Roland Emmerichs Katastrophenfilm über eine Welt, die von Fluten, Stürmen und einer neuen Eiszeit heimgesucht wird.

Kinostart: 27.05.2004

Dennis Quaid

Dennis Quaid
als Jack Hall

Jake Gyllenhaal

Jake Gyllenhaal
als Sam Hall

Emmy Rossum

Emmy Rossum
als Laura Chapman

Dash Mihok
als Jason Evans

Jay O. Sanders
als Frank Harris

Sela Ward
als Dr. Lucy Hall

Austin Nichols
als J.D.

Arjay Smith
als Brian Parks

Tamlyn Tomita
als Janet Tokada

Sasha Roiz
als Parker

Ian Holm
als Terry Rapson

Nassim Sharara
als Saudischer Delegierter

Carl Alacchi
als Venezuelischer Delegierter

Kenneth Welsh
als Vizepr

Michael A. Samah
als Saudischer

Robin Wilcock
als Tony

Jason Blicker
als Paul

Kenneth Moskow
als Bob

Tim Hamaguchi
als Taka

Glenn Plummer
als Luther

Adrian Lester
als Simon

Richard McMillan
als Dennis

Nestor Serrano
als Gomez

Sylvain Landry
als Wissenschaftsoffizier

Chris Britton
als Vorsteen

Vlasta Vrana
als Booker (MPC)

Pauline Little
als Lanson

Alan Fawcett
als Commander Daniels

Handlung

Weil die Welt jahrelang nicht auf Leute wie den Paläoklimatologen Adrian Hall (Dennis Quaid) und die beständigen Warnungen vor den dramatischen Folgen einer globalen Erwärmung hören wollte, peitschen nun Wetterkatastrophen und die Vorboten einer neuen Eiszeit mit Macht auf die angstschlotternde Menschheit hernieder. Statt wie alle anderen gen Süden zu fliehen, macht sich Hall auf nach New York, um seinen Sohn, den Zehnkämpfer Sam (Jake Gyllenhaal aus "Donnie Darko"), aus dem verschneiten New York zu bergen und, falls möglich, einen Ausweg aus dem Desaster aufzuzeigen.

Wenn die Welt mit Pauken und Effekttrompeten in den Orkus fährt, ist Roland Emmerich selten weit. Nach den Außerirdischen ("Independence Day") muss diesmal das Wetter für eine Katastrophen-Odyssee mit nett-naiver Familienzusammenführung herhalten.

Nach einem gewaltigen Eisabbruch in der Antarktis bedroht eine meteorologische Kettenreaktion die Erde. Gigantische Sturmtiefs überziehen die nördliche Hemisphäre, schicken Twister nach L.A. und riesige Flutwellen nach New York. Als schließlich Blitzvereisung den Sekundentod bringt, kämpfen die letzten Überlebenden New Yorks um ein bisschen Hoffnung.

Lange prognostiziert, setzen sie plötzlich innerhalb kürzester Zeit weltweit ein, gewaltige Naturereignisse, die eine neue Eiszeit einläuten: Hagelstürme in Tokio, Schneefälle in Indien, Tornados über Los Angeles. Endlich reagiert auch die Regierung und evakuiert alle US-Bürger der südlichen Staaten nach Mexiko, während man mangels Zeit alle anderen dem sicheren Kältetod überlässt. Einzig Klimaforscher Jack Hall kämpft sich durch Blitzeis und Schnee nach Norden, denn sein Sohn sitzt in der New Yorker Bibliothek fest.

Kritik

Dass das Wetter eine Katastrophe ist, ist eine allgemeingültige Empfindung jenseits von Fiji Island. Wenn aber die nächste Klimalaune nicht gerade auf ein Wochenende fällt, bleibt man gelassen. Das genau ist aber das Problem, denn die kleinen Symptome sind Vorboten einer großen Krankheit. Wohin Ignoranz führen kann, zeigt Roland Emmerich, der als cleverer Trendseismologe erneut ein Thema spektakulär aufgreift, das wirklich in der Luft liegt. Was wäre, wenn das Klima nicht in Jahrhunderten, sondern in Tagen kippt? Dann tanzen Tornados auf dem Sunset Boulevard, überspült eine Flutwelle New York, erobert die Eiszeit den Planeten zurück. Die menschliche Sensationslust giert nach solchen Tableaus der Zerstörung und wird von Emmerich auch befriedigt. Millionen werden also dem Ruf ihrer Neugier folgen, auch wenn keiner erfahren wird, was nun übermorgen wirklich mit der Welt geschieht.

