Opulente Verfilmung von Alan Moores legendärem Comicroman über eine Gruppe von Superhelden, die Mitte der Achtzigerjahre am Rande des nuklearen Holocaust reaktiviert wird, um eine Verschwörung aufzudecken.

Kinostart: 05.03.2009

Malin Akerman

Malin Akerman
als Laurie Jupiter / Silk Spectre II

Billy Crudup

Billy Crudup
als Jon Osterman / Dr. Manhattan

Matthew Goode

Matthew Goode
als Adrian Veidt / Ozymandias

Jackie Earle Haley
als Walter Kovacs / Rorschach

Jeffrey Dean Morgan
als Edward Blake / The Comedian

Patrick Wilson
als Dan Dreiberg / Nite Owl

Carla Gugino
als Sally Jupiter / Silk Spectre

Matt Frewer
als Edgar Jacobi / Moloch

Stephen McHattie
als Hollis Mason / Old Nite Owl

Laura Mennell
als Janey Slater

Rob LaBelle
als Wally Weaver

Gary Houston
als John McLaughlin

James Michael Connor
als Pat Buchanan

Mary Ann Burger
als Eleanor Clift

John Shaw
als Doug Roth

Robert Wisden
als Richard Nixon

Jerry Wasserman
als Detective Fine

Don Thompson
als Detective Gallagher

Frank Novak
als Henry Kissinger

Garry Chalk
als NORAD-General

Ron Fassler
als Ted Koppel

Stephanie Belding
als Janet Black

Michael Kopsa
als Paul Klein

Handlung

Keinen schönen Fund macht Superheld Rorschach (Jackie Earle Haley), als er seinen Ex-Partner und ebenfalls früheren Superhelden The Comedian (Jeffrey Dean Morgan), tot auf dem Trottoir entdeckt. Mord. Und kein zufälliger, wie Rorschachs Ermittlungen ergeben. Unbekannte scheinen es auf ehemalige Superhelden, die aufgrund eines Berufsverbots längst inaktiv sind, abgesehen zu haben. Panik breitet sich unter der kleinen Clique aus, Tote folgen. Eine Verschwörung?

Sie sind legendär: Alan Moores Watchmen kann man getrost als Mutter aller Graphic Novels bezeichnen. Zu würdigen Kinoehren verhilft ihnen nach langer Wartezeit nun Zack Snyder, der schon die "300" in einen unvergesslichen Kampf schickte und einen komplexen Edel-Thriller austüftelt.

In den Achtzigerjahren ist Richard Nixon immer noch Präsident der USA. Mit Hilfe der mittlerweile pensionierten Superheldengruppe Watchmen konnte er den Vietnamkrieg gewinnen. Als einer der Superhelden ermordet wird, beginnt der soziopathische Rorschach mit Ermittlungen, wer dahinter stecken könnte und stößt auf eine Verschwörung, die die Zerstörung aller ehemaliger Superhelden vorsieht. Damit ruft er seine alten Kollegen auf den Plan. Schnell steht fest, dass die Antwort auf alle Fragen in der Vergangenheit zu finden ist, als eine andere Gruppe von Helden, die Minutemen, für Recht und Ordnung sorgten.

In den Achtzigerjahren ist Richard Nixon immer noch Präsident der USA. Mit Hilfe der mittlerweile pensionierten Superheldengruppe Watchmen konnte er den Vietnamkrieg gewinnen. Als einer der ihren ermordet wird, beginnt Rorschach mit Ermittlungen, wer dahinter stecken könnte und stößt auf eine Verschwörung, die in seinen Augen die Zerstörung aller ehemaliger Superhelden vorsieht. Damit ruft er seine alten Kollegen auf den Plan. Schnell steht fest, dass die Antwort auf alle Fragen in der Vergangenheit zu finden ist.

Kritik

Alan Moore hatte es nie besser: Zack Snyder erzählt seine epochale Comic-Saga als düster-komplexes Desastermovie, in dem es keine (Super-)Helden gibt.

