Verfilmung des Musical-Hits um ein Theater-Casting, bei dem Erotik, Geschlechterkrieg und beißende Ironie regieren. Brilliant!

Kinostart: 21.11.2013

Die Handlung von Venus im Pelz

Nach einem langen Castingtag für seine Inszenierung von "Venus im Pelz" ist der Pariser Theaterregisseur und -autor Thomas erschöpft. Keine Kandidatin entsprach seinen Ansprüchen. Da taucht die leicht vulgäre Vanda in letzter Minute auf und überrascht ihn durch Wandlungsfähigkeit und Verständnis für die Rolle. Zwischen Leidenschaft, dunklem Begehren und Abhängigkeit verwischen sich die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie. Das Machtverhältnis zwischen Intellektuellem und scheinbar geistig schlichter Schauspielerin kehrt sich um.

Nach einem langen Castingtag für seine Inszenierung von "Venus im Pelz" ist der Pariser Theaterregisseur und -Autor Thomas erschöpft. Keine Kandidatin entsprach seinen Ansprüchen. Da taucht in letzter Minute die leicht vulgäre Wanda auf und überrascht ihn durch Wandlungsfähigkeit und Verständnis für die Rolle. Zwischen Leidenschaft, Begehren und Abhängigkeit verwischen die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie. Das Machtverhältnis zwischen Regisseur und Schauspielerin kehrt sich um.

Das Casting ist vorüber, doch Wanda gibt nicht auf. Das anfängliche Desinteresse des Regisseurs verfliegt schnell. Launige Interpretation eines von Sacher-Masoch inspirierten Broadway-Hits durch Regiemeister Polanski.

Kritik zu Venus im Pelz

Roman Polanskis filmische Adaption des Broadwayhits wird zur eleganten Geschlechterschlacht zwischen Emmanuelle Seigner und Mathieu Amalric.

Frauen und Männer, die sich auf engstem Raum unliebsame Wahrheiten um die Ohren hauen, zählen zu Roman Polanskis Spezialität. Bestens im Gedächtnis ist noch sein erfolgreiches Vier-Personen-Kammerspiel "Der Gott des Gemetzels". Diesmal sind nur zwei Menschen am perfiden Spiel um Macht und Ohnmacht beteiligt, der Pariser Theaterregisseur und -autor Thomas und die scheinbar geistig schlichte Schauspielerin Vanda. Polanski verfilmt das Zweipersonenstück des Amerikaners David Ives, das auf der 1870 erschienenen Titel-gebenden Novelle von Leopold von Sacher -Masoch basiert, in einer raffinierten Mischung aus Ironie und Spott, Komödie und kaltem Geschlechterkrieg, lustvoller Selbstunterwerfung und sadistischer Dominanz.

Nach einem langen Castingtag für seine Inszenierung des Romans "Venus im Pelz" will der erschöpfte Regisseur Thomas nach Hause. Keine der Kandidatinnen entsprach auch nur in Ansätzen seinen Vorstellungen. In letzter Minute und zu spät taucht Vanda auf. Die leicht vulgär und geschmacklos bekleidete Frau bringt ihn dazu, dass sie doch noch vorsprechen darf. Und die Überraschung ist perfekt. Auf der Bühne spielt sie furios auf und drängt Thomas, der die Rolle des Severin übernimmt, in die Ecke. Die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie verschwimmen, das Machtverhältnis kehrt sich um.

Polanskis Frau und Muse Emmanuelle Seigner und Mathieu Amalric, der durch seine optische Ähnlichkeit mit dem jungen Polanski ein Feld von Interpretationen eröffnet, stehen erstmals seit "Schmetterling und Taucherglocke" wieder vereint vor der Kamera, Seigners feministischer Trip in Abgründe ist fulminant und eine ihrer besten Performances, wenn sie mit verschiedenen Tonlagen jongliert, mal als Vamp, dann als (Rache)Göttin glänzt. Das Zweipersonenstück in Zeiten von knalligen 3D-Bildern könnte ein Wagnis sein, aber nicht beim Oscar-Preisträger ("Der Pianist"). Er kürzte Dialoge aus Ives' Fassung, veränderte Szenen und parodiert die Beziehung zwischen Regisseur und Schauspieler. Polanski peppt das Stück filmisch auf, auch durch den Wechsel zwischen Bühne mit Western-Dekoration und leerem Theatersaal. Er lässt verborgene Lust und dunkles Begehren ausbrechen, die in Abhängigkeit münden. Die klaustrophobische Situation erinnert an andere Filme des Meisters wie "Der Mieter" oder "Bitter Moon" und Amalric weckt am Ende in seiner Verkleidung Assoziationen an "Wenn Katelbach kommt". Gedreht wurde mit nur einer Kamera und ihrem "besten Blickwinkel", wie Polanski sagt, die Amalric und Seigner bis zu ihrem letzten Triumph begleitet. mk.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 21.11.2013

Frankreich/Polen 2013

Länge: 1 h 36 min

Genre: Drama

Originaltitel: La Vénus à la fourrure

Regie: Roman Polanski

Drehbuch: Roman Polanski, David Ives

Buchvorlage: David Ives

Musik: Alexandre Desplat

Produktion: Robert Benmussa, Alain Sarde

Kostüme: Dinah Collin

Kamera: Pawel Edelman

Schnitt: Hervé de Luze, Margot Meynier

Website: http://www.venusimpelz-derfilm.de