Ein einfühlsames Drama über einen Autor, der an Demenz erkrankt ist und sich immer mehr in seinen eigenen Parallelwelten verliert.

Kinostart: 13.08.2020

Die Handlung von Wege des Lebens - The Roads Not Taken

Leo war einst ein erfolgreicher Autor, der stets wusste, wie er sich ausdrücken musste, doch nachdem er an Demenz erkrankt ist, hat er all das verlernt. Aus seinem immer unverständlicher werdenden Gefasel ist nur ein Wort, ein Name, nämlich der seiner einstigen Jugendliebe Dolores, herauszuhören. Mit dieser hat er sich vor ewiger Zeit verkracht. Und wenn er nicht an sie denkt, so flüchtet er gedanklich in die Zeit zurück, in der er in Griechenland am Strand sitzt und an einem seiner Bücher schreibt.

Immer wieder driftet er von einer Erinnerung in die nächste und vergisst dabei, was im Hier und Jetzt geschieht. In der Gegenwart sitzt nämlich seine Tochter Molly an seiner Seite und die weiß so langsam nicht mehr, was sie tun soll. Eigentlich müsste sie auf der Arbeit ein wichtiges Projekt vorstellen, an dem sie nun schon seit Wochen gearbeitet hat, doch ihr Vater braucht dringend ihre Hilfe. Er muss in New York zu diversen Ärzten, was jedoch gar nicht so einfach ist, wenn er unbewusst auf den Behandlungsstuhl pinkelt oder geistig einfach nicht anwesend ist.

Die kritischen Momente häufen sich und die junge Molly muss sich so langsam eingestehen, dass die Krankheit ihres Vaters bereits zu weit fortgeschritten ist.

Wege des Lebens - The Roads Not Taken - Ausführliche Kritik

Zuletzt lieferte die renommierte Regisseurin Sally Potter mit ihrem Film „The Party“ eine passende Antwort auf den Brexit, die mit feinstem trockenen Humor gespickt war. Doch mit ihrem neuesten Werk, dem Drama „Wege des Lebens – The Roads not taken“, widmet sie sich nun auf deutlich ernstere Weise dem Thema der Demenz.

In „Wege des Lebens – The Roads not taken“ lernen wir den einstigen Schriftsteller Leo kennen, der sich, nachdem er an Demenz erkrankt ist, immer mehr in seinen Erinnerungen von damals verliert, in denen er darüber nachdenkt, wie gewisse Situationen und Momente abgelaufen wären, wenn er sich anders entschieden hätte. Dabei vergisst er jedoch völlig die Gegenwart, in der seine Tochter Molly scheinbar vergeblich um die Genesung ihres Vaters kämpft.

Mit der immer größer werdenden Zahl an Demenzerkrankten scheint das Thema auch langsam in Hollywood Einzug zu halten. Bereits 2014 brillierte Julianne Moore in dem Film „Still Alice – Mein Leben ohne Gestern“ in der Rolle einer Linguistik-Professorin, die aufgrund der Demenz immer mehr ihrer Fähigkeiten verliert. Allein dieses Jahr kamen mit „Romys Salon“ und „Die schönsten Jahre eines Lebens“ sogar schon zwei Filme zu diesem Thema heraus.

Mit Sally Potters Beitrag „Wege des Lebens – The Roads not taken“ folgt nun also der dritte Film dazu in diesem Jahr und dieses Mal dürfen wir uns über Oscar-Preisträger Javier Bardem, der den schwächer werdenden Leo spielt, und die unglaubliche Elle Fanning als dessen fürsorgliche Tochter freuen.

Von der Intensität kommt der Film natürlich nicht an das Werk mit Julianne Moore heran, doch „Wege des Lebens – The Roads not taken“ ist nichtsdestotrotz ein herzerwärmendes und rührendes Drama, das obendrein mit einer wahrlich starken Besetzung aufwartet.

Wertung Questions?

FilmRanking: 383 -33

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

  • FSK ab 0 freigegeben/Freigegeben ohne Altersbeschränkung

FSK: ab 0

Kinostart: 13.08.2020

Genre:

Originaltitel: The Roads Not Taken