Gefühlvolle Coming-of-Age-Geschichte um ein Wunderkind.

Kinostart: 21.12.2006

Bruno Ganz

Bruno Ganz
als Gro

Urs Jucker
als Vater

Fabrizio Borsani
als Vitus (6 Jahre)

Julika Jenkins
als Mutter

Teo Gheorghiu
als Vitus (12 Jahre)

Eleni Haupt
als Luisa

Daniel Rohr
als Hoffmann jun.

Norbert Schwientek
als Hoffmann sen.

Heidy Forster
als Gina Fois

Kristina Lykowa
als Isabel (12)

Livia S. Reinhard
als Kinderg

Thomas Mathys
als Arzt

Tamara Scarpellini
als Isabel (19)

Annelore Sarbach
als Rektorin

Stefan Witschi
als Vermieter

Andreas Krämer
als Flugzeugmechaniker

Daniel Fueter
als Konservatoriumsdirektor

Susanne Kunz
als Primarlehrerin

Ursula Reiter
als Neurologin

Adrian Fuhrer
als Mathematiklehrer

Frank Demenga
als Dr. Knaak

Stefan Schertenleib
als Jens

Die Handlung von Vitus

Im zarten Alter von sechs Jahren gilt Vitus (Fabrizio Borsani) als hochbegabt. Der Junge spielt fabelhaft Mozart am Klavier, liest sich durch den Brockhaus und überfordert seine Eltern. Doch die ehrgeizigen Karrierepläne der Mutter (Julika Jenkins) und das einsame Außenseitertum an der Schule hinterlassen Spuren: Mit 12 rebelliert Vitus (Teo Gheorghiu) gegen das Elite-Dasein. Nur bei seinem urigen Opa (Bruno Ganz), einem schreinernden Flugzeugnarr, findet er die vermisste Freiheit. Und entwickelt einen blitzgescheiten Plan, dem Druck zu entkommen.

Der Schweizer Oscar-Vorschlag ist ein leises, augenzwinkerndes Drama, in dem ein verschmitzter Außenseiter seinen Weg findet. Fredi M. Murer ("Höhenfeuer") schlägt mit Feinsinn und Beharrlichkeit sanfte Feel-Good-Töne an.

In der Schule betrachten ihn die anderen als Außenseiter, seine Mutter will aus dem begnadeten Jung-Pianisten ein Wunderkind machen. Doch Vitus täuscht vor, seine Fähigkeiten verloren zu haben. Während die Eltern verzweifeln, macht Vitus bereits erfolgreich Bankgeschäfte per Internet.

In der Schule betrachten ihn die anderen als Außenseiter, seine Mutter will aus dem begnadeten Jung-Pianisten ein Wunderkind machen. Durch diese Rechnung macht der aufmüpfige Knabe jedoch einen Strich. Vitus ertrotzt sich einen Freiraum, in dem sein Großvater ihm ein Stück Normalität zurückgibt. Um sich vor den Anforderungen zu retten, gibt Vitus vor, seine außergewöhnlichen Fähigkeiten verloren zu haben. Während die Eltern verzweifeln, ist der schon lange flügge geworden und macht die gewagtesten Bankgeschäfte per Internet.

Kritik zu Vitus

Ein Wunderkind lässt sich mithilfe von Bruno Ganz als liebevollem Großvaters nicht von der Erwachsenenwelt vereinnahmen und nimmt sein Leben selbst in die Hand

In der Schweiz war die eigenwillige und souverän verwobene Geschichte vom super-begabten Kind, das schon als Dreikäsehoch gerne im Brockhaus blätterte, ein Kassenhit. 20 Jahre nach "Höhenfeuer" stellt Fredi M. Murer wieder einen ganz besonderen Jungen in den Mittelpunkt und schafft es, aus der üblichen Schablone dieses Themas auszubrechen, erzählt von Vitus, der mit seinem Großvater der Faszination des Fliegens erliegt und erst nach einigen Umwegen seinen Weg findet.

In der Schule betrachten ihn die anderen als Außenseiter, er fühlt sich unterfordert und nervt Mitschüler und Lehrer durch penetrantes "Besserwissen". Seine Mutter will aus dem begnadeten Jung-Pianisten ein Wunderkind machen. Durch diese Rechnung macht der aufmüpfige Knabe einen Strich. Statt bei einer Koryphäe Unterricht zu nehmen, ertrotzt er sich einen Freiraum, in dem sein Großvater ihm ein Stück Normalität zurückgibt. Um sich vor den Anforderungen der Erwachsenen zu retten, gibt Vitus nach einem Unfall vor, seine außergewöhnlichen Fähigkeiten verloren zu haben. Während die Eltern verzweifeln, der Vater seinen Job verliert und die Mutter ihre Aktivitäten nur noch auf den Heranwachsenden konzentriert, ist der schon lange flügge geworden und macht die gewagtesten und erfolgreichsten Bankgeschäfte per Internet.

Das klingt zwar märchenhaft, passt aber in den trotz allem leichtfüßigen Kontext. Die erst sechs-, später zwölfjährige Hauptfigur träumt ihren Traum in dieser Liebeserklärung an die Kindheit und die versöhnliche Kraft der Musik. Ein Glücksfall ist der zwölfjährige Teo Gheorghiu, der an der Purcell-School in London für musikalisch hochbegabte Eleven studiert und mit dem Züricher Kammerorchester das im Film entscheidende Konzert vor 1400 Zuhörer spielt, nicht nur auf der Leinwand, sondern auch in Realität ein Genius. Ihn ergänzt Bruno Ganz, der lustvoll den widerborstigen Lebensphilosophen mimt, der mit Hut in der Schreinerei herumwerkelt und sich diebisch freut, wenn er seinen Enkel vor den Ansprüchen der Gesellschaft schützen kann und ihm sogar seine Finanzen anvertraut. Pate für diese verschrobene Figur, die auch im Alter nur so von Ideen sprüht und eine Wahnsinnsenergie ausstrahlt, waren Robert Walser und der Vater des Regisseurs mit seiner bodenständigen Betrachtung menschlicher Existenz. "Vitus" trifft mit seiner Mischung aus feiner Melancholie, frischen Mut der Jugend und leiser Wehmut des Alters mitten ins Herz. mk.

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Info

Plakat des Films: Vitus

Kinostart: 21.12.2006

Schweiz 2006

Länge: 2 h 3 min

Genre: Drama

Originaltitel: Vitus

Regie: Fredi Murer

Drehbuch: Fredi Murer, Peter Luisi, Lukas B. Suter

Musik: Mario Beretta

Produktion: Fredi Murer, Christof Neracher, Christian Davi

Kostüme: Sabine Murer

Kamera: Pio Corradi

Schnitt: Myriam Flury

Ausstattung: Susanne Jauch