Wie bei allen Emmerich-Projekten seit "Independence Day" kennt die Erwartungshaltung dank massiver Marketingkampagnen keine Grenzen, das Budget aber schon. Deshalb beschränkt sich teures Desaster auf Minutenauftritte, herrscht eindrucksvoll, aber eingeschränkt Chaos im digital unterstützten Modelparadies, das keiner in Hollywood ökonomischer zerstören kann als der Mann aus Schwaben. In der ersten Stunde zeigt sich das Spektakel von seiner besten Seite, sorgt ein gewaltiger Eisabbruch in der Antarktis für die Abkühlung nordatlantischer Meeresströmungen und in der Folge für monströse Sturmtiefs, die den Planeten überziehen. Davon allerdings liefert "The Day After Tomorrow" nur geschickt dosierte Ausschnitte. Der Hagel in Tokio beschränkt sich auf eine 200-Quadratmeter-Katastrophe, deutlich in den Schatten gestellt von der Twister-Show in Los Angeles, in der sich die Himmelsschläuche flächendeckend für ein paar coole Momente austoben.

Die echten Moneyshots reserviert der Film für New York. Hier wird die Feuerwalze aus "Independence Day", die sich durch die Straßen in Richtung Kamera frisst, von einer gewaltigen Wasserwand ersetzt, die alles Leben ertränkt, das nicht schnell genug Höhe erreicht. In einer Bibliothek finden einige Überlebende Zuflucht, darunter ein Obdachloser mit nützlichen Survival-Tips, vor allem aber Sam (Jake Gyllenhaal), der Sohn des Klimaexperten Hall (Dennis Quaid), der den amerikanischen Vizepräsidenten vergeblich vor der nur Tage entfernten globalen Eiszeit warnt.

Die Rettung von Sam ist dem Film sichtbar wichtiger als die Rettung des Planeten, die vom Zuschauer erwartet, aber vom Drehbuch nicht angeboten wird. So drückt sich der Film mit einer temporären Bedrohung und der Aussicht auf Stabilisierung etwas vor seiner dramaturgischen Verantwortung, macht auch die beschwerliche Odyssee des besorgten Vaters in das pittoresk vereiste New York nicht zwingend, weil Quaid, einmal angekommen, dort tatsächlich niemand zu retten braucht. Mit einer Reihe kleinerer menschlicher Dramen wird für Ablenkung von den großen Fragen gesorgt. So kämpft Quaid mit brüchigem Glas und drohendem Absturz, Gyllenhaal mit der Blutvergiftung seiner Freundin und in einer spannenden, doch zu kurzen Sequenz mit hungrigen Wölfen, die ihm in einem vereisten Tanker mitten in New York den Zugang zum Medizinschrank verwehren.

Der Humor des Films ist im Unterschied zu "Independence Day" besser dosiert und zeigt in der ironischen Verkehrung Mexikos zum rettenden Flüchtlingsparadies einmal wirklich Größe. Das auch für den Film insgesamt und durchgehend zu erwarten, wäre als Anspruch zu hoch. Zwei Stunden kann man sich hier auf gutem Niveau unterhalten, aber die Welt verändern wird Emmerichs Katastrophenfilm, der zu den Besten seines Genres zählt, nicht. Auch wenn das vielleicht das Marketing versprochen hat. kob.

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Info

Plakat des Films: The Day After Tomorrow
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 27.05.2004

USA 2004

Länge: 2 h 3 min

Genre: Action

Originaltitel: The Day After Tomorrow

Regie: Roland Emmerich

Drehbuch: Roland Emmerich, Jeffrey Nachmanoff

Musik: Harald Kloser

Produktion: Mark Gordon, Roland Emmerich

Kostüme: Renée April

Kamera: Ueli Steiger

Effekte: Karen E. Goulekas, Neil Corbould, Greg Strause, Remo Balcells

Schnitt: David Brenner

Ausstattung: Claude Paré, Barry Chusid, Michele Laliberte, Martin Gendron, Réal Proulx, Tom Reta, Marc Bonin

Website: http://www.the-day-after-tomorrow.de

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