Die schwangere Kommissarin Lindholm versucht den vermeintlichen Selbstmord einer jungen Deutschtürkin aufzuklären.

Kinostart: nicht bekannt

Maria Furtwängler

Maria Furtwängler
als Charlotte Lindholm

Ingo Naujoks

Ingo Naujoks
als Martin Felser

Kathrin Ackermann

Kathrin Ackermann
als Annemarie Lindholm

Mehmet Kurtulus
als Cem Aslan

Torsten Michaelis
als Stefan Bitomsky

Hilmi Sözer
als Aka

Aylin Tezel
als Selda

Meral Perin
als Fatma

Tobias Schenke
als Max Schr

Sesede Terziyan
als Afife Kara

Eva Löbau
als Schmidt-Rohrbach

Hakan Can
als Erdal Kara

Stephan Szasz
als Brock

Dieter Okras
als Dr. Poll

Azad Celik

Kritik zu Tatort: Wem Ehre gebührt

So oft ist selbst in Gerhart Polts Bürokratiesatire "Kehraus" das Wort "Mahlzeit" nicht gefallen. Der Mittagsgruß als Merkmal betrieblicher Gemütlichkeit entwickelt sich für Charlotte Lindholm alsbald zum phonetischen Albtraum. Weil die Kommissarin, die sich stets allein und an vorderster Front dem Kampf gegen das Verbrechen gewidmet hat, nun im fünften Monat schwanger ist, versetzen die "MuSchRiV" (Mutterschutz Richtlinien Verordnung) sowie ein schlecht gelaunter Vorgesetzter sie zum Innendienst.

Da sitzt sie nun rum wie das fünfte Bein am Schreibtisch, wird von den männlichen Kollegen bestenfalls ignoriert, schlimmstenfalls gemobbt, und mümmelt an ihrer Rohkost; bis endlich das Telefon klingelt, als mal alle zu Tisch sind.

Angelina Maccarone (Buch und Regie) ergötzt sich regelrecht an der Demontage der niedersächsischen "Tatort"-Heldin (Maria Furtwängler), die erstmals in der Landeshauptstadt ermittelt; auch wenn es Lindholm selbstredend nicht lange im Büro hält. Während der Rest der Belegschaft Raubkopierer jagt, wird die LKA-Ermittlerin zu einem Suizid gerufen: Eine Türkin hat sich aufgehängt. Nicht nur der weibliche Instinkt sagt ihr jedoch, dass etwas nicht stimmt: Tags zuvor, als sie die junge Frau beinahe überfahren hätte, wirkte sie alles andere als lebensmüde. Weil die Tote aber die Schwester just jenes Informanten war, mit dessen Hilfe die Kollegen die Digitalpiraten überführen wollen, wird Lindholm erst recht zu Stubenarrest verdonnert. Doch dann sucht die kleine Schwester (Aylin Tezel) bei ihr Unterschlupf, und plötzlich steckt die Kommissarin mitten drin in einem Familiendrama, dessen Protagonisten durchaus auch deutsche Wurzeln hätten haben können.

"Wem Ehre gebührt" bezieht seinen großen Reiz aus gleich einem doppelten Zusammenprall: Giftigster Kontrahent am Arbeitsplatz ist der türkische Kollege Attila Aslan (Mehmet Kurtulus), der hinter jeder Äußerung Lindholms gleich ein Vorurteil wittert und ihr als Frau ohnehin nur wenig zutraut. Gleichzeitig wird die Ermittlerin mit der ihr völlig unvertrauten türkischen Kultur konfrontiert; dass die Türken untereinander immer wieder in ihre eigene Sprache verfallen, unterstreicht den Eindruck der Fremdheit noch. Ein fesselnder, wenngleich mitunter allzu vorsätzlich verwirrender "Tatort", der außerdem einen Vorgeschmack gibt: Im Herbst 2008 wird Kurtulus seinen Job als neuer Hamburger "Tatort"-Kommissar Cenk Batu antreten. tpg.

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Info

Plakat des Films: Tatort: Wem Ehre gebührt

Kinostart: nicht bekannt

Deutschland 2007

Genre: Thriller

Originaltitel: Tatort: Wem Ehre gebührt

Regie: Angelina Maccarone

Drehbuch: Angelina Maccarone

Musik: Jakob Hansonis, Hartmut Ewert

Produktion: Lisa Blumenberg

Kostüme: Regina Tiedeken, Friederike Wedel

Kamera: Judith Kaufmann

Schnitt: Bettina Böhler

Ausstattung: Zazie Knepper