Cast

Die Handlung von Wochenendrebellen

Jason ist erst zehn Jahre alt, doch schon jetzt weiß er genau, was er will. Das liegt aber viel mehr an seiner Krankheit. Als Autist bevorzugt er es, dass sein Leben in geregelten Bahnen verläuft. Das fängt bei dem Essen an, wo sich keines der Lebensmittel berühren darf. Das kleine Schwesterchen darf auch nicht zu viel mit ihrem Brei kleckern und an der Bushaltestelle darf erst recht niemand auf seinem angestammten Sitzplatz sitzen. Sollte nur eine Kleinigkeit von seinen Regeln abweichen, müssen seine Mitmenschen mit den Wutausbrüchen zurechtkommen.

Das zerrt ziemlich an den Nerven von Mutter Fatime, schließlich ist sie die meiste Zeit mit Jason auf sich allein gestellt, während Papa Mirco die Woche über beruflich stark eingespannt ist. Doch als ein erneuter Ausraster für ein Elterngespräch in der Schule sorgt und die Lehrer dort raten, Jason auf eine Förderschule zu schicken, ist für Fatime und Mirco klar, hier muss eine Lösung her!

Da kommt ihnen der Umstand gerade recht, dass Jason auf der Suche nach einem Lieblingsfußballverein ist. Also schließt Papa Mirco einen Pakt mit ihm. Wenn Jason sich in der Schule anstrengt, nicht wieder auszurasten, schaut er sich mit seinem Sohn jeden einzelnen Fußballverein in ganz Deutschland an. Deal! Wer hätte denn ahnen können, dass Jason auch hier gewisse Regeln aufstellt und erst jede Mannschaft einmal spielen sehen will? Und zwar in einem Heimspiel? Außerdem sollen die Reisen zu den Spielen via Zug stattfinden, schließlich ist dies besser für die Umwelt.

Damit wären die groben Regeln gesteckt, also lasst das Abenteuer beginnen!


Kritik zu Wochenendrebellen

Ich wiederhole mich, aber die interessantesten Geschichten schreibt tatsächlich das Leben. Das aktuellste Beispiel ist der Film „Wochenendrebellen“, der am 28. Mai ins Angebot von Sky & WOW gelangt. Hierbei handelt es sich nämlich um die wahre Vater-Sohn-Geschichte Mirco von Juterczenkas und seinem Sohn Jason.

Damals hat Mirco nichtsahnend einen Blog über die Suche nach dem perfekten Fußballverein für seinen autistischen Sohn geführt. Dieser erfreute sich solch großer Beliebtheit, dass er nicht nur mit einem Grimme-Online-Award ausgezeichnet wurde, sondern bald darauf auch das passende Buch gedruckt und mit „Wochenendrebellen“ nun auch ein Film produziert wurde.

Die Inszenierung des Films oblag Marc Rothemund („Dieses bescheuerte Herz“), der sich an dem Skript von Richard Kropf („Para – Wir sind King“, „Kleo“) orientierte. Hier hört die Starpower selbstverständlich noch lange nicht auf. Denn vor der Kamera bekommt Kinderstar Cecilio Andresen, der zuvor schon in „Franky Five Star“ zu sehen war, namhafte Unterstützung von Aylin Tezel („Macho Man“) und niemand Geringerem als Florian David Fitz („Chantal im Märchenland“).

Mit dieser Expertise hinter und vor der Kamera dürfte „Wochenendrebellen“ doch der totale Überflieger-Film sein, oder nicht? Teils, teils. Das liegt aber eher daran, dass man die Besuche der gut 54 Vereine in einen 100-minütigen Film pressen muss und dann natürlich der Message – der Erkrankung mehr Aufmerksamkeit zu geben – genug Platz einzuräumen. Das ist kaum machbar, weswegen „Wochenendrebellen“ eher zu einem Schnelldurchlauf des Abenteuers verkommt. Es werden manche kritische Themen und Probleme angerissen, aber dann auch genauso schnell wieder zerschlagen. Das bedeutet aber nicht, dass diese bewegende Story nicht direkt ins Herz trifft. Ganz im Gegenteil. Für ein paar feuchte Augen muss man sich nicht schämen.

Lohnt sich, weil der Film zwar förmlich durch das Abenteuer rast, dabei aber nie sein Herz und seine Seele verliert. Natürlich hätten wir uns mehr Mut zur Lücke erhofft, doch manchmal ist dafür einfach kein Platz mehr.