Auf Titelheld Oliver Pocher zugeschnittene Komödie um einen Loser, der seine Traumfrau erobern will.

Kinostart: 12.04.2007

Oliver Pocher

Oliver Pocher
als Simon Peters

Oliver Fleischer
als Flik

Tanja Wenzel
als Paula

Anke Engelke
als Eule

Ellenie Salvo González
als Marcia

Herbert Feuerstein
als Kleiner Mann

Handlung

Simon (Oliver Pocher), ein dröger Telefon-Verkäufer, kann sich in Kürze einmauern lassen: Er wird dreißig, ist einsamer Single, seit ihn seine Freundin vor einem Jahr verlassen hat, und wird vom Unglück verfolgt. Verzweifelte Anmachversuche im Kölner Nachtleben führen partout nicht zum Erfolg und die Verkupplungsbemühungen seiner kroatischen Putzfrau hemmen ihn restlos. Dann sieht er in einer Cafeteria die südamerikanische Milchschaumfachkraft Marcia (Ellenie Salvo González) und ist für immer verliebt. Nur ansprechen müsste er sie noch.

Tobi Baumann

Simon Peters wird bald 30 und hat weder die große Karriere noch die richtige oder überhaupt eine Frau an seiner Seite. Seine Putzfrau versucht das zwar mit für ihn arrangierten Dates zu ändern und Simon ist auch im Nachtleben aktiv auf der Suche, doch erst der Blick auf eine Coffee-Shop-Angestellte beschert ihm die Frau seines Lebens. Doch die weiß natürlich noch nichts von ihrem Glück.

Simon Peters wird bald 30 und hat weder die große Karriere noch die richtige oder überhaupt eine Frau an seiner Seite. Deshalb startet er mit tatkräftiger Unterstützung zweier Freunde zahlreiche Versuche, wieder unter die Haube oder zumindest in weiblicher Begleitung aufs Sofa zu kommen. Dass ausgerechnet sein Lieblingslokal einer Filiale der "All American Coffee Company" gewichen ist, erbost Simon zusätzlich. Doch dort entdeckt er Marcia, die zukünftige Mutter seiner Kinder. Nur davon weiß die Schönheit selbst noch nichts.

Kritik

In der Tommy-Jaud-Verfilmung von "Wixxer"-Macher Tobi Baumann erweist sich Comedy-Star Oliver Pocher als Idealbesetzung des deprimierten Singles mit Sex-Defizit.

Tommy Jaud ist ein Tausendsassa. Gerade hat er mit Resturlaub - das Cover mit den überdimensionalen Badelatschen war in den Buchhandlungen unübersehbar - seinen zweiten Belletristik-Streich abgeliefert. Davor war das Kölner Multitalent schon als Chefautor erfolgreicher Fernsehsendungen wie "Die Wochenshow" dem Comedy-hungrigen Publikum positiv aufgefallen. Da liegt es in der Natur der Dinge, dass jetzt sein erster Roman "Vollidiot" zu Leinwandehren kommt. Und wer könnte den deprimierten Endzwanziger Simon Peters, tragikomisch-tumber Titelheld in Jauds Buch, besser verkörpern als Oliver Pocher? Tatsächlich spielt der ProSieben-Star nicht, er ist mit Leib und Seele dieser kölsche Jung, der es nicht verwinden kann, dass seine große Liebe ihm den Laufpass gegeben hat. Deshalb startet er mit tatkräftiger Unterstützung seiner Freunde Paula (Tanja Wenzel, die kesse Kamerafrau aus "Wo ist Fred?") und Flik (Newcomer Oliver Fleischer) einen hilflosen Versuch nach dem anderen, wieder unter die Haube oder zumindest in weiblicher Begleitung aufs Sofa zu kommen. Da müsste es ihm eigentlich den Rest geben, dass ausgerechnet sein Lieblingslokal einer Filiale der "All American Coffee Company" gewichen ist. Doch Fehlanzeige. Denn hinter dem Tresen dieser standardisierten Koffein-Abfüllstation entdeckt er Marcia P. Garcia (Ellenie Salvo González, die schon in "Hui Buh" optisch auffiel), die zukünftige Mutter seiner Kinder. Nur davon weiß die Schönheit aus Bergisch Gladbach selbst noch nichts...

Mit sprühendem Dialogwitz, haufenweise abgedrehten visuellen Ideen - so braust ein ganzer ICE durch den Flur des armen Simon - und äußerst flottem Tempo setzt Regisseur Tobi Baumann, dessen "Wixxer" 2004 beinahe zwei Millionen Deutsche in die Kinos lockte, der orientierungslosen Jugend zwischen Aufbruch und Nestbau ein Denkmal. Pocher verblüfft dabei als großmäuliger, sexistischer, trotteliger und doch irgendwie liebenswerter Single auf der Suche nach der Frau seines Lebens und ist sich für kein Fettnäpfchen zu schade. Mal macht er sich als vermeintlich werdender Vater in seiner Stammkneipe zum Affen, mal vergrault er mit seiner Porno-DVD-Sammlung im Prinzip sexbereite Stewardessen, mal kehrt er als einziger "ungevögelt" aus dem Kanaren-Urlaub Heim. Zwar gelingt es Baumann nicht immer, für Jauds Wortwitz die adäquaten Bilder zu finden, doch es reicht, um die Gagintervalle kurz zu halten, was an den ironischen Seitenhieben auf Großkonzerne wie IKEA oder die Telekom liegt, aber auch an den Kurzauftritten von Comedy-Größen wie Herbert Feuerstein (als nerviger Gerichtsvollzieher), oder Anke Engelke als Pochers schwarzbebrillte Chefin, die einfach nicht streng sein kann. Wenn man dann noch vernachlässigt, dass die beiden weiblichen Heldinnen Wenzel und Gonzalez gegenüber ihren männlichen Kollegen Pocher und dessen Sympathiepunkte sammelnden Sidekick Fleischer extrem abfallen, darf man sich auf einen Vollidioten freuen, der nah am Leben und gleichzeitig tragikomisch ist. Selten wurde unser Single-Zeitalter so perfekt im Kino abgebildet. lasso.

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Info

Plakat des Films: Vollidiot
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 12.04.2007

Deutschland 2007

Länge: 1 h 42 min

Genre: Komödie

Originaltitel: Vollidiot

Regie: Tobi Baumann

Drehbuch: Tommy Jaud

Buchvorlage: Tommy Jaud

Produktion: Sven Burgemeister, Christoph Müller

Kamera: Jo Heim

Website: http://www.vollidiot.senator.de

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