In Paul Thomas Andersons Studie über den Beginn des Ölzeitalters brilliert Daniel Day-Lewis als rücksichtsloser Geschäftsmann.

Kinostart: 14.02.2008

Daniel Day-Lewis

Daniel Day-Lewis
als Daniel Plainview

Paul Dano

Paul Dano
als Paul Sunday/ Eli Sunday

Kevin J. O'Connor
als Henry

Ciarán Hinds
als Fletcher

Dillon Freasier
als H.W.

Mary Elizabeth Barrett
als Fannie Clark

Colleen Foy
als Mary Sunday

Hope Elizabeth Reeves
als Elizabeth

Die Handlung von There Will Be Blood

Als Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis) um die Jahrhundertwende in Amerika nach Silber sucht und statt dessen Öl findet, wird er binnen weniger Jahre zum schwer reichen Tycoon. Mehrfach hat er sein eigenes Leben riskiert, um an das schwarze Gold zu gelangen und seitdem ihn die Gier nach Reichtum erfasst hat, kommt seine menschenfeindliche Borderline-Persönlichkeit immer mehr zum Vorschein. Bis er in Familienvater Eli Sunday (Paul Franklin Dano) einen ebenbürtigen Gegner findet.

Der vielgelobte Kunstfilmer Paul Thomas Anderson ("Magnolia") bleibt seinen Ambitionen treu und liefert das detailversessene Portrait eines soziopathischen Turbokapitalisten ab, der andere Menschen rücksichtslos ausbeutet. Vergleiche mit "Citizen Kane" wurden bereits gezogen.

Anfang des 20. Jahrhunderts stößt der Goldschürfer Daniel Plainview eher zufällig auf Öl. Fortan vom Ölfieber gepackt, kauft er nach einem Tipp eines Bauernjungen mehr und mehr Land auf und wird schließlich fündig. Er wird zu einem wohlhabenden Ölmagnaten, zahlt aber einen hohen Preis: Sein Stiefsohn verliert bei einer Explosion sein Gehör und wird alsbald von Plainview abgeschoben. Seine Gier führt außerdem nicht nur zu Auseinandersetzungen mit der Konkurrenz, sondern auch mit einer kleinen ansässigen Gemeinde fundamentaler Christen, angeführt von dem Zwillingsbruder des Bauernjungen.

Anfang des 20. Jahrhunderts stößt Daniel Plainview eher zufällig auf Öl. Fortan vom Fieber nach dem schwarzen Gold gepackt, kauft er nach einem Tipp eines Bauernjungen mehr und mehr Land auf und wird schließlich fündig. Er wird zum wohlhabenden Ölmagnaten, zahlt aber einen hohen Preis: Sein Stiefsohn verliert bei einer Explosion sein Gehör und wird alsbald von Plainview abgeschoben. Seine Gier führt außerdem nicht nur zu Auseinandersetzungen mit der Konkurrenz, sondern auch mit einer kleinen ansässigen Gemeinde fundamentaler Christen.

Kritik zu There Will Be Blood

Paul Thomas Anderson inszeniert das hypnotische Charakterporträt eines habgierigen kalifornischen Ölmanns der Jahrhundertwende, faszinierend von Ausnahmeschauspieler Daniel Day-Lewis dargestellt.

Für Autorenfilmer Anderson (Magnolia) markiert das ambitionierte Epos, das eine allamerikanische Aufstiegsstory mit parallelem innerlichem Zerfall ihres Protagonisten skizziert, seine erste Adaption eines fremden Stoffes. Als Vorlage diente ihm der 1927 veröffentlichte Roman "Öl!" von Upton Sinclair, der die Erfolgsgeschichte eines fiktiven Ölbarons schildert. Anderson greift nur den Rahmen des vor allem um die Aufklärung über politische und gesellschaftliche Abläufe bemühten Werks auf und macht daraus einen völlig eigenen Stoff über innere Verwahrlosung: Bescheidene Anfänge, skrupellose Geschäftsmethoden, immenser Reichtum, Vereinsamung und schließlich Wahnsinn waren auch Stationen im Leben von "Citizen Kane", zu dem sich unweigerliche Vergleiche ziehen lassen. Allerdings wird "There Will Be Blood" nicht in Rückblenden erzählt, und die Interaktionen des im Mittelpunkt stehenden Daniel Plainview beschränken sich auf wenige Menschen, ausschließlich Männer.

