Die Dreharbeiten zu einem Film über den Eroberer Kolumbus konfrontieren die Macher mit den aktuellen Problemen der Einheimischen mit den Machthabern. Starkes, sozial engagiertes Drama.

Kinostart: 29.12.2011

Luis Tosar

Luis Tosar
als Costa

Gael García Bernal

Gael García Bernal
als Sebasti

Carlos Aduviri
als Daniel/Hatuey

Karra Elejalde
als Ant

Cassandra Ciangherotti
als Maria

Raúl Arévalo
als Juan/Antonio de Montesinos

Milena Soliz
als Belen

Handlung

Ein spanisches Filmteam gerät in Bolivien bei Dreharbeiten zu einem Film über den Entdecker Christoph Kolumbus in Schwierigkeiten, als Statisten streiken und sich die sozialen Unruhen in der Stadt Cochabamba zu einer Rebellion ausweiten, weil die Regierung die Wasserversorgung der Region an einen Multi verkauft hat. Der idealistische, auf seiner Vision beharrende Regisseur erweist sich in seiner Hybris als Ausbeuter, der pragmatische Produzent, gewohnt, mit Geld umzugehen, wird zur Schlüsselfigur bei der Entscheidungsfindung.

Kritik

Starkes Politdrama von Icíar Bollaín um Dreharbeiten, die in den Strudel sozialer Rebellion geraten.

An Originalschauplätzen in Bolivien gedreht, entwickelt sich "Tambien la lluvia" (genauer: Sogar der Regen) von der Schilderung schwieriger Dreharbeiten zum starken Politdrama um Ausbeutung und Rebellion im Regenwald. Drehbuchautor Paul Laverty (gewann mit Regisseur Ken Loach 2007 die Goldene Palme für "The Wind That Shakes the Barley") setzt von Anfang an auf Konfrontation. Da wird der idealistische Regisseur Sebastian (Gael Garcia Bernal), der in seinem historischen Drama über Christoph Kolumbus den Entdecker als goldgierigen Kolonialisten entlarven will, von indianischen Statisten angegangen, weil sie, als billige Kräfte angeheuert, für den Film und zu seinem Vorteil missbraucht werden.

Pragmatischer geht Produzent Costa (dreifacher Goya-Preisträger Luis Tosar, "Öffne meine Augen") vor. Er weiß, wie man mit Geld umgeht und Probleme regelt. Nur hat auch er nicht mit den sozialen Unruhen gerechnet, die in Cochabamba zur offenen Rebellion führen, weil die Regierung die Wasserversorgung der Region an einen Multi verkauft hat. Die Stadt explodiert. Hier treffen sich die Vorgänge des bolivianischen Wasserkriegs vom April 2000 mit den Vorgängen vor 500 Jahren, als Kolumbus und die Konquistadoren ins Land einfielen. Costa, für den nur zählt, dass der Film in Zeitplan und Budget bleibt, steht vor Entscheidungen, die ihn zur Schlüsselfigur machen.

Von Bernal und Tosar grandios gespielt, inszeniert Icíar Bollaín ("Öffne meine Augen") ein vielschichtiges und aufregendes Drama, das den manischen Eroberungsdrang der Spanier aus Werner Herzogs "Aguirre, der Zorn Gottes" mit den Auswirkungen globaler Kolonisation durch Konzerne und Mächtige, zu einer Studie über Hybris und den Zustand der Welt verdichtet. Mit toller Musik von Alberto Iglesias und phantastischer Kameraarbeit von Alex Catalan, der in der Szene mit dem Holzkreuz am Helikopter den Anfang von Fellinis "La dolce vita" und Filmgeschichte erster Sahne zitiert und schafft. ger.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 29.12.2011

Frankreich/Mexiko/Spanien 2010

Länge: 1 h 42 min

Genre: Drama

Originaltitel: También la lluvia

Regie: Icíar Bollaín

Drehbuch: Paul Laverty

Musik: Alberto Iglesias

Produktion: Juan Gordon

Kostüme: Sonia Grande

Kamera: Alex Catalán

Schnitt: Ángel Hernández Zoido

Ausstattung: Juan Pedro de Gaspar

Website: www.und-dann-der-regen.de