Disney-Abenteuer um eine Südsee-Häuptlingstochter, die mit einem Halbgott das Paradies retten soll.

Kinostart: 22.12.2016

Die Handlung von Vaiana

Ohne wäre Weihnachten einfach nicht Weihnachten: ein neues Disney-Abenteuer, rechtzeitig vor den Feiertagen. Und dieses Jahr wird es paradiesisch!

Die 16-jährige Vaiana (gesprochen von „Bibi und Tina“- Star Lina Larissa Strahl) lebt mit ihrer Familie auf der Südseeinsel Motunui und soll als Tochter des Häuptlings Tui irgendwann die Leitung ihres Stammes übernehmen.

Erstmal sehnt sich Vaiana aber nach den Weiten des Meeres. Das magische Band zwischen ihr und dem Ozean zieht sie immer wieder auf das Wasser, das ihre Vorfahren einst mit ihren Booten befahren haben. Doch der Stamm traut sich schon lange nicht mehr über das schützende Riff hinaus. Und keiner kennt den Grund.

Vaianas Großmutter Tala prophezeit jedoch, dass die Häuptlingstochter das Geheimnis lüften wird. Als das kleine Inselparadies dann in Gefahr gerät, muss sich Vaiana auf ihr erstes großes Abenteuer begeben. Denn nur sie kann die Insel und den Stamm retten!

Dafür muss sie ausgerechnet den eigenwilligen Halbgott Maui (gesprochen von Popstar Andreas Bourani) aufsuchen, der an der drohenden Katastrophe nicht ganz unschuldig ist. Der entpuppt sich als Wegbegleiter der besonderen Art: etwas vorlaut, mit einem riesigen magischen Angelhaken, einem noch größeren Herzen und immer für einen Lacher gut. Das macht aus den beiden ein waschechtes „odd couple“ – eine ungleiche, witzige Zweckgemeinschaft, mit der man einfach mitfiebern muss.

Wie man es von Disney kennt, gibt es dazu eine Reihe von Songs mit Ohrwurmgarantie – gleichzeitig ist der Film herrlich selbstironisch, wie man es bei dieser Art Film selten sieht. Und Vaiana ist eine ganz besondere Hauptfigur, die den Nerv bei kleinen und bei großen Zuschauern zielgenau trifft.

Eine fast ebenso große Rolle spielt der Ozean selbst. Kein Wunder also, dass Wasser und Wellen in „Vaiana“ photorealistischer aussehen als in jedem anderen Animationsfilm. Beeindruckende Bilder für eine beeindruckende Geschichte. Am Ende hat Vaiana sogar das, was viele Film gerne hätten, aber nicht erreichen: eine starke Botschaft, ohne den berüchtigten erhobenen Zeigefinger.

Dass die Emotionen bei der ergreifenden Story immer wieder so hoch schwappen wie die Wellen des Pazifiks, passt perfekt. Hier stimmt also einfach alles, was „Vaiana“ zum coolesten Weihnachtsfilm seit „Die Eiskönigin – völlig unverfroren“ macht.

Kritik zu Vaiana

56. abendfüllender Animationsfilm von Disney Animation, in dem ein Mädchen zu einem Abenteuer aufbricht, um ihr Inselparadies in der Südsee zu retten.

Auf den ersten Blick mag es nicht so scheinen, aber "Vaiana" markiert das ambitionierteste Experiment, seitdem Disney Animation unter der Führung von John Lasseter eine künstlerische wie kommerzielle Hochphase erlebt wie zuletzt Mitte der Neunzigerjahre, als mit "Die Schöne und das Biest", "Aladdin" und "Der König der Löwen" unerreichte Bestmarken gesetzt wurden. Auf den ersten Blick ist "Vaiana", der 56. abendfüllende Animationsfilm aus dem Hause, einfach eines dieser prachtvoll anzusehenden und auf höchstmöglichem technischen Standard umgesetztes Abenteuer, wie man es von dem langlebigsten aller Animationshäuser Hollywoods erwartet, aus dem gleichen Holz geschnitzt wie der größte Erfolg der jüngeren Zeit, "Die Eiskönigin": Es erzählt von der Entdeckungsreise eines unabhängigen Mädchens, das sich und seine Bestimmung findet, während es seine eigene Kultur und dessen Traditionen entdeckt, verinnerlicht und schließlich retten muss. Die exotischen und farbenfrohen Schauplätze, die mit großem Einfühlungsvermögen gezeichneten Figuren, die drolligen Sidekicks, die große Emotion, die eingängigen Lieder, in diesem Fall beigesteuert von der aktuellen Broadway-Sensation Lin-Manuel Miranda ("Hamilton"): allesamt vertraute Erfolgszutaten, die auch hier wieder scheinbar mühelos zusammengefügt wurden, mit dem Zauber und der Tradition der polynesischen Inseln als Kulisse. Werden die Kassen klingeln? Ohne jede Frage.

