Bewegendes, um Authentizität bemühtes Drama über einen jungen kurdischen Flüchtling, der über den Ärmelkanal nach England zu seiner Freundin schwimmen will.

Kinostart: 04.02.2010

Vincent Lindon

Vincent Lindon
als Simon

Firat Ayverdi
als Bilal

Audrey Dana
als Marion

Derya Ayverdi
als Mina

Thierry Godard
als Bruno

Selim Akgul
als Zoran

Firat Celik
als Koban

Murat Subasi
als Mirko

Olivier Rabourdin
als Polizeiinspektor

Yannick Rénier
als Alain

Mouafaq Rushdie
als M

Behi Djanati Ataï
als M

Patrick Ligardes
als Simons Nachbar

Jean-Pol Brissart
als Richter

Blandine Pelissier
als Familienrichter

Handlung

Der 17-jährige Kurde Bilal schafft es vom Irak nach Europa zu gelangen. Er möchte seine mit der Familie nach England emigrierte Freundin wieder finden und eine Fußballerkarriere starten. Doch vorerst strandet er in Calais an der Nordküste Frankreichs. Sein Plan ist durch den Ärmelkanal zu schwimmen. Der Franzose Simon, ein Schwimmlehrer, kümmert sich um ihn und trainiert ihn. So möchte er Eindruck auf seine Ex-Frau machen und sie zurückgewinnen.

Kritik

Bewegendes Drama über einen jungen kurdischen Flüchtling, der sich gegen sein Migrantenschicksal auflehnt, um seine Würde und seine große Liebe kämpft.

"Die illegalen Einwanderer von Calais sind in der Situation der Juden von 1943". Dieser Interviewsatz von Philippe Lioret erboste den für Immigration zuständigen französischen Minister, der dem Regisseur vorwarf, mit dieser Äußerung eine Grenze überschritten zu haben. Die heutige französische Polizei mit der des Vichy-Regimes zu vergleichen, sei obszön. Mit "Welcome" (Prix Lux des Europäischen Parlaments und Verleihförderpreis bei den Französischen Filmtagen in Tübingen) legt Lioret den Finger auf die Wunde, macht entwürdigende Zustände öffentlich und löste eine kontroverse Debatte aus. Denn nicht nur die Illegalen werden verfolgt - auch Franzosen, die ihnen helfen, müssen mit Strafen rechnen.

Die Geschichte: Ein 17-jähriger Kurde schafft es vom Irak nach Europa, bis an den Ärmelkanal. Er möchte seine mit der Familie nach England emigrierte Freundin wieder finden und eine Fußballerkarriere starten. Doch er strandet in Calais an der Nordküste Frankreichs. Unbeirrbar verfolgt er seinen Plan, die meist befahrene Schifffahrtsstraße der Welt schwimmend zu durchqueren. Im örtlichen Hallenbad freundet er sich mit dem Schwimmlehrer an, der ihn trainiert und ihm und seinem Freund Unterschlupf bietet. Er tut es nicht aus reinem Altruismus, sondern auch um seine Ex-Frau zurück zu gewinnen.

Lioret arbeitete mit zahlreichen Laien schnell und ohne Proben und lässt die Kamera sie diskret beobachten. Trotz höherer Kosten als in Rumänien oder Tschechien wollten Produzent Christophe Rossignon und Lioret on location drehen auf den Straßen in Calais, am riesigen Kanalhafen und am Strand, um durch die authentische Umgebung dem Film eine ganz besondere Wahrheit zu verschaffen. Es stehen weniger die politischen, sozialen oder kulturellen Hintergründe der Flucht im Fokus, auch wenn sich der Blick auf die gleichgültige oft feindliche Haltung in der Bevölkerung bis hin zur Denunziation richtet. Lioret geht es vor allem um das individuelle Schicksal zweier Männer und ihre ungeordneten Gefühle - Vincent Lindon, der einsame und enttäuschte Ältere, Firat Ayverdi der hoffnungsvolle und tatkräftige Jüngere. Keine Larmoyanz, sondern Wut über eine repressive Politik, aber auch tiefe Emotionen bestimmen den leisen und aufrichtigen Ton des an in seiner Radikalität an Ken Loach erinnernden vielschichtigen Dramas, das gleichzeitig auch ein berührender Liebesfilm ohne Happy End ist. mk.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 04.02.2010

Frankreich 2009

Länge: 1 h 49 min

Genre: Drama

Originaltitel: Welcome

Regie: Philippe Lioret

Drehbuch: Philippe Lioret, Emmanuel Courcol

Musik: Wojciech Kilar, Nicola Piovani, Armand Amar

Kostüme: Fanny Drouin

Kamera: Laurent Dailland

Schnitt: Andrea Sedlácková

Website: www.arsenalfilm.de

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