Weihnachtlicher TV-Krimi mit dem Münsteraner Team.

Kinostart: nicht bekannt

Leonard Lansink

Leonard Lansink
als Georg Wilsberg

Oliver Korittke

Oliver Korittke
als Ekki Talk

Rita Russek
als Kommissarin Springer

Ina Paule Klink
als Alex

Roland Jankowsky
als Overbeck

Vittorio Alfieri
als Grabowski

Mandala Tayde
als Nadja

Torsten Michaelis
als Blinder Egon

Tatjana Clasing
als Margot Engel

Aleksandar Jovanovic
als Oswald

David Scheller
als Lothar

Rainer Laupichler
als Friedhelm Thies

Bernhard Schütz
als Bohlsen

Juri Padél
als Siggi

Raphaela Dell
als Juwelierverk

Kritik zu Wilsberg: Oh du tödliche ...

Bei einer Reihe, die seit elf Jahren mit großem Erfolg läuft, sollte man mit aktuellen Superlativen vorsichtig sein. Aber diese "Wilsberg"-Folge basiert auf einem derart gelungenen Drehbuch (Ecki Ziedrich) und ist so ausgezeichnet umgesetzt (Kamera und Regie: Hans-Günther Bücking), dass man allzu leicht ins Schwärmen gerät.

"Oh du tödliche", der Titel deutet es an, ist ein Weihnachtskrimi, und wer die erste Viertelstunde versäumt, hat das Beste schon verpasst: Der Prolog ist eine virtuose Parallelmontage, in der auf sechs Ebenen sämtliche Mitwirkende eingeführt werden. Dialoge, Wortwitz, Situationen und Inszenierung sind von einem fast verschwenderischen Einfallsreichtum. Fast bedauert man, dass der Film mit fortlaufender Handlung immer mehr zum Krimi wird, selbst wenn diverse "Running Gags" und Slapstick-Einlagen immer wieder für Heiterkeit sorgen.

Schrägste Figur der Geschichte ist Overbeck (Roland Jankowsky), Mitarbeiter von Kommissarin Sprenger (Rita Russek), und bislang stets schmählich vernachlässigt, weil allenfalls auf die Rolle des Opfers von Schadenfreude reduziert. Die Handlung trägt sich ausschließlich am Heiligen Abend zu. Overbeck hat die Stallwache übernommen und schießt aus lauter Langeweile mit einem Gummi und Büroklammern Christbaumkugeln kaputt. Aber da geht's ihm noch gut; den weitaus größeren Rest des Films verbringt er eingesperrt in einem Tresorraum, wo ihn eine Weihnachtssendung im Radio schließlich zur Weißglut treibt.

Nicht minder großartig ist Oliver Korittkes Einlage als Blinder, wobei er in einer Einstellung gleich drei Ikonen kopiert (Robert De Niro in "Taxi Driver", Arnold Schwarzenegger in "Terminator" sowie Stevie Wonder). Wilsberg (Leonard Lansink) versucht derweil, einen Weihnachtsbaum zu kaufen, Alex (Ina Paule Klink) wird Zeugin eines Überfalls, Ecki (Korittke) verliebt sich in einen weiblichen Weihnachtsmann (Mandala Tayde), und irgendwie führt das Drehbuch schließlich auf großartige Weise sämtliche handelnden Personen zusammen; inklusive eines weiteren vermeintlichen Blinden (Torsten Michaelis), eines männlichen, aber lebensmüden Weihnachtsmanns (Bernhard Schütz), eines brutalen Gangsters (Aleksandar Jovanovic) sowie eines Zeugenpaars vom Finanzamt, das einen Mann in einem Kofferraum gesehen hat.

Die Geschichte ist viel zu facettenreich, um sie komplett wiederzugeben; dabei geht es im Grunde bloß darum, ein Glas Orangenmarmelade zu besorgen. Ziedrich und Bücking gelingt das Kunststück, gleichzeitig eine köstliche Weihnachtssatire und einen spannenden Krimi zu erzählen; wobei der Krimi ganz ohne Mord auskommt. Und wenn nicht alles täuscht, ist sogar Lansinks früherer "Wilsberg"-Partner Heinrich Schafmeister mit von der Partie, wenn auch bloß akustisch. tpg.

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Info

Plakat des Films: Wilsberg: Oh du tödliche ...

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2009

Genre: Thriller

Originaltitel: Wilsberg: Oh du tödliche ...

Regie: Hans-Günther Bücking

Drehbuch: Eckehard Ziedrich

Musik: Carsten Rocker

Produktion: Anton Moho, Micha Terjung-Schmidt

Kamera: Hans-Günther Bücking

Ausstattung: Thomas Schmid