Glänzend gespielte Theaterverfilmung von Terence Davies über eine verheiratete Frau, die sich im Nachkriegs-London leidenschaftlich und schmerzlich in einen jungen Ex-Piloten verliebt.

Kinostart: 27.09.2012

Rachel Weisz

Rachel Weisz
als Hester Collyer

Tom Hiddleston

Tom Hiddleston
als Freddie Page

Simon Russell Beale

Simon Russell Beale
als Sir William Collyer

Ann Mitchell
als Mrs. Elton

Jolyon Coy
als Philip Welch

Karl Johnson
als Mr. Miller

Harry Hadden-Paton
als Jackie Jackson

Sarah Kants
als Liz Jackson

Handlung

London Anfang der 1950er Jahre. An ihrem Geburtstag, wieder einmal von ihrem draufgängerischen, aber verantwortungslosen Lover Freddie vergessen, beschließt die mit einem älteren, gut situierten Mann verheiratete Hester in den Tod zu gehen. Ihr Selbstmordversuch scheitert, treibt Freddie in die Flucht und zwingt Hester, sich in ihren Erinnerungen der Wahrheit zu stellen, dass nur sie bedingungslos und leidenschaftlich liebte, Freddie jedoch, wie schon ihr aufrichtiger, aber langweiliger Mann, nicht.

London Anfang der Fünfzigerjahre. An ihrem Geburtstag, wieder einmal von ihrem draufgängerischen, aber verantwortungslosen Lover Freddie vergessen, beschließt die mit einem älteren, gut situierten Mann verheiratete Hester in den Tod zu gehen. Ihr Selbstmordversuch scheitert, treibt Freddie in die Flucht und zwingt Hester, sich in ihren Erinnerungen der Wahrheit zu stellen, dass nur sie bedingungslos und leidenschaftlich liebte, Freddie jedoch, wie schon ihr aufrichtiger, aber langweiliger Mann, nicht.

Eine verheiratete Frau verliebt sich im Nachkriegs-London leidenschaftlich und schmerzlich in einen jungen Ex-Piloten. Glänzend gespielte Theaterverfilmung von Terence Davies, in der Rachel Weisz eine der besten Leistungen ihrer Karriere abliefert.

Kritik

Mit einem komplexen Drama über die in ihrer Intensität unerwiderte Liebe einer Frau kehrt Terence Davies nach langer Pause wieder zum Kino zurück.

Elf Jahre nach der Edith-Wharton-Adaption "Haus Bellomont" und der 2006 im letzten Moment geplatzten, vor Kurzem aber erneut angekündigten Verfilmung des schottischen Romanklassikers "Sunset Song" zeigt Filigranregisseur Davies, dass sein meditativer Inszenierungsstil und ein britischer Bühnenklassiker der 1950er Jahre eine harmonische Bindung eingehen. Terence Rattigans 1952 uraufgeführtes Drama, dem drei Jahre später die Erstverfilmung mit Vivien Leigh folgte, ist untauglich für Entspannungskonsumenten, muss in der Konfrontation mit verhaltenem Erzähltempo, mit Figuren und Emotionen, die sich schneller und eindeutiger Akzeptanz entziehen, erarbeitet werden. Für Davies' Verfilmung gilt das auch, doch der Lohn ist eine berührende Analyse einer zwischenmenschlichen Versuchsanordnung, in der Liebe von drei Personen völlig unterschiedlich empfunden und gelebt wird.

Wie die Vorlage eröffnet auch die Verfilmung mit dem gescheiterten Selbstmordversuch von Hester Collyer, die vor den Trümmern ihres Lebens steht, gespiegelt in der unverändert sichtbaren Zerstörung im Nachkriegs-London der frühen 1950er Jahre. Für den jungen Draufgänger Freddie hat sie ihren älteren, gut situierten Mann, der sie aufrichtig, aber ohne jegliche sexuelle Spannung liebt, verlassen und muss nun erkennen, dass auch ihr ins leichte Leben abgestürzte Ex-Bomberpilot nur ein Kompromiss ist, weil er Hesters bedingungslos leidenschaftliche Liebe weder wirklich verstehen noch erwidern kann. An Hesters Geburtstag, der eigentlich auch ihr Todestag werden sollte, führt der Film in Rückblenden immer wieder zu entscheidenden Stationen dieser Beziehung zurück. Das Durchstreifen von Erinnerungen, das zurückgenommene Erzähltempo, der sinfonische mit Evergreens der Ära gekoppelte Soundtrack und der Mix aus nostalgischer Sehnsucht und quälenden Emotionen sind typisch für Davies, der das Erstickende, das Hesters Ehe wie auch ihre Liebe für Freddie kennzeichnet, in klaustrophobischer Atmosphäre, in vielen beengten Innen- und Studioaufnahmen sichtbar macht. Wenn sich am Ende dieses von Rachel Weisz und Tom Hiddleston bestechend gespielten Melodrams der Vorhang in Hesters kleinem Apartment öffnet, ist die Befreiung für die Protagonistin ein Fragezeichen, für den Zuschauer aber eindeutig. kob.

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Info

Kinostart: 27.09.2012

Großbritannien/USA 2011

Länge: 1 h 42 min

Genre: Drama

Originaltitel: The Deep Blue Sea

Regie: Terence Davies

Drehbuch: Terence Davies

Produktion: Kate Ogborn, Sean O'Connor

Kostüme: Ruth Myers

Kamera: Florian Hoffmeister

Schnitt: David Charap

Ausstattung: James Merifield

Website: www.deepbluesea-derfilm.de

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