Der etwa 15-minütige Prolog etabliert den Protagonisten anno 1898 ohne Worte, aber mit einem atonal-pessimistischen, mal an- dann wieder absteigenden Summen (komponiert von Radiohead-Gitarrist Jonny Greenwood) unterlegt, als rauhbeinigen Einzelgänger, der hartnäckig und ohne Rücksicht auf eigene Knochen in einem Minenschaft nach Silber sucht und schwarzes Gold entdeckt. Angeknüpft wird im Jahr 1911. Plainview macht gute Geschäfte, das ganz große Geld hat er jedoch bislang nicht angezapft. Mit seinem Adoptivsohn H.W. (der ausdrucksstarke Dillion Freasier) im Schlepptau kauft er das Land gutgläubiger Farmer zu Billigpreisen auf und geht mit seiner Crew an die Arbeit. Das Hervorsprudeln der ersten Ölfontäne mündet in eine Tragödie: eine einhergehende Explosion zerstört das Gehör von H.W. zerstört. Mit ölverschmierten Gesicht starrt Plainview geradezu ekstatisch auf die mächtige Feuersäule (nur eine der vielen ausdrucksvollen Bildkompositionen von Kameramann Robert Elswit), H.W. übergibt er seiner rechten Hand (Ciaran Hinds). Schien die Vater-Sohn-Beziehung bislang anrührend liebevoll, macht sich in Plainview eine dramatische Änderung bemerkbar. H.W. wird in eine Spezialschule abgeschoben, mit dem jungen Prediger Eli (Paul Dano aus "Little Miss Sunshine") liegt Plainview ebenso im erbitterten Clinch wie mit seinen Konkurrenten von Mobil Oil. Ein Besuch von seinem angeblichen Halbbruder (Kevin J. Connor) lässt den unnahbaren Misanthropen vorübergehend auftauen, doch eine gemeinsame Geschäftsreise endet in einer Katastrophe. Der Epilog ist 1927 angesiedelt und der mittlerweile völlig dem Alkohol verfallene Plainview haust Howard-Hughes- oder eben Kane-ähnlich in einer luxuriösen Villa, als er unerwarteten Besuch von Priester Eli erhält. Diese finale sinnbildliche Konfrontation zwischen Kapitalismus und Religion bildet die letzte brutale Gewalteruption einer pechschwarz gewordenen Seele.

Kahl, karg und öde sind die weitläufigen Landschatsaufnahmen (am Drehort Marfa, Texas, wurde auch der nicht unähnliche Giganten gefilmt), womit sich perfekt die innere Armut der Hauptfigur widerspiegelt. Wortkarg sind auch die vergleichsweise spärlichen Dialoge, bedächtig-durchdacht die Inszenierung. Der minimalistische Avantgarde-Soundtrack Greenwoods ergänzt diesen wuchtigen Klotz Americana stimmungsschwankendvoll akustisch. Day-Lewis fügt seinem Repertoire ein weiteres sensationelles Porträt bei, so dass vermutet werden kann: There will be Oscars. ara.

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Info

Plakat des Films: There Will Be Blood
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 14.02.2008

USA 2007

Länge: 2 h 38 min

Genre: Western

Originaltitel: There Will Be Blood

Regie: Paul Thomas Anderson

Drehbuch: Paul Thomas Anderson

Musik: Jonny Greenwood

Produktion: Daniel Lupi, JoAnne Sellar, Paul Thomas Anderson

Kostüme: Mark Bridges

Kamera: Robert Elswit

Schnitt: Dylan Tichenor

Ausstattung: Jack Fisk

Auszeichnungen

2 Oscars: 1 Golden Globe: 1 x Berlinale: