Großes, märchenhaftes Gefühlskino um einen zum Tode Verurteilten mit Heilkräften nach Stephen King.

Kinostart: 10.02.2000

Tom Hanks

Tom Hanks
als Paul Edgecomb

Michael Clarke Duncan

Michael Clarke Duncan
als John Coffey

David Morse

David Morse
als Brutus "Brutal" Howell

Bonnie Hunt
als Jan Edgecomb

James Cromwell
als Hal Moores

Michael Jeter
als Eduard Delacroix

Graham Greene
als Arlen Bitterbuck

Sam Rockwell
als William "Wild Bill" Wharton

Barry Pepper
als Dean Stanton

Doug Hutchison
als Percy Wetmore

Jeffrey DeMunn
als Harry Terwilliger

Patricia Clarkson
als Melinda Moores

Harry Dean Stanton
als Toot-Toot

William Sadler
als Klaus Detterick

Gary Sinise
als Burt Hammersmith

Dabbs Greer
als Old Paul Edgecomb

Eve Brent
als Elaine Connelly

Handlung

Die grüne Meile, die ihren Namen dem limonenfarbenen Boden zu verdanken hat, führt die Insassen der Todeszellen im Cold Mountain Gefängnis direkt zum elektrischen Stuhl. Unter den Wachbefohlenen von Aufseher Edgecomb (Tom Hanks) und seinen Kollegen befindet sich auch der hünenhafte, kindliche Coffey (Michael Clarke Duncan), der zwei weiße Mädchen vergewaltigt und ermordet haben soll und über wundersame Heilkräfte verfügt.

Mit einer erneuten Stephen King-Adaption nach "Die Verurteilten" meldete sich Frank Darabont nach fünfjähriger Regiepause zurück. Obwohl der Horrorkönig die Vorlage liefert, entpuppt sich "The Green Mile" als großes, manchmal märchenhaftes Gefühlskino und ist ganz auf Atmosphäre und seinen exquisiten Hauptdarsteller Tom Hanks ausgerichtet.

Die grüne Meile (limonenfarbener Boden) führt die Insassen der Todeszellen im Cold Mountain Gefängnis, Louisiana, zum elektrischen Stuhl. Unter den Wachbefohlenen von Edgecomb und seinen Kollegen findet sich auch der hünenhafte, kindliche Coffy, der zwei weiße Mädchen vergewaltigt und ermordet haben soll, und über wundersame Heilkräfte verfügt.

1935. Die USA leidet unter den Auswirkungen der Depression. Im Cold-Mountain-Gefängnis leitet der gutherzige Paul Edgecombe, unterstützt von einem Team eingespielter Kollegen, den Todeszellenblock. Eines Tages wird ein Schwarzer namens John Coffey, ein Berg von einem Mann, wegen angeblicher Vergewaltigung und Ermordung zweier kleiner Mädchen eingeliefert. John, der sich im Dunklen fürchtet, ist in Wirklichkeit aber ein sanftmütiger Riese, der, wie sich bald herausstellt, übernatürliche Fähigkeiten besitzt...

Gefängnis-Drama mit Tom Hanks über einen bulligen Farbigen, der wegen angeblicher Vergewaltigung und Ermordung zweier kleiner Mädchen zum Tode verurteilt wird, sich in der Todeszelle aber als sanftmütig und mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet erweist (nach Stephen King).

Kritik

Frank Darabont wird als Spezialist für die Adaption von Stephen Kings Gefängnisdramen in die Filmgeschichte eingehen. Fünf Jahre nach "Die Verurteilten" meldet er sich in seiner zweiten Regiearbeit mit der ambitionierten Verfilmung von Kings in sechs Teilen veröffentlichten Bestseller "The Green Mile" zurück. In der Hauptrolle glänzt Oscarpreisträger Tom Hanks als aufrechter Gefängnisaufseher im Todestrakt, in dem er anno 1935 die Bekanntschaft eines riesigen Schwarzen mit magischen Kräften macht. Beim Oscar-Rennen wird dieser dreistündige Kraftakt aus der Reihe großes Gefühlskino sicherlich ein Wörtchen mitreden können.

Bei der "grünen Meile" handelt es sich um den limonenfarbenen Fußboden, der für die zum Tode verurteilten Häftlinge des Cold Mountain Gefängnisses in Louisana zum "Old Sparky" genannten elektrischen Stuhl führt. Die zum Tode verdammten Schwerverbrecher werden von Paul Edgecomb (Hanks) und seinen Kollegen in Gestalt von David Morse, Barry Pepper (aus "Der Soldat James Ryan") und Jeffrey DeMunn beaufsichtigt. Edgecomb ist fair und gerecht, während der feige Aufseher Percy Wetmore (Doug Hutchison hervorragend als bemitleidenswertes sadistisches Schwein) seinen grausamen Gegenpol darstellt. Auch bei den Sträflingen werden anhand von zwei Figuren die Polaritäten von Gut und Böse etabliert. Der hünenhafte, mental kindliche Schwarze John Coffey (Michael Clarke Duncan wird mit seiner ergreifenden Darstellung lange in Erinnerung bleiben), der angeblich zwei kleine weiße Mädchen vergewaltigt und ermordet haben soll, erweist sich als engelhaftes Geschöpf mit Heilkräften, während der aufsässige Killer Wild Bill (Sam Rockwell) ein grundverdorbener Teufel ohne einen Funken Reue ist. Weitere Insassen umfassen Graham Greene, der als erster den Elektrotod findet, und Michael Jeter als schmächtiger Südstaatler, der in einer ausgedehnten, grauenerregenden Szene, die "Gesichter des Todes" entnommen sein könnte, bestialisch zu Tode kommt. Aber so explizit "The Green Mile" auch sein mag: Darabonts Film ist nicht "Dead Man Walking 2", sondern ein Epos über Wunder, die auch an den unmöglichsten Plätzen stattfinden können. Eine entscheidende Rolle nimmt deshalb auch eine tapfere zahme Maus namens Mr. Jingles ein, die von Percy totgetrampelt und dann von Coffey dank seiner wundersamen Kräfte reanimiert vom Friedhof der Kuscheltiere zurückgebracht wird. Dieses Wunder überzeugt Edgecomb endgültig von Coffeys Fähigkeiten, der ihn in einer Nacht- und Nebelaktion zu der krebskranken Frau des Gefängnisdirektors (James Cromwell) bringt, um sie heilen zu können. Gleichzeitig rückt auch der Termin von Coffeys Exekution immer näher.

Darabont scheut sich in seinem beseelten Drama nicht, in Emotionen zu schwelgen und seine symbolträchtige Erzählung mit weitausholenden Gesten zu konstruieren. Durch seine Detailverliebtheit (vor der ersten Exekution wird eine minutiös durchexerzierte Probe gezeigt) und ganz auf Atmosphäre angelegte Bedächtigkeit entsteht bei einer Spielzeit von 187 Minuten zwar eine beträchtliche Überlänge, so daß der Film streckenweise langatmig erscheint, aufgrund seiner Komplexität und liebevollen Sorgfalt jedoch nie langweilig ist. Zu sehr wird der Zuschauer in das religiös orientierte Geschehen um Schuld und Sühne, Rache und Erlösung eingebunden. Und Spezialeffekte, bei denen die Funken sprühen, sorgen ebenfalls dafür, das Interesse glühend warm zu halten. Ein extra Schuß Sentimentalität wird mit dem Prolog und Epilog, die Edgecomb als alten Mann (von Dabbs Greer gespielt) im Rentnerheim zeigen, erzeugt. Und mit der Schlußpointe, die sich eigentlich nicht so recht in den Rest des Erzähltons einfügt, wird auch noch mal die Hand von Horrormeister King spürbar, der sich völlig zu Recht mit großem Stolz über diesen monumentalen Film geäußert hat: "Die Verurteilten" war die Vorspeise, dies ist der gewaltige Hauptgang. ara.

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Info

Plakat des Films: The Green Mile
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 10.02.2000

USA 1999

Länge: 3 h 8 min

Genre: Drama

Originaltitel: The Green Mile

Regie: Frank Darabont

Drehbuch: Frank Darabont

Musik: Thomas Newman

Produktion: David Valdes, Frank Darabont

Kamera: David Tattersall

Schnitt: Richard Francis-Bruce

Ausstattung: Terence Marsh, William Cruse

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