Mysteriöser Thriller über eine Außerirdische, die auf den Straßen Schottlands männliche Anhalter aufliest und zu verführen versucht.

Kinostart: 06.03.2014

Handlung

Eine Außerirdische in Gestalt einer attraktiven jungen Frau ist in ihrem Lieferwagen unterwegs auf den Straßen von Schottland: Sie liest Anhalter auf, überprüft in kurzen Gesprächen ihre Tauglichkeit und lockt sie dann mit dem Versprechen auf Sex in einen einsamen Raum, wo die Männer in einem Becken weggesaugt werden. Mit jeder neuen Begegnung beginnt die zunächst so kühle und unbeteiligte Fremde ihre Mission doch verstärkt zu hinterfragen.

Ein weibliches Alien macht Jagd auf Männer in Schottland. Es hat das Aussehen einer schönen jungen Frau, und so fällt es ihm leicht, serienweise Männer zu überzeugen, zu ihm in den Van zu steigen. Dann lockt es sie in den Raum mit schwarzglänzenden Fußboden, der die Männer verschluckt, es selbst aber trägt. Mit der Zeit beginnt sich das Alien stärker für die Welt der Menschen zu interessieren, möchte begreifen, verstehen lernen, fühlen wie sie. Das führt dazu, dass das Alien seine Aufgaben vernachlässigt - und selbst in Gefahr gerät.

In Gestalt einer schönen Frau geht ein Alien in Schottland auf Männerjagd. Dabei entdeckt es neue Gefühle. Scarlett Johansson spielt die Hauptrolle in diesem stilvollen Horrordrama von Jonathan Glazer ("Sexy Beast").

Kritik

Beklemmender Thriller über eine Außerirdische, die auf den Straßen Schottlands männliche Anhalter aufliest und zu verführen versucht.

Eine Verfilmung des Romans "Under the Skin", wie Michael Faber ihn 2000 geschrieben hat, wäre eine spannende Sache: eine allegorische Science-Fiction-Fabel im Stil von "Farm der Tiere" über eine vermeintlich außerirdische Autofahrerin, die im schottischen Hinterland männliche Anhälter aufliest, unter Drogen setzt und zur Weiterverarbeitung abliefert. Mehr als das gröbste Outline dieser Prämisse hat den britischen Regisseur Jonathan Glazer allerdings nicht interessiert, sodass man im Grunde noch nicht einmal von einer Adaption reden kann. Abgesehen von der Autofahrerin und den Anhaltern ist von der Vorlage hin zu einem der ungewöhnlichsten, eigenwilligsten und beklemmendsten Filme, die man je zu sehen bekommen wird, nicht übrig geblieben. Ja, mit Scarlett Johansson hat sich Glazer, der zuletzt acht Jahre vorher mit seinem großartigen "Birth" als Filmregisseur in Erscheinung getreten ist, einen der angesagtesten weiblichen Hollywood-Stars der Gegenwart für die Hauptrolle gesichert. Und obwohl sie der einzige professionelle Darsteller und im Grunde in jeder einzelnen Szene des Films zu sehen, fällt es einem schwer, von einem Starvehikel zu sprechen. Verdammt, es fällt einem schwer zu beschreiben, was "Under the Skin" überhaupt ist.

Es ist ein Film, der einfach zu passieren scheint und sich seiner Zuschauer auf fast schon beängstigende Weise bemächtigt und in einer Bilderwelt verschlingt, die nackte Gänsehaut verursacht. Am besten lässt sich diese bedrückende Abfolge von grotesken Szenen als Horrortrip beschreiben, der sich ebenso unbeteiligt und emotionslos abspielt, wie die namenlose Protagonistin auf unsere Welt blickt, die sie weder verstehen kann noch verstehen will: Sie will einfach nur ihren Auftrag erfüllen, junge Männer finden, teilweise in Szenen, die offenkundig mit versteckter Kamera in realen Szenarien gedreht wurden, und diese dann mit dem Versprechen von Sex in ein pechdunkles Gebäude locken, wo Dinge mit ihnen passieren, die man wirklich selbst gesehen haben muss, um sie zu glauben (wenn auch nicht unbedingt zu begreifen).

Es ist ein bisschen, als hätte der innovative Videoclipkünstler Chris Cunningham versucht, Nicolas Roegs Bilderrätsel "Der Mann, der vom Himmel fiel" zu entschlüsseln und mit seinen visuellen Codes zu versehen. Schwer zu sagen, ob sich am verstörenden Ende tatsächlich der Kreis einer Geschichte schließt. Vielleicht ist es idiotisch, hier überhaupt von einer Geschichte zu sprechen. Aber es ist eine filmische Erfahrung, die man gemacht haben sollte, angefüllt mit einzigartigen Momenten und Szenen - speziell eine aus weiter Entfernung ohne Schnitt gedrehte Sequenz, in der man mitverfolgt, wie an einem Strand eine vermeintlich harmlose Situation in eine Tragödie mündet, lassen einem das Blut gefrieren - und einer oppressiv dichten Atmosphäre, gedreht von einem Mann, der sein Medium beherrscht und ausreizt, wie es zuletzt vor ihm bestenfalls Kubrick getan hat. ts.

Wertung Questions?

FilmRanking: 980 +38

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

Plakat des Films: Under the Skin
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 06.03.2014

Großbritannien/USA 2013

Länge: 1 h 48 min

Genre: Sci-Fi

Originaltitel: Under the Skin

Regie: Jonathan Glazer

Drehbuch: Walter Campbell

Musik: Mica Levi

Produktion: Nick Wechsler, James Wilson

Kostüme: Steven Noble

Kamera: Daniel Landin

Schnitt: Paul Watts

Ausstattung: Chris Oddy

Ticker

Kino&Co Newsletter

Hol' dir jetzt den KINO&CO Newsletter!
Der schnelle Überblick über unsere Blockbuster und Top-Gewinnaktionen der Woche.