Michael Keaton verkörpert den Mann hinter dem Big Mac in der Entstehungsgeschichte der größten Burger-Braterei der Welt.

Kinostart: 20.04.2017

Handlung

Ray Kroc (Michael Keaton) ist als Vertreter für Milchshake-Mixer Anfang der 1950er Jahre nur mäßig erfolgreich. Aber der charismatische Vollblutverkäufer hat den amerikanischen Traum mit der Muttermilch aufgesogen und lässt sich nicht unterkriegen.

Als er von einem revolutionären Schnellrestaurant hört, fährt er mit der Familie ins kalifornische San Bernardino zum Probeessen.

Sofort wittert er seine Chance und trotzt den Betreibern, den Brüdern Mac (John Carroll Lynch) und Dick McDonald (Nick Offerman) mit Hartnäckigkeit die Franchise-Rechte ab.

Zwar wird Ray anfangs belächelt, doch er schafft es, aus einem Schnellimbiss ein FastFood-Imperium zu machen.

Regie bei dem Biopic führte John Lee Hancock ("Saving Mr. Banks").

Eine typische Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Geschichte, wie Hollywood sie liebt und sie keiner besser spielen kann als Michael Keaton!

Kritik

Hintersinnig und brillant erzählte Erfolgsgeschichte des Mannes, der McDonald's zum Weltkonzern machte.

Es gebe keinen zweiten Akt im amerikanischen Leben, sagte F. Scott Fitzgerald. Ray Kroc würde ihm entschieden widersprechen. Denn um den zweiten Akt in Krocs bemerkenswertem Leben geht es in dem neuen Film von John Lee Hancock, in dem der Regisseur von Filmen wie "Alamo" und zuletzt "Saving Mr. Banks" seiner Faszination für den Mythos Amerika eine neue Facette hinzufügt: Ray Kroc ist 52 Jahre alt und ein gescheiterter Handelsvertreter, der die USA Mitte der Fünfzigerjahre durchkreuzt wie ein Song von Chuck Berry, um in Schnellimbissen moderne Mixgeräte zu verkaufen. Außer Spesen ist nicht viel. Bis ein Fast-Food-Restaurant im fernen San Bernardino sechs Mixer auf einmal bestellt. Kroc ist fasziniert von dem Etablissement der rührigen Brüder McDonald, die ein geniales System entwickelt haben, jedes Gericht zu jeder Zeit stets frisch auf dem Tisch zu haben. Ihr Geschäft floriert. Nur an Expansion verschwenden die beiden keinen Gedanken.

"The Founder" erzählt die Geschichte einer feindlichen Übernahme, die Geschichte eines Parasiten, der sich den Traum anderer ohne Rücksicht auf Verluste zu Eigen macht, bis McDonald's sein persönlicher amerikanischer Traum geworden ist. Weder Vision noch Talent seien verantwortlich für Erfolg, sagt Ray Kroc, während er eine Filiale nach der anderen eröffnen lässt, auf Grundstücken, die ihm gehören, und ein Imperium errichtet. Auf Hartnäckigkeit käme es an. John Lee Hancock erzählt diese verblüffende Erfolgssaga absolut brillant und punktgenau als Tragödie, als Horrorfilm, in dem das Monster allzu menschlich und nachvollziehbar ist, aber sich trotzdem nichts aus dem Leben Anderer macht: die McDonald's, die eigene Frau, seine Seele müssen auf der Strecke bleiben.

Das ist erwachsenes amerikanisches Kino, wie es selbst fast vom Wandel der Zeit geschluckt worden ist, jene Art von Kino, mit der Barry Levinson oder Sydney Pollack in den Achtzigerjahren Publikumserfolge haben, das heute aber ein Dasein in der Nische fristet, obwohl es doch alles hat, was anregende zwei Stunden Unterhaltung bieten können: ein faszinierendes Sujet, eine vielschichtige Erzählung voller verblüffender Details, Lacher, Drama. Und in Michael Keaton einen Star, der seinen beiden alles überragenden Darstellungen in "Birdman" und "Spotlight" nun einen dritten Galaauftritt hinzufügt, bevor er sich mit der Rolle des Bösewichts in "Spider-Man: Homecoming" wieder in die Hände des Mainstreams begibt. Dabei ist sein Ray Kroc doch ein Bad Guy wie man ihn sich besser nicht vorstellen kann. Weil man den Mann in sein Herz schließt und ihm die Daumen drückt. ts.

Wertung Questions?

FilmRanking: 2215 >99

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

Kinostart: 20.04.2017

USA 2016

Länge: 1 h 55 min

Genre: Doku

Originaltitel: The Founder

Regie: John Lee Hancock

Drehbuch: Robert D. Siegel

Musik: Carter Burwell

Produktion: Aaron Ryder, Don Handfield

Kostüme: Daniel Orlandi

Kamera: John Schwartzman

Schnitt: Robert Frazen

Ausstattung: Michael Corenblith

Website: http://splendid-film.de/the-founder

Newsletter

Hol' dir jetzt den KINO&CO Newsletter!
Der schnelle Überblick über unsere Blockbuster und Top-Gewinnaktionen der Woche.