Erste Hollywood-Produktion, die sich unmittelbar mit dem Terroranschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 auseinandersetzt.

Kinostart: nicht bekannt

Nicolas Cage

Nicolas Cage
als John McLoughlin

Michael Peña

Michael Peña
als Will Jimeno

Maggie Gyllenhaal

Maggie Gyllenhaal
als Alison Jimeno

Maria Bello
als Donna McLoughlin

Stephen Dorff
als Scott Strauss

Jay Hernandez
als Dominick Pezzulo

Michael Shannon
als Dave Karnes

Brad William Henke
als Jerry

Peter McRobbie
als Paul

Frank Whaley
als Chuck Sereika

Wass Stevens
als Pat McLoughlin

Handlung

Als John McLoughlin (Nicolas Cage), Senior Sergeant der New Yorker Hafenpolizei, am Morgen des 11. September der Gattin (Maria Bello) den Abschiedskuss aufdrückt und zur Arbeit fährt, erwartet er einen normalen Arbeitstag. Das ändert sich, als kurz darauf eine vollbesetzte Passagiermaschine in einen Turm des World Trade Center rast, McLoughlin zur Katastrophenhilfe eilt und von dem zusammenbrechenden Gebäude lebendig begraben wird.

Oliver Stone

Am 11. September 2001 jagen in kurzem Abstand zwei Passagierflugzeuge in die Türme des World Trade Center. Während Menschen in dem flammenden Inferno aus den Fenstern springen und andere nach draußen drängen, bemühen sich Polizei und Feuerwehr, die Rettungsmaßnahmen zu koordinieren. Die beiden Polizisten John McLoughlin und William Jimeno sind im Gebäude als es einstürzt und werden von den Trümmern begraben. Verzweifelt arbeitet man an der Rettung der Überlebenden.

Am 11. September 2001 rasen zwei Flugzeuge mit Terroristen im Cockpit in die Zwillingstürme des World Trade Center. Brände über mehrere Etagen brechen aus, Verzweifelte stürzen sich aus den höher gelegenen Stockwerken in den Tod. Zwei Polizisten, John McLoughlin und Will Jimeno, sind unter denen, die sich freiwillig melden, um Überlebende aus den Gebäuden zu evakuieren. Doch dann stürzt der Turm ein, und die beiden werden unter den Trümmern begraben. Ein verzweifelter Überlebenskampf beginnt.

Kritik

Es ist nie zu früh für einen guten Film: Nachdem Paul Greengrass sich dem großen Trauma 9/11 in "Flug 93" mit dokumentarischer Strenge näherte, wählt Oliver Stone für seine Aufarbeitung des verheerendsten Terroranschlags auf amerikanischem Boden einen regelrecht konträren Ansatz: "World Trade Center" setzt der Tragödie in Form eines intensiven Survivaldramas ein Maximum an Emotion entgegen.

Balsam für eine geschundene Volksseele will der Film des einstmals kämpferischsten aller amerikanischen Mainstreamfilmer sein - und womöglich auch eine Wiedergutmachung dafür, dass Stone das konservative Kinopublikum in den Red States zuletzt in "Alexander" mit so etwas Unerhörtem wie einem bisexuellen Feldherren konfrontierte. Denn kontrovers ist an "World Trade Center" nur das Thema selbst, nicht aber dessen Aufarbeitung und der Inhalt. Konsequent vertraut Stone in dem ungewöhnlich konventionell inszenierten Stoff auf das Regelwerk des Melodrams, als müsste man auf Vertrautes bauen, um sich überhaupt inmitten des Wahnsinns dieses Tages zu wagen. Familie, Liebe und Hoffnung sind der Kitt, der bleibt, wenn die Kamera das Trümmerfeld in Downtown Manhattan mit den beiden überlebenden Polizeibeamten John McLoughlin und Will Jimeno nach aufreibenden 120 Minuten endgültig verlässt. Auf ihrer denkbar simplen Geschichte am 11. September 2001 fußt der gesamte Film, der Politik außen vorlässt und den Fokus einzig auf die menschliche Dimension der Tragödie richtet.

Entsprechend sind die ersten Bilder des Films von einem friedlichen, schlafenden New York mit der vertrauten Skyline mit den Twin Towers bereits aufgeladen mit einer furchtbaren Spannung - die Ruhe vor dem Sturm des Jahrhunderts. Mit schnellen Schnitten skizziert Oliver Stone die tägliche Routine der Männer, die gleich in den Mittelpunkt des Films rücken werden: Den nahenden Horror zeigt er nur kurz anhand des vorbei huschenden Schattens von Flug AA 11 auf einem Hochhaus. Ganz nah ist die Kamera an den Polizisten dran, als sie aus dem Alltag gerissen werden und im Bus dem Inferno entgegen fahren, trotz akuter Lebensgefahr in den Nordturm stürmen und beim Einsturz des Gebäudes im Fahrstuhlschacht Zuflucht suchen. Dabei gelingen dem Regisseur außergewöhnlich eindringliche Bilder, von denen der Film bis zum Ende zehrt. Denn was folgt, ist ein Stillleben des Schreckens: Die Hölle auf Erden, das ist hier nicht die Auflösung aller Ordnung an der Oberfläche, sondern die Qual der Beamten McLoughlin und Jimeno, eingeklemmt nicht in der Lage zu sein, irgendetwas zu tun. Ruhig hält die Kamera in Großaufnahme auf die von Schmerz und Verzweiflung gezeichneten Gesichter von Nicolas Cage und Michael Pena, die nur die gemeinsame Unterhaltung am Leben hält. Um die Klaustrophobie nicht völlig unerträglich zu machen, schneidet Stone immer wieder auf ihre Lieben (Maria Bello und Maggie Gyllenhaal) und die Rettungsunternehmungen in Ground Zero. Doch das Zentrum sind die beiden Cops, denen der Film das verweigert, was amerikanische Heroen gemeinhin ausmacht: Sie dürfen keine Männer der Tat sein. Dass ihnen der Film dafür ein Denkmal setzt, macht ihn doch verblüffend subversiv. Und natürlich ungemein emotional: Seiner Tränen muss man sich hier nicht schämen. ts.

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Info

Plakat des Films: World Trade Center
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: nicht bekannt

USA 2006

Länge: 2 h 9 min

Genre: Drama

Originaltitel: World Trade Center

Regie: Oliver Stone

Drehbuch: Andrea Berloff

Musik: Craig Armstrong

Produktion: Michael Shamberg, Stacey Sher, Oliver Stone, Debra Hill, Moritz Borman

Kostüme: Michael Dennison

Kamera: Seamus McGarvey

Schnitt: David Brenner, Julie Monroe

Ausstattung: Jan Roelfs

Website: http://www.worldtradecenter-film.de

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