Zwischen einer alten Dame und einem Obdachlosen entwickelt sich eine behutsame Freundschaft.

Kinostart: nicht bekannt

Rosemarie Fendel

Rosemarie Fendel
als Elvira Hertzfeld

Miroslav Nemec

Miroslav Nemec
als Paul Heisenberg

Heikko Deutschmann

Heikko Deutschmann
als Reiner Schick

Christoph Gareisen
als Marcel Labiche

Dieter Montag
als Erich Wiedemann

Anna Böttcher
als Doris

Eva Herzig
als Lisa

Kritik zu Wenn Du mich brauchst

Die Lage schien den Regisseuren so ernst, dass sie im Sommer einen "Brandbrief" verfassten und auf diese Weise öffentlich auf die immer bedenklichere Qualität der ARD-Fernsehfilme hinwiesen. Der Senderverbund antwortete souverän: mit hochklassigen Fernsehfilmen wie "Nicht alle waren Mörder" oder "Die Mauer - Berlin '61". So gesehen ist das Rührstück "Wenn du mich brauchst" wieder ein Rückschritt, steht es doch für die vom Bundesverband der Regisseure bemängelte "Degetoisierung", also die Ausbreitung der Freitagsschmonzetten auf den anspruchsvolleren Mittwochstermin.

Handwerklich allerdings ist an der von SWR-Tochter Maran produzierten Weihnachtsgeschichte (Regie: Bodo Fürneisen) nichts auszusetzen, und wenn man den Film als Plädoyer für mehr Menschlichkeit betrachtet, passt die Handlung ohnehin perfekt in die Jahreszeit: Ein ehrgeiziger Nachbar (Heikko Deutschmann) bedrängt die kinderlose Witwe Elvira Hertzfeld (Rosemarie Fendel), ihr Eigenheim gegen einen Platz im Altenheim zu tauschen. Hintergrund der vermeintlichen guten Tat: Ganz in der Nähe will die Stadt Baden-Baden eine Therme einrichten. Nachbar Schick, pikanterweise auch noch der Stadtkämmerer, kennt nicht nur die Pläne, sondern weiß auch, dass die Grundstückspreise in die Höhe schießen werden. Guter Geist der Geschichte ist der obdachlose Paul Heisenberg (Miroslav Nemec), ein ehemaliger ICE-Lokführer, der seinen Beruf nach einem "Personenschaden" nicht mehr ausüben konnte und sich nun als Fußgängerzonenmusiker über Wasser hält. Die alte Dame nimmt ihn nach anfänglicher Skepsis unter ihre Fittiche. Gemeinsam mit Haushälterin Doris (Anna Böttcher), die sich zwischenzeitlich von Schicks Charme blenden lässt, vereitelt Heisenberg die skrupellosen Pläne des Nachbarn. Die Handlung basiert auf einem Drehbuch von Karlheinz Freynik und Ilse Biberti und wurde von der routinierten Autorin Brigitte Blobel überarbeitet. Um diese Bearbeitung gab es allerlei unschöne Zwistigkeiten, weil Urheber Freynik den SWR und die Produktionsfirma des Ideenklaus bezichtigte. Der fertige Film rechtfertigt die Streiterei nur bedingt: Wahnsinnig originell ist die Geschichte zumindest in der Sendeversion nicht. Trotzdem trifft der alte Süßstoffvorwurf nur bedingt zu. Natürlich inszeniert Fürneisen die ohnehin harmlose Handlung ohne Ecken und Kanten. Auch die Darsteller verkörpern ihre eindimensional angelegten Figuren weitgehend überraschungsfrei. Als Genre-Film aber funktioniert "Wenn du mich brauchst" perfekt. Ein sicherer Quotenbringer, der dem SWR keine Preise, aber ein dankbares Publikum bescheren wird. tpg.

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Info

Plakat des Films: Wenn Du mich brauchst

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2006

Genre: Drama

Originaltitel: Wenn Du mich brauchst

Regie: Bodo Fürneisen

Drehbuch: Brigitte Blobel, Karlheinz Freynik

Produktion: André Zoch, Sabine Tettenborn

Kamera: Jürgen Carle

Schnitt: Carola Hülsebus

Ausstattung: Florian Haarmann