Steven Spielbergs Flughafen-Dramödie basiert auf der wahren Geschichte eines osteuropäischen Emigranten, der seit über zehn Jahren ohne Papiere an einem Terminal festsitzt.

Kinostart: 07.10.2004

Tom Hanks

Tom Hanks
als Viktor Navorski

Catherine Zeta-Jones

Catherine Zeta-Jones
als Amelia Warren

Stanley Tucci

Stanley Tucci
als Frank Dixon

Chi McBride
als Joe Mulroy

Diego Luna
als Enrique Cruz

Barry Henley
als Ray Thurman

Kumar Pallana
als Gupta Rajan

Zoe Saldana
als Dolores Torres

Eddie Jones
als Salchak

Jude Ciccolella
als Karl Iverson

Corey Reynolds
als Waylin

Guillermo Diaz
als Bobby Alima

Rini Bell
als Nadia

Stephen Mendel
als Steward, Erste Klasse

Valera Nikolaev
als Milodragovich

Michael Nouri
als Max

Benny Golson
als Benny Golson

Handlung

Weil während seiner USA-Reise das Heimatland des osteuropäischen Bürgers Viktor Navorski (Tom Hanks) die diplomatische Anerkennung durch die USA verliert, sitzt der davon völlig überraschte Herr plötzlich als Staatenloser auf dem New Yorker Kennedy Airport fest. Noch dazu darf er diesen weder in die eine noch in die andere Richtung verlassen. Aus Tagen werden Wochen, aus Monaten sogar Jahre, in denen sich Viktor häuslich im Terminal einrichtet, Kumpels unter den örtlichen Arbeitern findet und die Liebe der adretten Stewardess Amelia (Catherine Zeta-Jones) gewinnt.

Für eine Viertelmillion Dollar kaufte Steven Spielberg die ebenso unglaubliche wie wahre Geschichte eines iranischen Emigranten in Paris, verlegte die Story flugs nach Amerika und besetzte die Hauptrolle mit seinem neuen Darstellerfavoriten Tom Hanks. Das Drehbuch lieferte Jeff Nathanson ("Catch Me If You Can").

Während seiner Reise in die USA hat ein Krieg das Heimatland des osteuropäischen Emigranten Viktor Navorski von der Landkarte radiert. Weil sein Pass damit ungültig ist, kann er vom New Yorker Flughafen aus weder ausreisen, noch wird er in die Vereinigten Staaten gelassen. Weil die Bürokratie ratlos ist, wird das Terminal zu Navorskis neuem Zuhause, in dem er sich mit dem Flughafen-Personal anfreundet und sich in Stewardess Amelia verliebt.

Aufgrund diplomatischer Probleme verweigert man dem osteuropäischen Touristen Viktor Navorski am New Yorker Flughafen sowohl Ein- als auch Ausreise. In der Transitzone gestrandet und kaum des Englischen mächtig, fügt sich Viktor ergeben in sein Schicksal und richtet sich nach und nach häuslich ein. Bald verdient er etwas Geld als Kofferträger und Bauarbeiter, knüpft Freundschaften mit den Angestellten und verliert sein Herz an die süße Stewardess Amelia. Sie erfährt auch, was er stets in einer geheimnisvollen Dose bei sich trägt.

Kritik

Für die meisten Reisenden ist ein Terminal lediglich kurze Zwischenstation, für den Protagonisten in Steven Spielbergs neuem Film wird es zwangsläufig zur neuen Heimat. Nach "Der Soldat James Ryan" und "Catch Me If You Can" markiert dies die dritte Zusammenarbeit von den beiden Oscarpreisträgern Spielberg und Tom Hanks. Mit der anrührend-idealistischen Story setzt der Regieveteran seine bewusste Tendenz zu leichtherzigerer Unterhaltung fort, auch wenn es sich dabei weniger um eine überschwängliche Komödie, denn mehr um eine tragikomisch-nachdenkliche Bestandsaufnahme der heutigen Gesellschaft vor dem hektischen Hintergrund eines Flughafen-Mikrokosmos handelt.

