Hochkarätig besetztes Psycho-Drama mit Nicole Kidman und Colin Farrell um einen Jungen, der mit einem perfiden Plan den Tod seines Vaters rächen will.

Kinostart: 28.12.2017

Handlung

Rache kommt in vielen Formen. Aber selten so heimtückisch ...

Nachdem Herzchirurg Steven Murphy (Colin Farrell) vor Jahren einen Patienten auf dem OP-Tisch verloren hat, kümmert er sich um dessen Sohn Martin (Barry Keoghan).

Der entwickelt eine Faszination für Steven, die schon bald in Stalking ausartet. Nicht nur, dass der Teenager den bereits verheirateten Steven mit seiner Mutter (Alicia Silverstone) verkuppeln will. Er stellt ihn vor eine grausame Wahl, in der es um das Leben von Stevens Frau Anna (Nicole Kidman) und das der beiden Kindern geht.

Regisseur und Drehbuchautor Yorgos Lanthimos („The Lobster: Eine unkonventionelle Liebesgeschichte“) inzeniert einen perfiden Mystery-Thriller, der ihn mit seinem „Lobster“-Star Colin Farrell wiedervereint.

Unterstützt wird das preisverdächtige Team (Oscar-Nominierung für Lanthimos, Golden Globe-Nominierung für Farrell) von Shooting-Star Barry Keoghan („Dunkirk“) und der wie immer großartigen Oscar-Gewinnerin Nicole Kidman.

Kritik

Krasser Schocker über einen Herzchirurgen, der von einem Gegenspieler zum Äußersten getrieben wird.

Kalt lassen einen die Arbeiten von Yorgos Lanthimos nicht. Auch der neue Film des griechischen Agent provocateurs teilte Cannes, wo er für sein Drehbuch ausgezeichnet wurde, in zwei Lager. Die einen feierten seine furchtlose Waghalsigkeit, die anderen empfanden ihn als oberflächlichen Angeber. Nicht einmal der auch schon ungeheure Vorgänger "The Lobster" kann einen vorbereiten auf "The Killing of a Sacred Deer", ein, wie ich fand, vor Grausamkeit triefender Horrorthriller, den seine Fans wiederum als Mischung aus "Funny Games" und "Eyes Wide Shut" feiern. Nun wirft man Michael Haneke gerne vor, unbarmherzig, ja grausam in seiner Betrachtung der menschlichen Natur zu sein. Aber er erhebt sich nicht über die Figuren, die er zeigt. Ebenso war Kubrick ein grenzenloser Pessimist. Aber das war der Antrieb eines Künstlers, der die Menschen und das Leben liebt, aber nicht anders konnte, als seinen Schwächen, seiner unendlichen Lust an der Zerstörung und Gewalt, nachzugehen. Lanthimos wirkt nicht wie jemand, der die Menschen liebt. Er gefällt sich, Gott zu spielen, seine Figuren vorzuführen, sie lächerlich, dull und apathisch wirken zu lassen, hilflos, in ihr Schicksal ergeben. Er bewegt seine wie Untote durch den Film wandelnden Charaktere wie Schachfiguren in einem abgekarteten Spiel in die eine Situation, die im Zentrum steht, um die es ihm geht: Wenn er nicht will, dass seine Frau und seine beiden Kinder einen grausam quälenden Tod sterben, muss ein erfolgreicher Herzchirurg einen von ihnen auswählen und ihn töten. Das ist entweder abstoßender Höhepunkt eines abstoßenden Films - oder aber konsequenter Abschluss des vielleicht aktuellsten Films über den Zustand der Welt. Weil in der Welt da draußen neue Regeln gelten, müssen sie das vielleicht auch für das Kino. Vielleicht kann Yorgos Lanthimos, Jahrgang 1973, die Welt nicht anders sehen. Und vielleicht muss man diesen Schocker tatsächlich als pechschwärzeste aller Satiren ansehen, die uns den Spiegel vorhält, als Operation am offenen Herzen der Menschheit, wie das erste Bild des Films insinuiert. Und vielleicht ist das Opfer, das Colin Farrell bringen muss, die Realität, in der wir leben. Dann ist "The Killing of a Sacred Deer" tatsächlich ein Must-See-Film. Aber gefallen muss er einem nicht. ts.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 28.12.2017

Irland/Großbritannien 2017

Länge: 2 h 1 min

Genre: Drama

Originaltitel: The Killing of a Sacred Deer

Regie: Yorgos Lanthimos

Drehbuch: Efthymis Filippou, Yorgos Lanthimos

Produktion: Ed Guiney, Andrew Lowe, Yorgos Lanthimos

Kostüme: Nancy Steiner

Kamera: Thimios Bakatakis

Schnitt: Yorgos Mavropsaridis

Ausstattung: Jade Healy

Website: http://www.alamodefilm.de/kino/detail/the-killing-of-a-sacred-deer.html

Auszeichnungen

1 x Cannes: