Kinostart: 09.02.2017

Handlung

Melanie ist ein zehnjähriges Mädchen, das seine Zeit mit anderen Gleichaltrigen aufteilt zwischen einer Gefängniszelle und einem Klassenzimmer, wo sie von ihrer Lehrerin Miss Justineau unterrichtet wird. Tatsächlich ruht das Schicksal der Menschheit auf ihren Schultern. Denn die Welt ist von einem Zombie-Virus befallen - dessen Symptome bei Kindern jedoch noch phasenweise aussetzen. Und Melanie ist ein ganz besonderes Kind, was sich auch auf der Flucht aus der überrannten Basis zeigt. Kann sie die Menschheit retten?

Ein zehnjähriges, von einem Zombievirus infiziertes Mädchen könnte das Schicksal der Menschheit bestimmen. Effektive Verfilmung des Bestsellers von Mike Carey, der der klassischen Zombie-Prämisse völlig neue Seiten abgewinnt.

Kritik

Colm McCarthy legt ein packendes Kinodebüt vor, das dem Zombiefilm neue Facetten abgewinnt und bei den Genrefestivals in Austin und Sitges sowie bei den British Independent Film Awards prämiert wurde. Dabei verdient es das Horrordrama auch im Mainstream wahrgenommen zu werden. Chancen hat es bei den BAFTAS, wo "The Girl with all the Gifts" nach einem Roman und Drehbuch von Mike Carey als bestes britisches Debüt nominiert wurde.

Der schottische Regisseur verfügt über einige Erfahrung im Fernsehbereich, er inszenierte Folgen von "Peaky Blinders" und "Ripper Street". Seine Kunst demonstriert er gleich in den Eingangsszenen, in denen man nicht so recht weiß, worum es eigentlich geht, man dennoch sofort hineingezogen wird in die Geschichte des Mädchens Melanie (Sennia Nanua ausdrucksstark), das als Streberin in einer Schulklasse vorgestellt wird, die ihre Lehrerin Helen (Gemma Arterton) verehrt, einer Klasse, in der Kinder wie Schwerverbrecher gefesselt sind und nach dem Unterricht in Zellen gesperrt werden. McCarthy nimmt sich genügend Zeit, seine Figuren zu charakterisieren, sie psychologisch nachvollziehbar agieren zu lassen, bevor er die Genre-typische Gewaltexplosion mit aller gegebenen Härte ausmalt, die durch das ruhige, zwingende Vorspiel umso effektiver wirkt.

Die Story lässt Melanie und Helen, einen erst brutal wirkenden Soldat (Paddy Considine), der sein Herz (für Kinder) zeigt, und eine Wissenschaftlerin (Glenn Close), die ihre Forschung gnadenlos vorantreibt, will sie doch der Menschheit das Überleben sichern, gemeinsam dem Angriff der Zombies entkommen und "The Road" folgen. Im Laufe der düsteren Dystopie, die freundschaftlicher Witz und kindliche Neugierde aufhellen, werden die Rollen zwischen Lehrer und Schüler getauscht, wird die Grenze zwischen Gut und Böse verschoben und die Definition von Leben und Mensch(lich)sein hinterfragt und konsequent zu Ende gebracht.

Vieles funktioniert nach Genre-typischen Regeln, aber McCarthy setzt sie zwingend ein, spielt mit ihnen. Der Film bleibt nicht durchgehend auf dem hohem Niveau des genialen Anfangs, aber das ausgezeichnete Spiel des kleinen Ensembles, die passende Ausstattung und Location, die mitreißende Kameraarbeit und der ungewöhnliche, herausragende, elektronische Score ergeben ein tolles Empfehlungsschreiben für seine Macher. hai.

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Info

  • FSK ab 16 freigegeben

FSK: ab 16

Kinostart: 09.02.2017

USA/Großbritannien 2016

Länge: 1 h 52 min

Genre: Sci-Fi

Originaltitel: The Girl with All the Gifts

Regie: Colm McCarthy

Drehbuch: Mike Carey

Buchvorlage: Mike Carey

Musik: Cristobal Tapia de Veer

Produktion: Camille Gatin, Angus Lamont

Kostüme: Liza Bracey

Kamera: Simon Dennis

Schnitt: Matthew Cannings

Ausstattung: Kristian Milsted

Website: http://www.thegirlwithallthegifts-film.de

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