In einer frühen Szene von Zack Snyders Verfilmung des kultisch verehrten Comicromans von Alan Moore (mit Illustrationen von Dave Gibbons) erklingt "99 Luftballons". Das ist programmatisch zu verstehen. Tatsächlich wagt der Regisseur von "300" einen ähnlichen Drahtseilakt wie Nenas unwiderstehlicher Hit über einen harmlosen Vorfall, der beinahe den Dritten Weltkrieg auslöst: Sein epischer Abstecher in ein paralleles 1985, in dem Amerika den Vietnamkrieg gewonnen hat, Nixon zum fünften Mal zum US-Präsidenten gewählt wurde und der Atomkrieg zwischen den USA und der UdSSR unvermeidlich scheint, will ebenfalls purster Pop sein, aber eben mit Message. Massentauglich, aber mit Hirn; eingängig, aber clever; mitreißend, aber nachdenklich. Und nebenher auch noch visionäres, wegweisendes Kino an der oberen Grenze des aktuell technisch Machbaren, das den gordischen Knoten mit bloßer Fingerfertigkeit zu öffnen versucht, oder genauer gesagt: das Unverfilmbare zu verfilmen. So nämlich hatte Alan Moore seine legendäre Dekonstruktion des Superheldengenres explizit konzipiert: mit einer so komplexen und verschlungenen Erzählstruktur, diversen Handlungssträngen und Zeitebenen, Querverweisen und Fußnoten, dass eine filmische Adaption von Vornherein schier zum Scheitern verurteilt sein musste. Dass nun ausschließlich die Laufzeit von knapp 160 Minuten die einzige Einschränkung bei der werkgetreuen Umsetzung dieser düsteren Utopie, die vom Time Magazine als einziges Comic in die Liste der bedeutendsten literarischen Werke des 20. Jahrhunderts aufgenommen wurde, ist, sollte selbst der notorische Stinkstiefel Moore zumindest goutieren können.

Mit einem Höchstmaß an Respekt vor der Vorlage hat Snyder mit einem aus allen Zylindern feuernden Kreativteam die ausufernde Geschichte nicht nur filmisch geknackt, sondern auch ihre Essenz bewahrt, ihre unverkennbaren Eigenheiten auf die Leinwand gerettet und dabei nicht einmal den wichtigen philosophischen Überbau geopfert. Das Ergebnis ist ein Film, wie man ihn noch nie gesehen hat - mit einer Geschichte, wie sie in einem Mainstreamfilm wohl noch nie erzählt wurde: Bis in die letzte Konsequenz seziert "Watchmen" die Idee vom Superhelden, quasi als Hauptgang nach dem Appetithappen, der "The Dark Knight" war: Die Retter der Menschheit werden hier entlarvt als impotente Schlappschwänze, pathologische Psychopathen, sadistische Söldner und berechnende Massenmörder, der einzige Hero mit übernatürlichen Kräften tritt die innere Emigration an und überlässt die Menschheit ihrem apokalyptischen Schicksal. Bis auf eine Ausnahme sind sie bereit, den Untergang New Yorks hinzunehmen, wenn damit dem Wettrüsten der Supermächte Einhalt geboten werden kann. Und immer wieder rückt Snyder im Hintergrund das World Trade Center als Menetekel ins Bild.

Bis sich aber das Puzzle in seinem ganzen erschreckenden Ausmaß zusammensetzt, wird man Zeuge eines furiosen Parforceritts, der sich mit seinen ständig wechselnden Erzählperspektiven und einer Vielzahl an technischen Kniffen den Konventionen widersetzt und auf seine Weise versucht, die Möglichkeiten des Unterhaltungsfilms neu auszuloten, wie das Moore 25 Jahre zuvor für den Comic getan hatte, ohne sich kreativen Limitationen ausgesetzt zu sehen: Drastischste Gewalt darf Snyder hier ebenso zeigen wie heißen Sex oder auch eine kontemplative Auszeit auf dem Mars, wo Platz ist, Gedanken zu sammeln und Möglichkeiten anzutesten. Ausgehend vom Mord an dem ehemaligen Superhelden Comedian entwirft "Watchmen" eine Art labyrinthartiges Sittengemälde einer Parallelwelt, das sich nach Belieben bei verschiedenen Genres vom Noir-Thriller über das Liebesdrama hin zum lupenreinen Actionfilm bedient, um seinen Figuren und ihren Motiven gerecht zu werden. Und während der obsessive Rorschach sich als einsamster Detektiv der Welt seiner Misanthropie stellt, der Übermensch Dr. Manhattan nach einem Ereignis sucht, das dem Wunder gleichkommt, aus Luft Gold zu machen, und seine ehemalige Liebe Silk Spectre gemeinsam mit ihrem Kompagnon Nite Owl nach Jahren der Inaktivität wieder die Lust entdeckt, die Muskeln spielen zu lassen (was in hautengen Latexkostümen besonders reizvoll aussieht), verdichtet sich der Film zu einem in jeder Hinsicht erschöpfenden Dauerfeuer für die Sinne und nahrhaften Futter fürs Gehirn, das sich und sein Publikum ernst nimmt. Und das mit einem Smiley Face. ts.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 05.03.2009

Großbritannien/USA 2009

Länge: 2 h 43 min

Genre: Action

Originaltitel: Watchmen

Regie: Zack Snyder

Drehbuch: Alex Tse, David Hayter

Musik: Tyler Bates

Produktion: Lawrence Gordon, Deborah Snyder, Lloyd Levin

Kostüme: Michael Wilkinson

Kamera: Larry Fong

Schnitt: William Hoy

Ausstattung: Alex McDowell