Ein deutscher Dokumentarfilm, der dem weiblichen Geschlechtsorgan gewidmet ist.

Kinostart: 01.05.2016

Die Handlung von Vulva 3.0

Wir befinden uns in einer Praxis. Der erste Eindruck erweckt den Anschein, dass es sich dabei um eine Frauenarztpraxis handelt, denn mitten im Raum sitzt eine Frau mit gespreizten Beinen auf einem Untersuchungsstuhl. In Wirklichkeit ist es jedoch die Praxis einer Schönheitschirurgin, die dem neuesten Trend nachgeht und der Dame die Schamlippen aufspritzt. In einer anderen Einstellung ist der Fotograf Ulrich Grolla zu sehen, wie er gerade die Schamlippen entsprechend dem vorherrschenden Ideal retuschiert. Alles nur, damit die Vulva wie ein wohlgeformtes Brötchen aussieht.

Das ist das wesentliche Problem der Gesellschaft. Über die Jahre wurde ein völlig falsches Bild der weiblichen (äußeren) Geschlechtsorgane vermittelt. Viele Frauen wissen noch nicht einmal, wie ihr Geschlechtsorgan überhaupt anatomisch aufgebaut ist, so hat die Vulva beispielsweise gewaltige Schwellkörper, die bis in die Beckenzone hineinreichen.

Es gibt aber noch einen ganz anderen tragischen Aspekt in Verbindung mit der Vulva-Optimierung. Dieser chirurgische Eingriff, die Collagen-Spritze ist noch harmlos, gleicht im Grunde einer Genitalverstümmelung, wie sie in Afrika, aber auch anderen Kontinenten, wie Europa, praktiziert wurde oder noch immer wird. Die Unterschiede liegen lediglich darin, dass es sich dabei um eine freiwillige Operation handelt, die unter hygienischen Voraussetzungen und von ausgebildetem Personal durchgeführt wird.

Doch zum Glück gibt es Frauen, wie Claudia Gehrke und PorYes-Aktivistin Laura Méritt, die beide auf ihre Weise versuchen, gegen diesen Missstand anzukämpfen. Während Méritt plastische Darstellungen von Vulven sammelt und diese gerne zur Schau stellt, versucht Gehrke mit ihrem erotischen Jahrbuch „Mein geheimes Auge“ das allgemeine Bild zu verändern.

Vulva 3.0 - Ausführliche Kritik

„Vulva 3.0“ ist ein unaufgeregter, aber sehr informativer Dokumentarfilm der beiden Filmemacherinnen Claudia Richarz und Ulrike Zimmermann. Der gewollte Mehrwert kommt dabei nicht von ungefähr, denn Zimmermann besitzt eine Produktionsfirma, die sich auf Lehrfilme spezialisiert hat, die gerne auch die unangenehmen Themen bearbeitet.

Zimmermann war es auch, die auf die Idee kam „Vulva 3.0“ überhaupt zu produzieren. Bei den Dreharbeiten zu ihrem anderen Film „Reich werden im Irak“ kam sie nämlich mit einigen erfolgreichen Geschäftsfrauen ins Gespräch und erfuhr dadurch, dass die Genitalverstümmelung nicht nur in Afrika durchgeführt wird. Diese neue Erkenntnis wiederum setzte einen Denkprozess bei Zimmermann in Gang, der letztendlich zu der Einsicht führte, dass viel zu wenig über das weibliche (äußere) Geschlechtsorgan bekannt ist.

So hat sie sich mit Claudia Richarz zusammengetan und „Vulva 3.0“ entwickelt. Neben anschaulichen Bildern sind zudem noch viele Experten, wie eine Medizinhistorikerin, diverse Autoren und Mitbegründer und -begründerinnen des Vereins GAERID e.V (Gesellschaft für ästhetische und rekonstruktive Intimchirurgie), zu sehen, die den Filmemacherinnen Rede und Antwort stehen.

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Info

Kinostart: 01.05.2016

Genre: Doku