine Nervensache") mitfährt, dass ihm nichts an kalifornischer Melodramatik liegt. Ökonomisch in Wort und Bild etabliert er den biographischen Hintergrund der Geschwister Sammy und Terry, die nach dem Unfall ihrer Eltern als Waisen aufwachsen. Jahre später kündigt der Bruder (Newcomer Mark Ruffalo), der sich weder an Ort, Beruf oder Menschen bisher binden konnte, seinen Besuch bei der älteren Schwester an, die mit ihrem Sohn an ihrem Geburtsort geblieben ist. Wenn nun seine Verantwortungslosigkeit und Impulsivität auf ihre Disziplin und Verkrampfung stößt, kommt es zu den erwarteten Kollisionen, die ihre Perfektion und seinen Verliererstatus schmälern, ohne dass grundlegende Persönlichkeitsmerkmale verloren gehen. Die mal entspannte, mal unter Druck geratene Geschwisterbeziehung wirkt authentisch und erfährt durch Linneys Sohn eine berechenbare, aber sympathische Kleinfamiliendynamik. Trotz der in den Charakteren angelegten Spannung ist der grundlegende Ton des Films warm, heiter und unaufgeregt. Lonergans angenehm unvollkommene, realistisch wirkende Menschen dürfen mehrere Gesichter zeigen. So darf Linneys neuer Chef (Matthew Broderick in einer gut gemeisterten Nebenrolle) mal sympathisch, mal lästig pedantisch sein und sie selbst zwischen liebender Mutter, romantischer Chaotin und selbstbewusster Angestellter einen Platz finden. Lonergans Stärke sind seine nie eindimensionalen Figuren und die für einen Theaterautor eher ungewöhnliche Fähigkeit, mitzuteilen, ohne viel Worte zu verlieren. Wenn Brodericks Frau erstmals ihren Mann im Büro besucht, relativiert sich nonverbal unser Eindruck von ihm - auch für Linney, die danach eine Affäre mit ihm beginnt. Viele Szenen mit der New Yorker Theaterveteranin, die im Kino bisher unter Wert verkauft wurde, zeigen große darstellerische Reife und kontrollierte Ausdrucksfähigkeit. Wenn sie nach dem Motelsex mit Broderick mit ihrem schlechten Gewissen hadert und gleichzeitig über ihre Courage lacht, ist man als Zuschauer in der Komik dieses Augenblicks so gefangen wie am Ende in der Emotionalität ihrer Versöhnung mit dem Bruder. So simpel diese Geschichte auch wirkt, so schwer würde es vielen Filmemachern doch fallen, sie so charmant und doch auch ernsthaft und berührend zu erzählen. Klasse, die dank guter Mundpropaganda hoffentlich auch Kasse machen wird. kob.

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Info

Plakat des Films: You Can Count on Me

Kinostart: nicht bekannt

USA 2000

Länge: 1 h 49 min

Genre: Drama

Originaltitel: You Can Count on Me

Regie: Kenneth Lonergan

Drehbuch: Kenneth Lonergan

Musik: Lesley Barber

Produktion: Barbara De Fina, John Hart, Jeffrey Sharp, Larry Meistrich

Kostüme: Melissa Toth

Kamera: Stephen Kazmierski

Schnitt: Anne McCabe

Ausstattung: Michael Shaw