Schwarze Komödie um einen Reisebüro-Besitzer in Alaska und dessen bizarren Versicherungsbetrug.

Kinostart: 20.04.2006

Robin Williams

Robin Williams
als Paul Barnell

Holly Hunter

Holly Hunter
als Margaret Barnell

Woody Harrelson

Woody Harrelson
als Raymond Barnell

Handlung

Als der hoch verschuldete Paul Barnell (Robin Williams) im Schnee vor der Haustür in Alaska die Leiche eines Mannes entdeckt, zögert er nicht, den Toten als seinen seit fünf Jahren verschollenen Bruder auszugeben. Nur so könnte er endlich an die Versicherungsmillion heran kommen, die der Versicherungsagent Ted (Giovanni Ribisi) seither zurück hält. Der ahnt auch prompt die krumme Tour und beginnt zu schnüffeln - genau so wie die Gangster, deren Mordopfer als Pauls Bruder bestattet wurde.

Die Coen-Brothers lassen schön grüßen, wenn in dieser schwarzen Komödie des erfahrenen TV-Regisseurs Mark Mylod manch hoffnungsfroher Schlaukopf von Murphys Law dahin gerafft wird.

Paul hat keine Kunden in seinem Reisebüro in Alaska. Um seiner Frau eine teure Therapie gegen ihr angebliches Tourette-Syndrom zu ermöglichen, plant er einen Versicherungsbetrug. Eine zufällig gefundene Leiche will er als dies seines verschollenen Bruder ausgeben. Er deponiert sie im Kühlschrank und lässt sie dann von Wölfen anknabbern.

Nachdem Paul Barnett mit seiner Geschäftsidee, im tiefsten Alaska Südsee-Reisen feilzubieten, grandios gescheitert ist, muss er andere Geldquellen auftun. Eine Leiche im Müllcontainer, die er als seinen lebensversicherten Bruder Raymond ausgibt, scheint alle seine Probleme zu lösen. Auf dem Weg zum großen Geld muss er nur noch an einem sehr pingeligen Versicherungsbeamten, zwei Auftragskillern auf der Suche nach ihrem Opfer und dem quicklebendigen und nicht ganz zu Unrecht stinksauren echten Raymond vorbei.

Kritik

In Alaska versucht Robin Williams als finanziell klammer Reisebüro-Besitzer einen bizarren Versicherungsbetrug mit zweifelhaftem Erfolg.

Aberwitz und Absurdität sind die Zutaten dieser Komödie im Eis und Schnee Alaskas. Die Kälte von 25 Grad Minus scheint Menschen mit Macken hervorzubringen. Allen voran Robin Williams als total abgebrannter Mini-Unternehmer, der ohne jegliche Kundschaft die Zeit in seinem Reisebüro totschlägt. Seine Frau gibt vor, am Tourette-Syndrom zu leiden und macht ihm das Leben nicht leichter. Um ihr eine teure Therapie zu ermöglichen, plant er einen Versicherungsbetrug. Da die Lebensversicherung seines verschollenen Bruders ohne nachweisbaren Tod erst in zwei Jahren zahlt, packt er die Gelegenheit beim Schopf bzw. eine zufällig gefundene Leiche am Kragen, deponiert sie erst im Kühlschrank, um sie dann von Wölfen anknabbern zu lassen. Die Sache klappt. Der entstellte Tote wird als Bruderherz identifiziert und der Scheck ist in greifbarer Nähe. Leider riecht ein ehrgeiziger Versicherungsagent Lunte und zu allem Übel kreuzt der Beerdigte kreuzfidel auf und will auch sein Stück vom Money-Kuchen.

Dass die Story um den Ein-Millionen-Dollar-Betrug nur bedingt funktioniert, liegt jedenfalls nicht an der ungezähmten Natur und den atemberaubenden Landschaftsbildern in blendendem Weiß. Es sind die Figuren, an die sich der Zuschauer gewöhnen muss. Williams als liebender Gatte, dilettantischer Betrüger und unfähiger Geschäftsmann erfordert Geduld, wie auch Holly Hunter als permanent plappernde psychisch Kranke, Woody Harrelson als harter Haudrauf und zwei psychopathische Killer ohne Hirn. Dagegen macht es Spaß, Giovanni Ribisi als karrierebessessenem Versicherungsagent bei der verbissenen Recherche zuzuschauen. Unverhofft komische Momente und einige "Unappetitlichkeiten" halten sich die Waage. Wenn Hunter die Bonsai-Killer mit Quasselei zum Wahnsinn treibt, um dann ein herrliches Fraternisierungstheater aufzuziehen, ist das amüsant. Wenn aber Williams die fremde Leiche mit "Appetithäppchen" dekoriert, um gefräßige Tiere anzulocken oder beim finalen Showdown die Bösen ins Gras bzw. Eis beißen, kippt die schwarze Komödie um. Obgleich das durchaus unterhaltende Werk sich in einigen Sequenzen stark an "Fargo" orientiert, stellt es die Geschmacksnerven auf eine Probe. mk.

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Info

Plakat des Films: The Big White - Immer Ärger mit Raymond
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 20.04.2006

USA 2005

Länge: 1 h 45 min

Genre: Komödie

Originaltitel: The Big White

Regie: Mark Mylod

Drehbuch: Collin Friesen

Musik: Mark Mothersbaugh

Produktion: Christopher Eberts, David Faigenblum, Christopher Roberts

Kostüme: Darena Snowe

Kamera: James Glennon

Schnitt: Julie Monroe

Ausstattung: Jon Billington