Aber da steckt noch mehr in der Geschichte eines einfachen Mädchens, das losgeschickt wird, um im Einklang mit der Magie des Wassers und mit Hilfe des Halbgottes Maui, ein eingebildeter Prahlhans, dessen Charme und Humor sich die Heldin dennoch ebenso wenig entziehen kann wie das Publikum, die langsam sterbenden Inseln zu retten, indem es ein gestohlenes Juwel seiner Bestimmung zuführt. Es ist nicht nur der große Weihnachtsfilm von Disney für dieses Jahr, der all das hat, was das Publikum erwartet. Es ist der überaus ambitionierte Versuch, die alte Welt von Disney Animation mit der neuen Ordnung zu vermählen, mit der John Lasseter dem darbenden Haus nach seiner Übernahme im Jahr 2007 im Stil von Pixar neue Perspektiven aufzeigte. Regie führen die Veteranen John Musker und Ron Clements, die als Macher von "Arielle, die Meerjungfrau" und "Aladdin" Sinnbild sind für den Erfolgslauf, den das Maus-Haus seinerzeit unter der Führung von Jeffrey Katzenberg hinlegte. Mit "Der Schatzplanet" mussten sie auch den Niedergang ihrer klassischen Erzähltradition miterleben. Und sie waren es, die mit "Küss den Frosch" den ersten Film unter der Ägide Lasseters realisierten, den bislang letzten handgezeichneten Zeichentrickfilm des Hauses, dem der große Erfolg versagt blieb. So weit war man damals noch nicht bei Disney. Lasseters Führungsstil, der die Filmemacher ermächtigt, hatte sich noch nicht etabliert.

"Vaiana" merkt man nun eine andere Energie an, einen anderen Stil, einen anderen Blick, einen anderen Umgang mit den Figuren, als man es von den jungen Punks im Haus zuletzt mit radikal neuartigen Filmen wie "Baymax" oder "Zoomania" erlebt hatte. Tief im Herzen ist es ein zutiefst altmodischer Film, klassischer erzählt als alles andere seit, nun ja, "Küss den Frosch", aber eben auch aufgemotzt und auf den neuen Stand der Dinge gebracht mit rasend schnellen und aufregenden Actionszenen, die eine ganz andere Handschrift tragen. Was mehr als nur ein Gefühl ist: Nicht von ungefähr werden die "Baymax"-Macher Don Hall und Chris Williams in den Credits als Ko-Regisseure gelistet. Ganz offenbar haben sie mitgeholfen, aus einem Stoff, wie Disney ihn in den Neunzigern gemacht hätten, einen Stoff zu machen, wie Disney ihn Mitte der Zehnerjahre produziert: Pfiffig, schnell, beweglich, aufregend, besonders in einer ausgedehnten Sequenz, in der sich Vaiana und Maui dem Angriff tausender winziger Piraten ausgesetzt sehen, die wie Kokosnüsse aussehen. Aber alles eben doch immer auch mit dem sorgfältigen Flair und die Mühe um Figurenzeichnung, die die ausgewiesene Stärke von Musker und Clements ist. Nichts verdeutlicht das mehr als der Umstand, dass es sich um einen computeranimierten Film handelt, die beweglichen Tätowierungen auf dem Körper Mauis allerdings handgezeichnet und anschließend eingefügt wurden. "Aladdin" trifft auf "Baymax" und zelebriert eine Heldin, die Elsa aus "Die Eiskönigin" näher steht als Arielle, eine faszinierende Fusion aus Alt und Neu, die unterstreicht, dass es gegenwärtig nichts gibt, was Disney Animation nicht wuppen könnte. ts.

Extras

Konzeptzeichnung des Avengers CAMPUS

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Im Zuge der D23 Expo 2019 hat Disney neue Informationen zu kommenden Attraktionen in ihren Parks bekanntgegeben - darunter eine Avengers-Erlebniswelt und ein Sternenkreuzerhotel.

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Info

Kinostart: 22.12.2016

USA 2016

Länge: 1 h 47 min

Genre: Action

Originaltitel: Moana

Regie: John Musker, Ron Clements

Drehbuch: Taika Waititi, John Musker, Ron Clements

Musik: Mark Mancina

Produktion: Osnat Shurer

Schnitt: Jeff Draheim

Ausstattung: Ian Gooding

Website: http://filme.disney.de/vaiana