Für ihr Drehbuch diente den Autoren Sacha Gervasi ("The Big Tease") und Jeff Nathanson ("Catch Me If You Can") das Schicksal eines iranischen Immigranten, der seit 1988 im Pariser Charles De Gaulle Flughafen lebt, als Inspiration. Ihre Hauptfigur ist jetzt ein osteuropäischer Tourist namens Viktor Navorski (Hanks) aus dem fiktiven Balkanstaat Krakozhia, der am internationalen Flughafen in New York landet. Da ihn ein unvermittelter militärischer Coup in seiner Heimat staatenlos gemacht hat, wird ihm weder die Ein- noch die Heimreise gewährt. Der leitende Homeland Security Beamte Frank Dixon (Stanley Tucci perfekt als pingelige Autoritätsfigur) kann dem kaum Englisch sprechenden noch verstehenden Navorski nur mit Mühe klarmachen, dass er bis auf weiteres in der International Transit Lounge verweilen muss. Dort ist Navorski in seinem abgetragenen Anzug und verbeulten Lederkoffer inmitten all der geschäftigen Fremden und glitzernden Fassaden der Konsumläden (beeindruckend realistisch mit viel Product Placement in einem Flugzeug-Hangar nachgebaut) ein völlig isolierter Castaway, um den sich keiner kümmert. Stoisch-gehorsam (wie es guten Filmkommunisten so eigen ist) ergibt er sich seinem Schicksal, ohne jedoch aufzugeben. Mit Forest Gumpscher Entschlossenheit findet er eine Schlafstelle in einem frisch renovierten Trakt und verdient sich Geld, indem er Gepäckwagen zum Automaten zurückschiebt und (nicht ganz glaubhaft) bei einer Baucrew anheuert. Im Laufe der Zeit entwickeln sich freundschaftliche Beziehungen zu verschiedenen Flughafenangestellten, wie Diego Luna, Kumar Pallana und Zoe Saldana, die wie er konstante Elemente in dem pulsierenden Chaos sind. Für die attraktive Stewardess Amelia (Catherine Zeta-Jones) mit Männerproblemen empfindet Navorski allerdings mehr als rein freundschaftliche Gefühle. Ihr vertraut er an, was sich in der geheimnisvollen Metalldose befindet, die er mit sich herumträgt und die beim lang gezogenen Finale zum Einsatz kommt.

Hanks spielt den kleinen Mann, der sich von einer übermächtigen Bürokratie nicht unterkriegen lässt, ganz groß. Einmal mehr wartet er mit einer schauspielerischen Glanzleistung auf, indem er ohne viele Worte die Gefühle von Schock, Einsamkeit, Verwirrtheit sowie die Aufrichtigkeit und Charakterstärke seiner Figur vermittelt. Nicht nur scheint er aus einer anderen Kultur, sondern auch aus einer anderen (bedächtigeren) Zeit zu kommen, in der die Menschen noch Mitgefühl füreinander hatten. Ein nostalgischer Capra-esker Anstrich wie dieser ist für den Idealist Spielberg gewohntes Programm, was ihm Zyniker leicht als Rührseligkeit auslegen werden. Ein reifes Publikum auf der Suche nach stiller, emotional resonierender Abwechslung zu den lärmenden Sommer-Blockbustern, wird sich angesprochen fühlen. Sie werden auch den dezenten Score von John Williams und die tiefsaturierten, aussagekräftigen Bilder vom Kameraexperten Janusz Kaminski zu schätzen wissen. ara.

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Info

Plakat des Films: Terminal

Kinostart: 07.10.2004

USA 2004

Länge: 2 h 9 min

Genre: Drama

Originaltitel: The Terminal

Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Jeff Nathanson, Sacha Gervasi

Musik: John Williams

Produktion: Steven Spielberg, Walter F. Parkes, Laurie MacDonald

Kostüme: Mary Zophres

Kamera: Janusz Kaminski

Schnitt: Michael Kahn

Ausstattung: Isabelle Guay, Bradford Ricker, Alex McDowell, Chris Burian-Mohr

Website: http://movies.uip.de/terminal

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