Serienkillerjagd zwischen Groteske und Grauen, Humor und Horror.

Kinostart: 31.07.2008

Pell James
als Bobbi Prescott

Julia Ormond

Julia Ormond
als Elizabeth Anderson

Bill Pullman

Bill Pullman
als Sam Hallaway

Hugh Dillon
als Vater

Ryan Simpkins
als Stephanie

French Stewart
als Officer Jim Conrad

Michael Ironside
als Captain Billings

Kent Harper
als Officer Jack Bennet

Cheri Oteri
als Stephanies Mutter

Die Handlung von Unter Kontrolle

Nachdem mitten im amerikanischen Nirgendwo ein grausamer Mord geschah, schickt das FBI mit den Agents Anderson (Julia Ormond) und Hallaway (Bill Pullman) zwei Ermittler an den Ort des Geschehens. Im Büro von Captain Billings (Michael Ironside) müssen sie widersprüchliche Zeugenaussagen gegeneinander abwägen: Kokserin Bobbi (Pell James), die 8-jährige Stephanie (Ryan Simpkins) und ein verquerer Cop geben verwirrende Statements ab.

Beherzt springt Davids Tochter Jennifer Lynch ("Boxing Helena") in den Psychopool ihres kultisch verehrten Daddys und taucht nach allerhand menschlichen Abgründen. Das leistet einem schwarzhumorigen, surrealen Mordpuzzle Vorschub, das von schrägen Typen und starken Stilismen lebt.

Ein Ermittler-Duo des FBI will in der Provinz eine brutale Bluttat aufklären. Gegensätzliche Zeugenaussagen eines Cops, einer zugedröhnten White-Trash-Braut und eines achtjährigen Mädchens können nur bedingt weiterhelfen. Auf der Spur zweier psychopathischer Killer stolpert man schließlich auch über Hinweise, die die lokalen Gesetzeshüter in den Fall verwickeln.

Mit den Zeugenaussagen eines Ordnungshüters in einem entlegenen Polizeirevier in der Mitte von Nirgendwo will ein Ermittlerduo des FBI eine brutale Bluttat aufklären. Seine Erinnerungen decken sich aber nur bedingt mit denen zweier anderer Zeugen, einer zugedröhnte White-Trash-Braut und einem achtjährigen Mädchen. Allesamt waren sie auf offenem Highway Betroffene einer unfasslichen Bluttat zweier maskierter Psychopathen. Und die sind nun näher, als es allen Beteiligten lieb sein kann, und wollen beenden, was sie begonnen haben.

Kritik zu Unter Kontrolle

Menschliche Abgründe sind der Turf von Jennifer Lynch, die - ganz wie Vater David - eine surreale Gewaltgroteske anzettelt und diese mit furiosem Stil als wahres Feuerwerk abbrennt.

Die Gratwanderung zwischen Groteske und Grauen, zwischen Humor und Horror beherrscht die Tochter von Regie-Ikone David Lynch vorzüglich. Ihre eigentlich simple Story fächert sie mit enormen inszenatorischen Aufwand zu einem verwirrend alptraumhaften Vexierspiel auf. Das hat die Regisseurin derart unter Kontrolle, dass man als Zuschauer in einer unkontrollierten Achterbahnfahrt durch die Abgründe ihrer skurrilen Figuren stürzt.

Provinzielle Originale und sonderbare Typen haben es ihr angetan: Ausgiebig delektiert sich Lynch an den kriminellen Marotten degenerierter Landpolizisten, deren aus Langeweile geborenen Psycho-Orgien sie mit Gusto als anrüchige Komödie ausstellt. Anlass sind die Zeugenaussagen eines Ordnungshüters, durch die ein Ermittler-Duo des FBI (Julia Ormond und Bill Pullman) eine brutale Bluttat aufklären will, die immer wieder als verstörende Fragmente dunkel durch den Film rauschen. Die beiden anderen Zeugen sind eine zugedröhnte White-Trash-Braut (Pell James) und ein achtjähriges Mädchen (beachtliche Leistung: Ryan Simpkins), deren Schicksal sich auf einer einsamen Straße verquickt.

Ein Whodunit zum Mitraten liegt nicht im Sinne der Regie, die mehr Wert auf spleenige Figuren als auf einen stringenten Plot legt. Über weite Strecken wähnt man sich im "Twin Peaks"-Universum, aus dem die Polizeistation nebst Personal zu entspringen scheint. Lynch zelebriert bizarre Situationen, wechselt die Zeitebenen, derweil geschickte Andeutungen, in denen etwa "evidence" per Kugelschreiber in "violence" umgetauft wird, einen Twist vorwegnehmen, der zwei psychopathische "Natural Born Killers" vorstellt, die mit viel Enthusiasmus bei der blutigen Sache sind.

Das eröffnet eine famose Spielwiese für die Darsteller, die eine exzentrische Show abliefern, mal mit Overacting, mal per Understatement, wie etwa Michael Ironside, der als Polizeichef mit Zahnstocher im Mundwinkel Bauklötze staunt, was seine verantwortungslosen Untergebenen so alles an groben Unfug anrichten. Über Wahrscheinlichkeit des Geschehens, Verhalten der Beteiligten sowie die ruhelose Diktion lässt sich trefflich diskutieren. Doch verglichen mit ihrem Erstling, dem Skandalfilmchen "Boxing Helena", hat Jennifer Lynch einen gewaltigen Entwicklungssprung vollzogen und einen Thrillertrip geschaffen, der irritiert wie fasziniert.

tk.

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Info

Plakat des Films: Unter Kontrolle

Kinostart: 31.07.2008

Deutschland/USA 2008

Länge: 1 h 37 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Surveillance

Regie: Jennifer Chambers Lynch

Drehbuch: Jennifer Chambers Lynch, Kent Harper

Musik: Todd Bryanton

Produktion: Marco Mehlitz, David E. Michaels

Kostüme: Cathy McComb

Kamera: Peter Wunstorf

Schnitt: Daryl K. Davis

Ausstattung: Sara McCudden

Website: http://www.unterkontrolle-derfilm.de