Ein Bankangestellter verschweigt seiner Familie den überraschend erhaltenen Urlaub und führt stattdessen ein Doppelleben außerhalb seiner gewohnten Routine.

Kinostart: 02.02.2006

Gustav Peter Wöhler

Gustav Peter Wöhler
als Rolf K

Meret Becker

Meret Becker
als Sophie

Petra Zieser

Petra Zieser
als Helga K

Luisa Sappelt
als Berit K

Falk Rockstroh
als Schuldirektor

Philip Stölken
als Paul K

Lars Rudolph
als Der Nachbar/ Laruzo

Anna Böttcher
als Kinderg

Wilhelm Manske
als Bankdirektor Seiffert

Oliver Mommsen
als Vertreter

Gilbert Sohlern
als Dr. Holmer

Martin Semmelrogge
als Rezeptionist

Philip Kleinke
als Patrick

Gesine Brehmer
als Hellen

Utz Richter

Jelena Mitschke
als Marketing M

Handlung

Tag für Tag geht Rolf Köster (Gustav-Peter Wöhler) in Routine erstarrt den überschaubaren Anforderungen des Lebens nach. Er verlässt morgens pünktlich sein Zuhause und damit Frau und Kinder, um als Angestellter in einer Bankfiliale die stets gleichen Tätigkeiten auszuführen. Bewegung kommt in den tristen Alltag, als ihn sein Chef unerwartet in den Urlaub schickt. Rolf, der mit so viel Freizeit zunächst wenig anzufangen weiß, beschließt, die Sache der Familie zu verschweigen und Urlaub vom Leben zu nehmen.

Von der Midlife-Crisis und alternativen Wegen, damit umzugehen, erzählt das heiter-melancholische Bürgerportrait von Regisseurin Neele Leana Vollmar.

Kritik

Familie als kleinster Kern des Kosmos funktioniert nicht mehr, Grund für einen Bankkassierer, aus dem ermüdenden Alltagstrott auszubrechen.

Krise als Normalzustand. Bei jungen deutschen Filmemachern ein beliebtes Thema, vor allem wenn es um die Zerrüttung von Familie geht. Da kommt die Jämmerlichkeit der Gefühle auf den Prüfstand, tief sitzender Frust an fehlender Gemeinsamkeit, die erkaltete Lust im Bett. Bei Rolf Köster und den seinen herrscht schon lange emotionale Eiszeit. Vater verlässt das Haus jeden Tag um die gleiche Zeit, absolviert seinen Job in der Sparkasse mit der Präzision eines Uhrwerks, Mutter sucht Zuneigung und Sex beim Lehrer-Kollegen, die Kinder möchten ihre Eltern am liebsten verschenken, um das Elend nicht weiter ansehen zu müssen. Die sogenannte Gutbürgerlichkeit hat ausgedient. Einziger Lichtblick für den Kassierer, der die Welt wie ein Fisch im Aquarium durch eine 3cm dicke Glasscheibe betrachtet, sind die Jogging-Runden vor dem Frühstück. Als ihn sein Chef in Zwangsurlaub schickt, werden die täglichen Rituale obsolet, der Mann fällt in ein Loch. Erst in der Begegnung mit einer durchgedrehten und chaotischen Taxifahrerin realisiert er seine mickrige Existenz und die Einsamkeit zu zweit. Er nimmt "Urlaub vom Leben" und gibt sich eine zweite Chance.

Neele Leana Vollmar erzählt unspektakulär von brüchigen Beziehungen und Biografien und dem Ausbruch aus seelischer Starre bevor es zu spät ist. Trotz aller Tristesse lässt sie Hoffnung. Wenn der behäbige Freizeitsportler am Ende wieder gemütlich seine Runden zieht, läuft er zwar immer noch im Kreis, aber mit einem neuen Ziel vor Augen. Mag die Geschichte manchmal etwas auf der Stelle treten, Lars Rudolph zum xten Mal den Durchgeknallten mimen und das Kleine ZDF - Kleine Fernsehspiel formal grüßen, die Figuren rühren zutiefst, vor allem Gustav Peter Wöhler als Loser und eine kühle und perfekte Petra Zieser als illusionslose Ehefrau. Ob er glücklich ist, weiß Köster nach der Katharsis nicht. Jedenfalls aber nicht mehr unglücklich. mk.

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Info

Plakat des Films: Urlaub vom Leben

Kinostart: 02.02.2006

Deutschland 2005

Länge: 1 h 27 min

Genre: Drama

Originaltitel: Urlaub vom Leben

Regie: Neele Leana Vollmar

Drehbuch: Janko C. Haschemian

Musik: Johann Sebastian Bach, Thomas Mehlhorn, Robert Schumann

Produktion: Jochen Laube

Kostüme: Juliane Maier

Kamera: Pascal Schmit

Schnitt: Andrea Mertens

Website: http://www.urlaubvomleben.de