Drama über die Schriftstellerin Violette Leduc und ihre vielschichtige Beziehung zu ihrer Mentorin Simone de Beauvoir.

Kinostart: 26.06.2014

Emmanuelle Devos

Emmanuelle Devos
als Violette Leduc

Sandrine Kiberlain

Sandrine Kiberlain
als Simone de Beauvoir

Olivier Gourmet

Olivier Gourmet
als Jacques Gu

Catherine Hiegel
als Berthe Leduc

Jacques Bonnaffé
als Jean Genet

Olivier Py
als Maurice Sachs

Nathalie Richard
als Hermine

Stanley Weber

Handlung

Violette Leduc hält sich mit Schwarzmarktgeschäften über Wasser und träumt davon, Bücher zu schreiben. 1945 wagt sie es, Simone de Beauvoir ihr erstes Werk zu überreichen, Beginn einer lebenslangen Freundschaft. Die Ikone der Rive Gauche führt sie in die intellektuellen Kreise der Pariser Gesellschaft. Während die Philosophin mit "Das zweite Geschlecht" Erfolge feiert, bleibt ihr Schützling ohne Fortüne. Privat werden Violettes Gefühle zu Frauen und homosexuellen Männern selten erwidert, der literarische Ruhm lässt auf sich warten.

Kritik

Porträt der französischen Schriftstellerin Violette Leduc und ihre außergewöhnliche Freundschaft zu Simone de Beauvoir.

Anfang der 1950er Jahren unverblümt über weibliche Sexualität, Abtreibung und homosexuelle Neigungen zu schreiben, das stieß selbst in Frankreich auf Widerstand. Aber die in Deutschland wenig bekannte Violette Leduc hatte keine Angst vor Tabuthemen und Ablehnung. Letztere war sie schon als "unehelich" geborenes Kind gewohnt, das in ärmlichen Verhältnissen bei der Großmutter aufwuchs. Ihre Bücher waren ein Schrei nach Liebe, nach Anerkennung, nach menschlicher Wärme. In sechs Kapiteln erzählt Martin Provost fünf Jahre nach seinem Erfolg von "Séraphine" (mit sieben Césars ausgezeichnet) vom Schicksal dieser Frau, die sich erst mit Schwarzmarktgeschäften durchschlug und letztendlich im Schreiben Befreiung fand, aber immer unter ihrer Herkunft litt. Dabei interessiert er sich vor allem für den schmerzhaften Weg einer Künstlerin, die vom Instinkt getrieben ist und nicht vom Intellekt wie die Bohème der Pariser Rive Gauche. Sie traut sich, 1945 Simone de Beauvoir ihren ersten Roman zu überreichen. Dass die Gefährtin Sartres sie unter ihre Fittiche nahm, eröffnet ihr Chancen und Begegnungen mit Leuten wie Jean Genet, Jean Cocteau, Maurice Sachs oder Jacques Guérin, die sie einschüchtern, aber auch anspornen. Während die Philosophin mit "Das zweite Geschlecht" Erfolge feiert, bleibt ihr Schützling ohne Fortune, ihr erstes Werk "L' Asphyxie" wurde von Gallimard lieblos verlegt und lag wie Blei in den Verkaufsregalen, der Ruhm kam erst sehr viel später. Privat wurden ihre Gefühle zu Frauen und homosexuellen Männern oft nicht erwidert, die Ehe mit einem Fotografen ging schnell in die Brüche.

Provost konzentriert sich auf die entscheidenden zwanzig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, die Beziehung Violettes zur dominanten Mutter und auf die Freundschaft zwischen Violette und Simone, beide in ihrer Komplexität stärkere Persönlichkeiten als die sie umschwirrenden Männer. Sandrine Kiberlain mit strengem Dutt als Feministin der ersten Stunde und Emmanuelle Devos, freiheitsliebend und einsam, wild und verletzbar, machen dieses Biopic sehenswert, trotz Überlänge und zu viel Didaktik im ersten Teil. "Violette" weckt auch Nostalgie an eine Zeit intellektueller Frivolität und lustvoller Pikanterie, in der Rauchen und Trinken nicht als Teufelswerk galt, sondern zum genussvollen Alltag der Kreativen gehörte. Nach diesem Film möchte man die Bücher der Violette Leduc lesen, vor allem ihre Autobiografie "Die Bastardin", mit der sie 1964 den Durchbruch schaffte. mk.

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Info

Plakat des Films: Violette
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 26.06.2014

Belgien/Frankreich 2013

Länge: 2 h 19 min

Genre: Drama

Originaltitel: Violette

Regie: Martin Provost

Drehbuch: Marc Abdelnour, René de Ceccatty, Martin Provost

Musik: Hugues Tabar-Nouval

Produktion: Milena Poylo, Gilles Sacuto

Kostüme: Madeline Fontaine

Kamera: Yves Capé

Schnitt: Ludo Troch

Ausstattung: Thierry François

Website: http://www.violette-film.de

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