Epos nach Evelyn Waughs Roman über den Niedergang einer britischen Adelsfamilie.

Kinostart: 20.11.2008

Matthew Goode

Matthew Goode
als Charles Ryder

Ben Whishaw

Ben Whishaw
als Sebastian Flyte

Hayley Atwell

Hayley Atwell
als Julia Flyte

Emma Thompson
als Lady Marchmain

Michael Gambon
als Lord Marchmain

Ed Stoppard
als Bridey Flyte

Felicity Jones
als Lady Cordelia Flyte

Greta Scacchi
als Cara

Joseph Beattie
als Anthony Blanche

Anna Madley
als Celia Ryder

Patrick Malahide
als Mr. Ryder

Jonathan Cake
als Rex Mottram

Die Handlung von Wiedersehen mit Brideshead

England zwischen den Weltkriegen: Oxford-Student Charles (Matthew Goode) verfällt dem glamourösen Lebensstil des Adels, als er sich mit dem exzentrischen Sebastian (Ben Whishaw) anfreundet, dem Sohn von Lord und Lady Marchmain (Michael Gambon und Emma Thompson). Auf deren Schloss Brideshead verliebt sich Charles in Sebastians Schwester Julia (Hayley Atwell). Womit er jedoch zwischen die Fronten eines rigorosen katholischen Glaubens gerät.

Ergreifend und provokant fällt die Kinofassung von Evelyn Waughs 1945 erschienenem Romanklassiker aus, der bereits als TV-Serie zum Ereignis auf den Britischen Inseln geriet. Mit Starbesetzung erzählt Julian Jarrold ("Geliebte Jane") von verbotener Liebe und dem Verlust der Unschuld.

Der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Charles Ryder macht in Oxford die Bekanntschaft mit dem homosexuellen Freigeist und Adeligen Sebastian Flyte. Er ist fasziniert von ihm und die beiden freunden sich an. Bald lernt er auf Brideshead, dem Schloss von Sebastians Familie, das Leben in Reichtum und Überfluss kennen und verliebt sich in die Schwester Sebastians.

Der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Charles Ryder macht während des Studiums in Oxford Bekanntschaft mit dem homosexuellen Freigeist und Adeligen Sebastian Flyte. Charles ist fasziniert von ihm, die beiden freunden sich an. Bald lernt Charles auf Brideshead, dem Schloss von Sebastians Familie, das Leben in Reichtum und Überfluss kennen und verliebt sich in die Schwester Sebastians. Hautnah nimmt er fortan Teil am fortschreitenden Niedergang der Adelsfamilie, die die Augen vor den Realitäten der Zeit verschließt.

Kritik zu Wiedersehen mit Brideshead

Nachdem Julian Jarrold bei "Geliebte Jane" gekonnt Jane Austens Gefühls- und Wertewelt ausgelotet hat, gelingt ihm dies auch mit Evelyn Waugh und dessen Jahrhundertroman.

In die Jahre gekommene Kulturfreunde bringen mit "Wiedersehen mit Brideshead" nicht nur Evelyn Waughs 1944 erschienenen Roman in Verbindung, sondern auch die vielfach ausgezeichnete britische Mini-Serie von 1981. Der Mehrteiler nach den "heiligen und profanen Erinnerungen des Hauptmanns Charles Ryder", so der vielsagende Untertitel des Literaturklassikers, sorgte bei seiner Uraufführung wegen kirchenkritischer Töne bzw. homoerotischen Szenen für reichlich Aufregung und setzte gleichzeitig in Sachen TV-Adaptionen Standards - eine Hypothek für Julian Jarrold ("Geliebte Jane"), Regisseur der aktuellen Kinoversion. Nach dem werkgetreuen Drehbuch von Andrew Davies ("Bridget Jones") und Jeremy Brock ("Der letzte König von Schottland") schildert er aus der Perspektive des Ich-Erzählers Ryder - verklausuliert Waugh selbst, ein 1930 zum Katholizismus konvertierter wertkonservativer Eigenbrötler - den Niedergang der katholischen Adelsfamilie Marchmain. 1944, auf den Treppen des Landsitzes Brideshead - gedreht wurde wie schon die Serie auf Castle Howard -, nimmt die Story ihren Lauf. Der Offizier wird hier mit seiner Truppe einquartiert und reist in Gedanken zurück in die Zeit zwischen den Weltkriegen.

Er reist zunächst auf einen mächtigen Ozeandampfer - tricktechnisches Highlight und moneyshot des leider (zu) bescheiden budgetierten Werks -, wo Ryder (unauffällig: Matthew Goode), aufstrebender Maler, zufällig wieder auf seine große Liebe Julia Flyte (Hayley Atwell) trifft. Leidenschaftlich fallen die beiden übereinander her und schon geht's weiter zurück in der Zeit. Nach Oxford, wo der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Ryder die Bekanntschaft mit Sebastian Flyte (Ben Wishaw) macht, als dieser ihm im Rausch durchs Fenster ins Zimmer kotzt. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, der den vom Freigeist Sebastian faszinierten Charles bald nach Brideshead, Schloss der Marchmains, führt und ihn erstmals mit Reichtum und Überfluss in Berührung bringt. Aber auch mit der unerbittlichen Herrin des Hauses, der strenggläubigen Lady Marchmain (souverän: Emma Thompson), die weder die Homosexualität ihres Sohnes zur Kenntnis nimmt noch die Tatsache, dass ihr Mann (Michael Gambon) sich zu seiner italienischen Geliebten (Greta Scacchi) nach Venedig verabschiedet hat.

Jarrolds Verdienst ist es, dass er es verstanden hat, die starke und komplexe Vorlage trotz notwendiger Kürzungen im Kern beizubehalten. Um Orientierungslosigkeit in einer Welt des Umbruchs geht es, um das Porträt einer Epoche, einer Klasse, die dem Untergang geweiht ist. Die äußere Form wird gewahrt, derweil (innere) Werte sich verändern. Fassaden bröckeln, die Klassengesellschaft verliert an Einfluss. Stimmige Bilder findet hierzu Kameramann Jess Hall, während das gut harmonierende Ensemble Duktus und Sprache Waughs trifft. Nur leicht verändert der Regisseur die Tonalität des Buches, arbeitet die homosexuelle Geschichte vielleicht etwas zu sehr heraus, verkürzt und vereinfacht das Motiv des strafenden Gottes. Aber der Komplexität des Romans in 133 Minuten beizukommen, ist ohnehin unmöglich. So gesehen lohnt das Wiedersehen mit Brideshead auf alle Fälle. geh.

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Info

Plakat des Films: Wiedersehen mit Brideshead
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 20.11.2008

Großbritannien 2008

Länge: 2 h 13 min

Genre: Drama

Originaltitel: Brideshead Revisited

Regie: Julian Jarrold

Drehbuch: Jeremy Brock, Andrew Davies

Musik: Adrian Johnston

Produktion: Kevin Loader, Robert Bernstein, Douglas Rae

Kostüme: Eimer Ní Mhaoldomhnaigh

Kamera: Jess Hall

Schnitt: Chris Gill

Ausstattung: Alice Normington