Elegant erzähltes Drama über die Freund- und Partnerschaft zweier Entertainer, die nach einem mysteriösen Todesfall abrupt beendet wird.

Kinostart: 02.02.2006

Kevin Bacon

Kevin Bacon
als Lanny Morris

Colin Firth

Colin Firth
als Vince Collins

Alison Lohman

Alison Lohman
als Karen O'Connor

Rachel Blanchard
als Maureen O'Flaherty

David Hayman
als Reuben

Maury Chaykin
als Sally Sanmarco

Sonja Bennett
als Bonnie Trout

Beau Starr
als Jack Scaglia

Kristin Adams
als Alice

Sean Cullen

Arsinée Khanjian

Deborah Grover
als Mrs. O'Flaherty

Don McKellar

Rebecca Davis
als Denise

Shannon Lawson
als Rose Wannamaker

Michael J. Reynolds
als John Hillman

Anna Silk
als Gina

Kathryn Winslow

Vee Vimolmal

Die Handlung von Wahre Lügen

Im Amerika der 50er Jahre sind die populären Entertainer Lanny (Kevin Bacon) und Vince (Colin Firth) eine ganz große Nummer. Scheinbar perfekt ergänzen sich der jüdische Slapstick-Komödiant und der italoamerikanische Schlagerstar, bis es in den 60ern zu Eifersucht, Streit, Sexskandal und publikumswirksamer Trennung kommt. Nun möchte die junge Reporterin Karen (Alison Lohman) herausfinden, was hinter den Kulissen wirklich geschah.

Arthouse-Platzhirsch Atom Egoyan wagt einen Ausflug in kommerzielle Gefilde mit einem Showbiz-Erotikdrama, inspiriert offenbar von Begebenheiten rund um das legendäre Star-Duo Dean Martin und Jerry Lewis.

Lanny und Vince sind als Entertainerduo die Stars der Club- und TV-Szene der Fifties. 15 Jahre nachdem ein mysteriöser Todesfall zur ihrer Trennung führte, versucht eine aufstrebende Reporterin die genauen Umstände einer Tragödie zu klären, die einer Frau das Leben und den Showstars die Karriere kostete. Die Wahrheit, die sie hinter vielen Lügen entdeckt, ist schmerzlich. Für ihre Idole, aber auch für sie selbst.

Die Entertainer Lanny Morris und Vince Collins mischen im Amerika der fünfziger Jahre die TV-Szene auf. Doch nach einem mysteriösen Todesfall - ein junges Mädchen wird leblos in ihrer Hotelsuite gefunden - gehen die beiden Publikumslieblinge getrennte Wege. 15 Jahre später versucht die aufstrebende Reporterin Karen Licht ins Dunkel dieser Tragödie, die den beiden Showstars die Karriere kostete, zu bringen. Dabei entdeckt sie nicht nur noch mehr Lügen, sie verstrickt sich auch selbst in ein gefährliches Intrigenspiel.

Kritik zu Wahre Lügen

Dass erotische Filme nicht gleichzeitig ambitionierte Inhalte, komplexe Charaktere, starke Darstellerleistungen und kommerzielle Tauglichkeit aufweisen können, ist eine Lüge. Die Wahrheit ist, dass Atom Egoyan genau diese seltene Synthese gelungen ist.

Auch wenn der Independentveteran mit einem größeren Budget als bisher operieren konnte, das sichtbar in eindrucksvolle, originelle Sets (ein TV-Studio der Fifties, die Erste-Klasse-Sektion eines Airliners der Seventies) eingeflossen ist, bleibt er seinem Kanon treu. Auch seine Verfilmung von Rupert Holmes' Roman beleuchtet die Fehleinschätzung von Menschen und Situationen, die abgründigen Aspekte von Sexualität und Moral, die persönliche Wahrheit hinter der Wahrnehmung einer Persönlichkeit - veredelt von Mychael Dannas magnetisch in die Gehörgänge kriechender Musik, die schon über die ersten Bilder eine Atmosphäre von Schwermut und Verhängnis legt. Die Story entfaltet sich mosaikartig über verschiedene Erzähler, springt zwischen dem konservativen Milieu der Fifties und der lockeren Hippiespätphase der Seventies hin und her. Alle Hauptfiguren demaskieren sich im Laufe der Handlung - ob körperlich, charakterlich oder seelisch.

Wohl inspiriert von der Trennung Dean Martins und Jerry Lewis 1956, begleitet der Film die Spurensuche der jungen Reporterin Karen (Alison Lohman), die eine Karriere fördernde Biografie über die einst populären Entertainer Lanny (Kevin Bacon) und Vince (Colin Firth) schreiben und dabei das Geheimnis ihrer abrupten Trennung enthüllen soll. Während Karen Vince interviewt, gelangt sie in den Besitz erster Kapitel von Lannys geplanter Autobiografie, womit die Vergangenheit aus zwei Perspektiven beleuchtet wird, bis schließlich eine dritte klärt, was wirklich mit dem Zimmermädchen geschah, das man tot in der Suite des Duos fand. Trotz dieses Mysteriums, das halbwegs plausibel aufgelöst wird, bezieht der Film seine Spannung vor allem aus seinen Figuren, die Grenzen überschreiten, andere manipulieren, die Sympathieträger und Teufel, Grenzgänger zwischen Gut und Böse sind. Die Sexszenen, darunter eine provokativ-ironische mit Lohman und einer Beauty im "Alice-in-Wonderland"-Outfit, sorgten in den USA für Aufsehen. So von Sünde geblendet, hatte man keine Auge mehr für die Eleganz von Inszenierung und Fotografie, vor allem nicht für die charismatischen Darstellungen von Firth und Bacon, die zu den besten ihrer Karriere gehören. kob.

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Info

Plakat des Films: Wahre Lügen
  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 02.02.2006

Großbritannien/Kanada 2005

Länge: 1 h 48 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Where the Truth Lies

Regie: Atom Egoyan

Drehbuch: Atom Egoyan

Musik: Mychael Danna

Produktion: Atom Egoyan, Robert Lantos

Kostüme: Beth Pasternak

Kamera: Paul Sarossy

Schnitt: Susan Shipton

Ausstattung: Craig Lathrop, Phillip Barker