Cast

Die Handlung von The Zone of Interest

Saftig grüner Rasen, üppiger Garten mit allerlei bunten Pflanzen und Küchenkräutern, dazu das opulente Anwesen und freudig strahlende Kinderaugen. Hedwigs Mutter staunt nicht schlecht, als sie die wunderschöne Villa und das dazugehörige Grundstück in Augenschein nimmt, die Hedwigs Mann für seine Familie erbauen ließ.

Doch ein Blick zur Seite, lässt die Idylle zu einer grausamen Karikatur verkommen, denn nebenan ragt ein großer Schornstein empor, der unentwegt dunkle Rauchwolken ausspeit. Schmerzensschreie und aggressive Befehle drängen über den Zaun zu den Frauen, die gerade ein Picknick im Garten machen.

Der Traum vom Eigenheim steht Mauer an Mauer zum berüchtigten Konzentrationslager Auschwitz und Hedwigs Ehemann ist niemand Geringeres als der Teufel persönlich: Rudolf Höß. Als SS-Obersturmbannführer obliegt ihm die Leitung des grausamen Lagers, in dem Juden tagtäglich aufs grausamste ihres Lebens beraubt werden.

Doch auch wenn die Realität direkt nebenan wie ein Donnerschlag eintritt, so kümmert es die muntere Gesellschaft nebenan nicht im Geringsten.


Kritik zu The Zone of Interest

Produktionen über die Gräueltaten zur Zeit des Nazi-Regimes gibt es heutzutage zuhauf und viele davon lassen einem Mark und Bein erschüttern. Denken wir nur einmal an „Sophie Scholl – Die letzten Tage“, „Der Pianist“ oder ganz klar „Das Leben ist schön“, läuft uns direkt der kalte Schauer den Rücken hinunter, so dramatisch sind die Ereignisse, die dort gezeigt werden.

Doch nun kommt mit Jonathan Glazer ein Filmemacher daher, der dem Ganzen noch die Krone aufsetzt. Glazer ist bekannt dafür, mit seinen Werken zu polarisieren, und das ist auch in „The Zone of Interest“ nicht anders. Glazer nahm sich hierfür das gleichnamige und ebenfalls äußerst provokative Buch von Martin Amis zur Brust, nur um es mit einem Perspektivwechsel noch weiter auf die Spitze zu treiben.

So zeigt „The Zone of Interest“ die Familie des SS-Kommandanten Rudolf Höß, die sich ein idyllisches Leben direkt neben den Mauern von Auschwitz aufbauen. Der Schrecken aus dem Lager wird nur durch die Geräuschkulisse, kurzen Blicken auf Gebäude und in Unterhaltungen deutlich, ansonsten dreht sich in „The Zone of Interest“ alles um das vermeintlich idyllische Familienleben dieser ignoranten Persönlichkeiten. Gedreht wurde an Original-Schauplätzen und die Aufnahmen, mit Aufnahmen, die bewusst distanziert und neutral gehalten wurden.

Die schwerste Aufgabe lag aber wohl in den Händen der Schauspieler Christian Friedel und Sandra Hüller, die in „The Zone of Interest“ in die Rollen von Rudolf und Hedwig Höß schlüpfen mussten. Wie soll man solche „kranken“ Menschen darstellen? Ist das überhaupt möglich? Christian Friedel, unter anderem bekannt aus „Babylon Berlin“, versuchte den Familienvater und Lagerleiter mit stets leerem Blick darzustellen. Sandra Hüller („Anatomie eines Falls“) hat sich Hedwig Höß einfach als kalte, gefühllose Person vorgestellt, die zwar die schönsten Dinge um sich herum hat, ihre Schönheit aber nicht wirklich genießen kann.