Melancholische Reise durch den kargen Landstrich im Nordosten Deutschlands und tragikomisches Porträt von Übriggebliebenen und Heimkehrern der Nachwendezeit.

Kinostart: 12.12.2002

Die Handlung von Uckermark

Die Uckermark, zwischen Vorpommern und Polen im Nordosten unserer schönen Republik gelegen, ist der am dünnsten besiedelte Landstrich Deutschlands. Dokumentarfilmer Volker Koepp sucht nach Spuren der Vergangenheit und findet die Gegenwart, indem er Bauern, Landarbeiter, Fischer und zurückgekehrte Großgrundbesitzer portraitiert, die so wie früher auch heute das Gesicht dieser urpreußischen Landschaft prägen.

Eine bemerkenswerte Mischung aus Komik und Tragik durchzieht die melancholische Reise durch die noch vergessene Welt am Rande der Republik, die, wenn Polen und das Baltikum der EU angehören, einen gehörigen Aufschwung erleben dürfte.

Volker Koepps Reise durch den am dünnsten besiedelten deutschen Landkreis zwischen Vorpommern und Polen streift gleichermaßen Vergangenheit und Gegenwart von Übriggebliebenen und Heimkehrern der Nachwendezeit und porträtiert Landarbeiter, Bauern und Vertreter des zurückgekehrten Adels, die diesen ungewöhnlichen Landstrich im Nordosten Deutschlands prägen.

Dokumentarfilmer Volker Koepp bereist den am dünnsten besiedelten deutschen Landstrich, der nördlich von Berlin zwischen Vorpommern und Polen gelegen ist. Die Bewohner, Übriggebliebene und Heimkehrer der Nachwendezeit, erzählen ihre Lebensgeschichten und kommentieren Vergangenheit und Gegenwart.

Kritik zu Uckermark

Mit seinen genauen, bedächtigen, entspannten und humorvollen Dokumentarfilmen ("Kalte Heimat", "Die Wismut", die "Wittstock"-Filme) entwickelt sich Volker Koepp langsam aber sicher zum filmischen Theodor Fontane der ostdeutschen Gegenwart. Wie der Autor der "Wanderungen durch die Mark Brandenburg", der mit seinem "Stechlin" auch in "Uckermark" zitiert wird, sucht Koepp in Landschaften, die wie die einstige "Streusandbüchse des Reiches" von der Geschichte 'vergessen' werden, nach historischen Spuren und hoffnungsvoller Zukunftserwartung und schafft analytisch-poetische Heimatfilme.

Die Uckermark, nordöstlich von Berlin, an Pommern und Polen grenzend, mit einer Fläche größer als das Sauerland, weist mit Feldern, Wiesen, Baumalleen, Seen und Hügelketten eine Flachlandidylle vor. Aber die Region leidet unter einer Arbeitslosenrate von mehr als 20 Prozent. ABM-ähnliche SAM-Stellen (SAM = Strukturanpassungsmaßnahmen) sorgen für Zeitarbeit, z.B. in Maschinenparks, bei Restaurierungsarbeiten in Kirchen und alten Gutshöfen. Eine Kuriosität dieses zweiten Arbeitsmarktes: Frauen suchen Felder und Äcker nach archäologischen Fundstücken (Keramik, etc.) ab.

Noch mehr als in "Kurische Nehrung" lässt Koepp die Menschen der Region sprechen, von ehemaligen LPG-Bauern, die 50 Jahre Landwirtschaftsgeschichte erlebt haben und sich nach den fünfziger Jahren sehnen ("wat los im Dorf"), über alte Damen und Adelige mit Familientradition bis zum Theatermann Fritz Marquardt ("wir erleben eine absolute Restaurationszeit") und dem aus dem Westen stammenden Grafen von Arnim, heimlicher "Held" des Films, der mit seinen 84 Jahren Dinge in Bewegung bringt und die Energie eines Jungen ausstrahlt. Mitsamt den Aufnahmen, die den Reiz des Flachlandes spürbar machen, erneut ein Beleg für Koepps wichtige Mission, Landschaft als Teil des Lebens zu sehen. ger.

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Info

Plakat des Films: Uckermark

Kinostart: 12.12.2002

Deutschland 2002

Länge: 1 h 49 min

Genre: Doku

Originaltitel: Uckermark

Website: http://www.salzgeber.de